In welchen Branchen finde ich jetzt einen Job?

Wer einen Job sucht, hat es momentan schwer und leicht zugleich. In den meisten Unternehmen herrscht Stillstand – und Ebbe in der Kasse. Keine rosigen Zeiten für Jobsucher. In manchen Branchen aber werden Bewerber mit Kusshand genommen, um Medikamente zu erforschen, Patienten zu versorgen, Lebensmittel zu verkaufen oder Pakete auszufahren. Ja, es gibt sie: Branchen, in denen Sie auch in Krisenzeiten einen Job finden…

In welchen Branchen finde ich jetzt einen Job?

In welchen Branchen finde ich jetzt noch einen Job?

Supermärkten und Discountern werden die Regale leergekauft. Der Lebensmittelhandel kann jede helfende Hand gebrauchen: im Verkauf, Warenverräumung und Logistik. Lidl, Edeka, Rewe, Penny und Aldi stellen auf breiter Front neue Mitarbeiter ein. Allein Aldi Süd hat in den vergangenen Wochen nach eigenen Angaben rund 2200 Teilzeitkräfte angeheuert.

Die Gesundheitswirtschaft litt schon vor Corona an einem Mangel an Arbeitskräften. Daran hat sich nichts geändert. Krankenschwestern, Pfleger, aber auch Ärzte werden dringend gesucht. Medizinische Fachkräfte, die sich in Rente, Altersteilzeit oder Elternzeit befinden, dürften bei einem Wiedereinstieg in den Beruf derzeit kaum Probleme haben.

Gute Geschäfte machen auch Telekommunikationsdienstleister. Die Pharmaunternehmen arbeiten derweil unter Hochdruck an neuen Impfstoffen und wirksamen Medikamenten gegen die Seuche – größere Einstellungsrunden nicht ausgeschlossen. Auch die Medizintechnik spielt dabei eine Rolle.

Und dann wäre da noch die Landwirtschaft, die auf Erntehelfer angewiesen ist. Studenten und alle anderen, die sich einen Euro hinzuverdienen wollen, dürfen sich angesprochen fühlen. Bauernverband, Gesamtverband der deutschen Land- und Forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände (GLFA) und Landwirtschaftskammern haben schon Online-Portale zur Jobvermittlung eingerichtet.

Zudem werden bestimmte IT-Dienstleistungen derzeit vermehrt in Anspruch genommen: Streaming-Dienste wie Netflix oder Spotify, Business-Software und Kollaborationstools wie Slack oder Microsoft Teams.

Und wenn die ganze Familie zuhause ist, kommen auch Brettspiele und Kartenspiele wieder häufiger auf den Wohnzimmertisch. Spielzeughersteller könnten von Corona profitieren – vorausgesetzt, sie liefern online. Branchen, die laut Studie der Boston Consulting Group ebenfalls relativ ungeschoren davonkommen, sind die Bauindustrie und die Papierbranche.

Diese Wirtschaftsbereiche bieten trotz Corona gute Jobperspektiven:

  • Lebensmittelhandel (Supermärkte, Discounter, Drogerien)
  • Online-Handel (z.B. Amazon)
  • Landwirtschaft
  • Gesundheitswirtschaft (Krankenhäuser, Krankenpflege, Altenpflege)
  • Pharmaindustrie
  • Telekommunikation
  • IT-Dienstleister (z.B. Streaming)
  • Softwareindustrie (z.B. Business-Software)
  • Logistik (z.B. Speditionen, Lieferdienste)
  • Spielzeughersteller
  • Versorgungsunternehmen (Strom, Wasser, Müllabfuhr)
  • Papierindustrie
  • Baubranche

Welche Jobs gibt es noch?

Das sind zum einen Berufe, die wenig Kontakt mit anderen Menschen beinhalten. Diese können auch in Seuchen-Zeiten im Grunde problemlos fortgeführt werden. Zum Beispiel Forstwirte, teilweise auch (Landschafts-)Gärtner. Oder Tierpfleger, wenngleich die Einnahmen der Zoos parallel wegbrechen.

Wie viele andere Branchen verliert die Digitalwirtschaft derzeit Aufträge, leidet unter den Grenzschließungen, meldet vielfach Kurzarbeit an. Aber sie hat einen Vorteil, den andere Wirtschaftsbereiche nicht haben: Die Beschäftigten können zum großen Teil von zuhaue arbeiten. Zwei Drittel der Digitalunternehmen haben ihren Mitarbeitern laut Bitkom-Umfrage schon Home Office verordnet. Die Geschäfte laufen also weiter – wenn auch bisweilen auf Sparflamme. App-Entwickler, Systemadministratoren oder Software-Entwickler haben auch im Home Office viel Arbeit vor der Brust.

In manchen Jobs ist ein Rebound-Effekt zu erwarten. Beispiel Unternehmensberater: Sie verursachen immense Kosten, die sich jedes Unternehmen in Corona-Zeiten lieber spart. Ist das Gröbste überstanden, stehen in vielen Firmen Restrukturierungsmaßnahmen auf der Agenda. Hier kommen die Unternehmensberater wieder ins Spiel. Dies ist wohlgemerkt nur eine Hypothese. Aber sie zeigt: Reines Schwarz-Weiß-Denken ist selbst in Corona-Zeiten unangebracht.

Anderes Beispiel: Viele Gastronomen fürchten aktuell um ihre Existenz. Ist das Restaurant dicht, kommen keine Gäste und kein Bargeld mehr ins Lokal – ganz einfach. Doch wer zügig und werbewirksam auf Lieferdienst umstellt, könnte sich größere Marktanteile erkämpfen – und vielleicht sogar den Umsatz ankurbeln. Zugegeben, das Szenario lässt nicht auf alle Gastronomiebetriebe gleichermaßen übertragen (eine Pizza lässt sich leichter ausliefern als ein raffiniertes Sterne-Gericht, chinesisches Essen leichter als Döner). Aber für manche Betriebe könnte es eine Option sein.

Diese Jobs (inkl. Nebenjobs) bieten trotz – oder gerade wegen – Corona gerade gute Perspektiven:

Welche Skills gewinnen gerade an Bedeutung?

Dass IT-Skills im Home Office Gold wert sind, bedarf keiner weiteren Erwähnung. Aber mit welchen Fähigkeiten und Kenntnissen kann man in Krisenzeiten wie diesen noch wuchern?

Zum Beispiele mit diesen:

Welche Branchen leiden am meisten?

Es ist paradox: Immer mehr Menschen sind zuhause, immer mehr konsumieren Nachrichtenangebote – und gleichzeitig melden immer mehr Zeitungsverlage Kurzarbeit an.

Hintergrund: In Krisenzeiten kürzen die Unternehmen zuerst ihre Marketingbudgets. Werbung zu betreiben für Produkte, die momentan eh niemand kauft bzw. kaufen kann, ergibt keinen Sinn. Print- und Onlinemedien aber finanzieren sich größtenteils über Werbung. Sie trifft die Corona-Krise trotz steigender Trafficzahlen hart.

Das Gleiche gilt für die Industrie, speziell für Automobilhersteller, Zulieferer, Maschinen- und Anlagenbauer. In der Automobilindustrie stehen die Zeichen auf Kahlschlag. Wenn die Gehälter auf breiter Front fallen, überdenken die Verbraucher die Anschaffung teurer Güter – wie eben Autos.

Man kann zudem davon ausgehen, dass sich auch Küchen, Betten und andere (teure) Möbel in absehbarer Zukunft schlechter verkaufen lassen. Außerdem Luxusgüter wie Uhren, Schmuck, Handtaschen. Die Modebranche leidet. Im eigenen Zuhause muss und will sich niemand aufbrezeln. Shoppingtrips durch die Innenstädte fallen ohnehin weg.

Diese Branchen trifft die Corona-Krise besonders hart:

  • Automobilindustrie
  • Maschinenbau/Anlagenbau
  • Kunststoffindustrie
  • Medien
  • Werbung
  • Eventbranche
  • Messewirtschaft
  • Luftfahrt
  • Tourismus
  • Gastronomie
  • Hotellerie
  • Bildung und Erziehung
  • Luxusgüter
  • Möbel
  • Mode und Kosmetik

Welche Jobs haben einen schweren Stand?

(Fast) alle Beschäftigten, die unmittelbar mit Menschen zusammenarbeiten, können ihrer Tätigkeit nur eingeschränkt oder gar nicht mehr nachgehen. Dazu zählen Verkäufer, Ergotherapeuten, Kneipenwirte oder Schausteller.

Manche von ihnen können aus der Not aber eine Tugend machen. Beispiel Fitnesstrainer: Während die Fitnessstudios geschlossen sind, boomen Online-Anbieter wie das Fitness-Startup Peloton. Fitness-Influencer erreichen über die sozialen Medien gerade ein größeres Publikum als je zuvor – und können Kasse machen.

Diese Jobs haben es gerade schwer – Jobsuche kompliziert bis aussichtslos:

[Bildnachweis: Aleksandar Malivuk by Shutterstock.com]

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3. April 2020 Karrierefragen Redaktion Icon Autor: Karrierefragen Redaktion

Die Redaktion der Karrierefragen besteht aus ausgewiesenen Job- und Karriereexperten mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung. Sie sind zudem regelmäßige Autoren der Schwesterseite Karrierebibel.de mit mehr als 4 Millionen Lesern im Monat.

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