Was ist die Werbungskostenpauschale?

Die Werbungskostenpauschale schmälert Ihre Steuerlast – und reduziert den Aufwand, den Sie fürs Ausfüllen Ihrer Steuererklärung betreiben müssen. Man kennt sie auch als Arbeitnehmer-Pauschbetrag oder Arbeitnehmerpauschale. Jeder Arbeitnehmer, der einer nicht-selbstständigen Beschäftigung nachgeht, kann die Werbungskostenpauschale in Anspruch nehmen. Das Beste ist: Sie wird automatisch vom Finanzamt abgezogen. Manchmal aber lohnt es sich doch, alle Belege für Fahrt- und Fortbildungskosten gewissenhaft im Schuhkarton aufzubewahren…

Was ist die Werbungskostenpauschale?

Was ist die Werbungskostenpauschale?

Werbungskosten sind alle Ausgaben, die rund um eine nicht-selbstständige Beschäftigung anfallen. Werbungskosten sind steuerlich absetzbar. Arbeitnehmer müssen für ihre Steuererklärung aber nicht sämtliche Belege mühsam sammeln und zusammenrechnen, sondern können stattdessen einfach die Werbungskostenpauschale in Anspruch nehmen. Die Werbungskostenpauschale reduziert den bürokratischen Aufwand – sowohl für den Steuerpflichtigen als auch für das Finanzamt.

Der Pauschalbetrag liegt bei 1.000 Euro. Bis zu diesem Betrag müssen Sie keine Belege oder Nachweise einreichen. Ihr zu versteuerndes Einkommen verringert sich dadurch um 1.000 Euro.

Das müssen Sie noch über die Werbungskostenpauschale wissen:

  • Jeder Arbeitnehmer hat Anspruch auf die Werbungskostenpauschale. Ehepaare oder Partner in eingetragenen Lebenspartnerschaften können sie somit in ihrer Steuererklärung doppelt ansetzen.
  • Es handelt sich um einen Jahresbetrag. Demnach spielt keine Rolle, wie lange Sie im entsprechenden Kalenderjahr beschäftigt waren. Anspruch auf die Werbungskostenpauschale haben Sie auch dann, wenn Sie nur zwei, vier oder sechs Monate gearbeitet haben.
  • Die Werbungskostenpauschale gilt pro Arbeitnehmer, nicht pro Job. Falls Sie zwei oder drei Jobs haben, können Sie trotzdem nur einmal den Arbeitnehmer-Pauschbetrag in Höhe von 1.000 Euro beanspruchen. Was demzufolge auch nicht möglich ist: Für den einen Job die Werbungskostenpauschale beanspruchen und für den zweiten die echten Werbungskosten absetzen.

Die Werbungskostenpauschale lohnt sich aber nur für Arbeitnehmer, die geringe Werbungskosten haben. Liegen Ihre tatsächlichen Werbungskosten oberhalb der Grenze von 1.000 Euro, müssen Sie, um diese steuerlich geltend zu machen, Belege sammeln und auf Anfrage nachreichen.

Wird die Werbungskostenpauschale automatisch abgezogen?

Ja. Das Finanzamt berücksichtigt von sich aus eine Werbungskostenpauschale in Höhe von 1.000 Euro pro Steuerjahr – auch dann, wenn Ihnen in Wahrheit gar keine oder sehr viel geringere Werbungskosten entstanden sind.

Wenn Sie auf der anderen Seite höhere Werbungskosten geltend machen wollen, müssen Sie dem Finanzamt Belege auf Verlangen vorlegen.

Wo muss ich die Werbungskosten in der Steuererklärung angeben?

Wenn Sie die Werbungskostenpauschale in Anspruch nehmen wollen, sind dafür in Ihrer Steuererklärung keinerlei Angaben nötig. Das Finanzamt zieht sie Ihnen automatisch von Ihrem zu versteuernden Einkommen ab.

Wollen Sie jedoch Ihre wirklichen Kosten geltend machen, zählen Sie die Summer Ihrer beruflichen Ausgaben im Steuerjahr zusammen und tragen Sie sie in der Anlage N der Steuererklärung ein.

Was zählt zu den Werbungskosten?

Werbungskosten sind sämtliche Ausgaben, die Sie in die Lage versetzen, Geld verdienen zu können. Die wichtigsten Werbungskosten sind:

Habe ich als Minijobber Anspruch auf die Werbungskostenpauschale?

Es kommt darauf an.

Entscheidet sich der Arbeitgeber für die pauschale Lohnsteuererhebung, führt er Pauschalen für Kranken- und Rentenversicherung sowie Steuern ab. Nach dem Einkommensteuergesetz ist der Arbeitgeber Schuldner der Pauschsteuer und nicht der Arbeitnehmer.

Das Minijob-Gehalt wird in der Einkommensteuererklärung nicht mehr erfasst und muss somit auch nicht versteuert werden. Eine Werbungskostenpauschale ist in diesem Fall ausgeschlossen.

Wählt der Arbeitgeber für die geringfügige Beschäftigung NICHT die pauschale Lohnsteuererhebung, ist Lohnsteuer abzuführen. Das Gehalt des Arbeitnehmers wird dann wie üblich individuell besteuert, der Minijob-Lohn in der Einkommensteuererklärung erfasst.

In diesem Fall kann der Arbeitnehmer Werbungskosten absetzen – und die Werbungskostenpauschale in Anspruch nehmen.

Habe ich als Rentner Anspruch auf die Werbungskostenpauschale?

Rentner, die den Grundfreibetrag von 9.408 Euro (2020) pro Person überschreiten, sind verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben. Dabei können Sie eine Werbungskostenpauschale von 102 Euro geltend machen. Das Finanzamt berücksichtigt den Betrag automatisch, genauso wie die Sonderausgabenpauschale in Höhe von 36 Euro. Sie müssen in Ihrer Steuererklärung keine weiteren Angaben dazu machen.

Rentner mit höheren Werbungskosten können diese ebenfalls geltend machen, müssen aber Belege nachweisen. In der Steuererklärung tragen Sie Ihre tatsächlichen Werbungskosten in der Anlage R ein.

Tipp: Neu-Rentner, die im vergangenen Jahr zunächst noch einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgegangen und erst im Laufe des Jahres in den Ruhestand eintragen, können die Werbungskostenpauschale noch in Anspruch nehmen – zum letzten Mal.

Und noch ein Tipp: Wenn Sie im Steuerjahr einen Rentenberater aufgesucht und dafür mehr als 102 Euro gezahlt haben, können Sie die Ausgaben ebenfalls als Werbungskosten absetzen.

[Bildnachweis: Mehaniq by Shutterstock.com]

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8. Juli 2020 Karrierefragen Redaktion Icon Autor: Karrierefragen Redaktion

Die Redaktion der Karrierefragen besteht aus ausgewiesenen Job- und Karriereexperten mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung. Sie sind zudem regelmäßige Autoren der Schwesterseite Karrierebibel.de mit mehr als 4 Millionen Lesern im Monat.

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