Wo beantrage ich jetzt Corona-Hilfen?

Auf Corona-Hilfen sind viele Selbstständige und Unternehmer angewiesen. Irgendwie müssen sie die Krise überbrücken und Zeit gewinnen. Dafür hat der Bund viele Milliarden Euro locker gemacht. Wer Anspruch auf Corona-Hilfen hat, welche Fördermaßnahmen es gibt und wo man die Unterstützung beantragt, erfahren Sie hier…

Wo beantrage ich jetzt Corona-Hilfen?

Wer kann Corona-Hilfen beantragen?

Die Corona-Krise trifft die Wirtschaft mit voller Wucht. Betroffen ist mehr oder weniger jeder, der Staat hat daher gigantische Hilfsmaßnahmen auf den Weg gebracht. Zu den Gruppen, die Corona-Hilfen beantragen können, zählen:

  • Studierende
  • Familien und Alleinerziehende
  • Solo-Selbstständige
  • Freiberufler bzw. Angehörige der Freien Berufe
  • Landwirte
  • Startups
  • Kleine, mittlere und große Unternehmen

Speziell für Künstler und Kulturschaffende sind weitere Unterstützungsmaßnahmen geplant.

Welche Corona-Hilfen gibt es für Studierende?

Wer BAföG erhält, soll nach dem Willen der Bundesregierung keine finanziellen Nachteile erleiden, wenn die Ausbildungsstätte wegen der Corona-Pandemie vorübergehend geschlossen ist oder der Semesterbeginn verschoben wird. BAföG wird weiterhin gewährt. Auch das Aufstiegs-BAföG wird bis auf Weiteres bezahlt – selbst wenn Fehlzeiten entstehen.

Weitere Infos zu Corona-Hilfen für Studierende und Auszubildende hier.

Welche Corona-Hilfen gibt es für Familien?

Für Familien gibt es diese Corona-Hilfen:

  • Lohnersatz

    Keine übermäßigen Einkommenseinbußen soll erleiden, wer wegen Schul- oder Kitaschließung die eigenen Kinder betreuen muss und deshalb nicht arbeiten kann. Für bis zu sechs Wochen erhalten Eltern eine Entschädigung von 67 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens (maximal 2016 Euro). Die Auszahlung übernimmt der Arbeitgeber, der bei der zuständigen Landesbehörde einen Erstattungsantrag stellen kann.

  • Notfall-Kinderzuschlag

    Familien mit kleinen Einkommen können einen monatlichen Kinderzuschlag (KiZ) von bis zu 185 Euro bei der Familienkasse beantragen. Ob und in welcher Höhe er gezahlt wird, hängt vom eigenen Einkommen, den Wohnkosten, der Größe der Familie und dem Alter der Kinder ab.

  • Elterngeld

    Auch das Elterngeld soll angepasst werden. Damit will die Regierung verhindern, dass werdende und junge Eltern Nachteile erleiden, weil sie aufgrund der Corona-Pandemie Verdienstausfälle haben oder die Voraussetzungen für den Bezug des Elterngeldes nicht mehr einhalten können.

Weitere Informationen zu Corona-Hilfen für Familien finden Sie hier.

Welche Corona-Hilfen gibt es für Solo-Selbstständige und Freiberufler?

Solo-Selbstständige und Freiberufler aus allen Wirtschaftsbereichen, die infolge der Corona-Krise in wirtschaftliche Schwierigkeiten gekommen sind, können folgende Corona-Hilfen beantragen:

  • Soforthilfe als Einmalzahlung für drei Monate in Höhe von bis zu 9.000 Euro bei bis zu fünf Beschäftigten
  • Soforthilfe als Einmalzahlung für drei Monate in Höhe von bis zu 15.000 Euro bei bis zu zehn Beschäftigten
  • Beratungshilfen bis zu einem Beratungswert von 4.000 Euro ohne Eigenanteil bis Ende 2020
  • Steuerliche Hilfsmaßnahmen (z.B. pauschalisierte Verlustrechnung)
  • Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)

Die Einmalzahlungen müssen nicht zurückgezahlt werden. Sofern der Vermieter die Miete um mindestens 20 Prozent reduziert, kann der Zuschuss – sofern nicht ausgeschöpft – auch für zwei weitere Monate eingesetzt werden.

Voraussetzungen für die Zahlung von Soforthilfe ist, dass der Betrieb eine Betriebsstätte oder seinen Sitz in Deutschland hat und bei einem deutschen Finanzamt angemeldet ist. Nicht antragsberechtigt ist, wer schon am 31. Dezember 2019 in finanziellen Schwierigkeiten war (im Sinne von Art. 2 Abs. 18 der Allgemeinen Gruppenfreistellungsverordnung). Öffentliche Unternehmen sind ebenfalls von der Soforthilfe ausgeschlossen.

Weitere Informationen zu Corona-Hilfen für Solo-Selbstständige und Freiberufler finden Sie hier und hier.

Darüber hinaus hat die Bundesregierung den Zugang zur Grundsicherung vereinfacht. Wer zwischen dem 1. März und dem 30. Juni 2020 einen Antrag auf Leistungen der Grundsicherung stellt und erklärt, über kein erhebliches Vermögen zu verfügen, darf Erspartes behalten.

Weitere Informationen zur Grundsicherung finden Sie hier.

Welche Corona-Hilfen gibt es für Unternehmen?

Unternehmen können diese Corona-Hilfen in Anspruch nehmen:

  • Kredite

    Das KfW-Sonderprogramm 2020 steht Unternehmen jeder Größenordnung (und den freien Berufen) offen. Es sieht niedrigere Zinssätze und eine vereinfachte Risikoprüfung bei Krediten von bis zu zehn Millionen Euro vor. Der KfW-Schnellkredit 2020 wiederum soll für mittelständische Unternehmen eine Liquiditätsspritze sein. Kleinere und große Kreditbeträge von bis zu 800.000 Euro sind möglich und können über zehn Jahre zurückgezahlt werden. Antragsberechtigt sind Unternehmen mit mehr als 10 Mitarbeitern, die mindestens seit dem 1. Januar 2019 am Markt aktiv sind. Weitere Informationen zu den Corona-Hilfen der KfW finden Sie hier.

  • Steuerliche Hilfen

    Wenn Unternehmen wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr fällige Steuerzahlungen nicht leisten können, sollen diese auf Antrag befristet und zinsfrei gestundet werden. Dies betrifft die Einkommen-, Körperschafts- und die Umsatzsteuer. Den Antrag können Unternehmen bis zum 31. Dezember 2020 beim Finanzamt stellen. Unternehmen können außerdem die Höhe ihrer Vorauszahlungen auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer anpassen lassen. Weitere Infos zu steuerlichen Hilfsmaßnahmen finden Sie hier.

  • Kurzarbeitergeld

    Das Instrument der Kurzarbeit steht Unternehmen weiterhin zur Verfügung. Nun soll das Kurzarbeitergeld – abhängig von der Dauer der Zwangspause – in zwei Stufen ab dem 4. und dem 7. Monat auf bis zu 80 Prozent und für Eltern auf bis zu 87 Prozent des Lohnausfalls steigen. Kurzarbeitergeld beantragen Betriebe bei der Bundesagentur für Arbeit.

  • Beratungshilfen

    Bis Ende 2020 können sich kleine und mittlere Unternehmen, die von Corona betroffen sind, bis zu einem Beratungswert von 4.000 Euro ohne Eigenanteil professionell beraten lassen. Weitere Informationen zu Beratungshilfen gibt es hier.

  • Bürgschaften

    Gemeinsam mit ihren Hausbanken können Unternehmen auch auf Bürgschaften zurückgreifen. Allerdings darf sich das Unternehmen nicht schon am 31. Dezember 2019 in finanziellen Schwierigkeiten befunden haben. Weitere Informationen zu Bürgschaften gibt es hier.

  • Insolvenzrecht

    Die Insolvenzantragspflicht wird für betroffene Unternehmen bis zum 30. September 2020 ausgesetzt. Für einen dreimonatigen Übergangszeitraum soll zudem das Recht des Gläubigers eingeschränkt werden, die Eröffnung von Insolvenzverfahren zu beantragen. Weitere Informationen zum Insolvenzrecht finden Sie hier.

  • Gesellschafts- und Genossenschaftsrecht

    Auch sieht das Maßnahmenpaket der Bundesregierung verschiedene Erleichterungen für Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien, Europäische Gesellschaften, Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit und Genossenschaften vor – unabhängig von ihrer Größe, Mitarbeiterzahl oder Branche. Zum Beispiel dürfen Unternehmen ihre Hauptversammlung nun auch virtuell abhalten. Weitere Informationen zum Gesellschafts- und Genossenschaftsrecht finden Sie hier.

Welche Corona-Hilfen gibt es für Startups?

Generell können Startups sämtliche Fördermaßnahmen beantragen, die auch allen anderen Unternehmen angeboten werden (siehe oben). Allerdings unterscheiden sich die Bedürfnisse, speziell mit Krediten können Startups oft nichts anfangen. Darum will die Bundesregierung eigene Corona-Hilfen für Startups im Umfang von zwei Milliarden Euro auf den Weg bringen.

Als Corona-Hilfen für Startups sind vorgesehen:

  • Stärkung von Wagniskapitalinvestoren
  • Unterstützung von Finanzierungsrunden
  • Unterstützung von jungen Start-ups ohne Wagniskapitalgeber im Gesellschafterkreis und kleinen Mittelständlern

Weitere Informationen zu Corona-Hilfen für Startups finden Sie hier.

Welche Corona-Hilfen gibt es für Landwirte?

Die Soforthilfen, die Solo-Selbstständige und Freiberufler beantragen können (siehe oben), richten sich grundsätzlich auch an Landwirte. Antragsberechtigt sind Bauern und Betriebe mit landwirtschaftlicher Produktion, die bis zu zehn Mitarbeiter beschäftigen.

Landwirte, die unter den Folgen der Corona-Pandemie leiden und nicht über ausreichend Sicherheiten verfügen, können außerdem Darlehen in Anspruch nehmen. Die Landwirtschaftliche Rentenbank bietet mit Unterstützung des Bundeslandwirtschaftsministeriums seit dem 16. April 2020 Liquiditätssicherungsdarlehen an, die mit einer Bürgschaft kombiniert sind. Das Programm richtet sich an landwirtschaftliche Betriebe, auch an solche, die im Wein- und Gartenbau, Forstwirtschaft oder Fischerei und Aquakultur tätig sind.

Weitere Informationen zu Corona-Hilfen für Landwirte finden Sie hier.

Welche Corona-Hilfen gibt es für Gastronomiebetriebe?

Sofern der Gastronomiebetrieb die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt, kann er Fördermaßnahmen beantragen, die sich explizit an Unternehmen richten – zum Beispiel Kredite oder Steuerhilfen (siehe oben).

Darüber hinaus soll die Mehrwertsteuer für Speisen in der Gastronomie ab dem 1. Juli 2020 befristet bis zum 30. Juni 2021 auf den ermäßigten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent gesenkt werden.

Wo kann ich sie in meinem Bundesland beantragen?

Beantragen müssen Sie die Corona-Hilfen in dem Bundesland, in dem Sie oder Ihr Unternehmen ansässig sind. Die Anträge werden grundsätzlich online gestellt. Achtung: Betrüger versuchen, mit Fake-Seiten an die Daten der Antragsteller zu kommen. Hier ein Überblick:

  • Corona-Hilfen in Baden-Württemberg beantragen Sie hier.
  • Corona-Hilfen in Bayern beantragen Sie hier.
  • Corona-Hilfen in Berlin beantragen Sie hier.
  • Corona-Hilfen in Brandenburg beantragen Sie hier oder hier.
  • Corona-Hilfen in Bremen beantragen Sie hier.
  • Corona-Hilfen in Hamburg beantragen Sie hier oder hier oder hier.
  • Corona-Hilfen in Hessen beantragen Sie hier.
  • Corona-Hilfen in Mecklenburg-Vorpommern beantragen Sie hier.
  • Corona-Hilfen in Niedersachsen beantragen Sie hier.
  • Corona-Hilfen in Nordrhein-Westfalen beantragen Sie hier.
  • Corona-Hilfen in Rheinland-Pfalz beantragen Sie hier.
  • Corona-Hilfen im Saarland beantragen Sie hier.
  • Corona-Hilfen in Sachsen beantragen Sie hier.
  • Corona-Hilfen in Sachsen-Anhalt beantragen Sie hier.
  • Corona-Hilfen in Schleswig-Holstein beantragen Sie hier.
  • Corona-Hilfen in Thüringen beantragen Sie hier.
[Bildnachweis: beton studio by Shutterstock.com]

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29. April 2020 Karrierefragen Redaktion Icon Autor: Karrierefragen Redaktion

Die Redaktion der Karrierefragen besteht aus ausgewiesenen Job- und Karriereexperten mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung. Sie sind zudem regelmäßige Autoren der Schwesterseite Karrierebibel.de mit mehr als 4 Millionen Lesern im Monat.

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