Gehaltserhöhung wurde abgelehnt: Was kann ich tun?

Aus Ihrer Sicht spricht nichts gegen eine Gehaltserhöhung: Die Leistungen stimmen, die Erfolge auch. Trotzdem bügelt der Chef Ihre Forderung ab: „kein Budget, sehe ich anders, geht gerade nicht…“ Gehaltserhöhung abgelehnt. Und jetzt? In solchen Situationen bleibt wenig Spielraum. Dennoch können und sollten Sie auf die Ablehnung jetzt richtig reagieren. Was Sie tun können…

Gehaltserhöhung wurde abgelehnt: Was kann ich tun?

Gehaltserhöhung abgelehnt: Und jetzt?

Machen wir uns nichts vor: So richtig gerne und freiwillig zahlen die wenigsten Chefs eine Gehaltserhöhung. Die Wahrscheinlichkeit ist daher hoch, dass der Vorgesetzte den Gehaltswunsch erst einmal abblockt. Motto: Dafür ist gerade kein Budget da…

Auch wenn der Frust darüber hochkocht und Sie die Reaktion total unfair finden: Bleiben Sie jetzt professionell und behalten Sie vor allem einen kühlen Kopf.

Jede Verhandlung beginnt mit einem „Nein“. Das heißt aber nicht, dass daraus kein „Ja“ werden könnte. Was Sie jetzt brauchen, ist Fingerspitzengefühl und eine gute Verhandlungsstrategie.

Zunächst einmal gilt es, die Argumente des Chefs genau zu prüfen:

  • Kein Budget?

    Wie ist die wirtschaftliche Lage des Unternehmens? Werden gerade Kollegen im großen Stil entlassen, sinken die Umsätze, entwickelt sich der Markt aktuell abwärts: Dann ist tatsächlich kein guter Zeitpunkt dafür, das Gehalt nachzuverhandeln. Das wirkt dann latent unsensibel und egoistisch. Ganz anders aber sieht es aus, wenn der Laden brummt. Erst recht, wenn viele neue Mitarbeiter eingestellt werden. Dann ist ganz offensichtlich Geld da.

  • Keine Leistung?

    Eine Gehaltserhöhung basiert letztlich immer auf der vergangenen Leistung und dem künftigen Mehrwert, den Sie schaffen werden. Also beispielsweise, weil Sie mehr Verantwortung übernehmen, neue und mehr Projekte managen. Bewertet der Chef diese Leistungen anders als Sie, sieht er natürlich wenig Spielraum für mehr Geld. In dem Fall müssen Sie mit besseren Argumenten überzeugen. Hier hilft vor allem eine sogenannte Leistungsmappe, die Sie mit in die Gehaltsverhandlung nehmen sollten (siehe Video).

Kurzum: Lassen Sie sich mit einem „Nein“ nicht so einfach abbügeln. Wenn der Chef die Gehaltserhöhung ablehnt, sollten Sie stets auf eine Begründung bestehen. Natürlich respektvoll und höflich. Aber Nachfragen ist nicht nur erlaubt, sondern Ihre Pflicht. Schließlich ist Ihre Gehaltsforderung ja auch begründet!

Welche Alternativen habe ich, wenn der Chef die Gehaltserhöhung ablehnt?

Selbst wenn die Argumente des Chefs stichhaltig und überzeugend sind, bleiben Ihnen immer noch ein paar Optionen, auf die Ablehnung der Gehaltsforderung angemessen zu reagieren.

Auch hierbei gilt wieder der Grundsatz: Nicht gleich aufgeben und das „Nein“ akzeptieren, sondern weiterverhandeln! Nicht selten gibt es abseits des Gehalts doch noch ein paar Optionen, die Sie prüfen und verhandeln sollten:

  • Mehr Urlaub? Wenn der Chef kein Budget hat, das er verteilen kann, so kann er Ihnen vielleicht ein bis zwei mehr Urlaubstage im Jahr vertraglich zusichern. Das ist auch viel wert und entspricht einer indirekten Gehaltserhöhung.
  • Mehr Homeoffice? Ebenso können Sie vielleicht mehr Tage im Homeoffice heraushandeln. Auch dabei gewinnen Sie letztlich mehr Freizeit: Das lästige Pendeln entfällt. Sie haben weniger Stress im Büro und können konzentrierter arbeiten.
  • Fahrtkostenzuschuss? Fragen Sie auch nach Tankgutscheinen oder einem Zuschuss zum Bahnticket. Den Fahrtkostenzuschuss kann das Unternehmen ohnehin steuerlich absetzen. Er kostet also kaum etwas. Ein gutes Argument. Dasselbe gilt für Zuschüsse zur betrieblichen Altersvorsorge oder Gesundheitsförderung.
  • Flexiblere Arbeitszeiten? Eine weitere indirekte Gehaltserhöhung können flexiblere Arbeitszeiten sein. Auch sie ermöglichen Ihnen mehr Freiheiten und eine bessere Freizeitgestaltung. Mitunter ist das für Ihre Zufriedenheit sogar besser als mehr Geld.

Überdies bleiben Ihnen noch zwei weitere Grundsatz-Optionen:

  • Ziele vereinbaren. Falls Ihr Chef die Gehaltserhöhung ablehnt mit dem Argument, Ihre Leistungen gäben das aktuell nicht her, dann vereinbaren Sie mit ihm neue Ziele: Was müssten Sie im kommenden halben Jahr machen und erreichen, damit er Ihrer Forderung nachkommt? Vereinbaren Sie mit ihm ebenso messbare wie konkrete Ziele, Aufgaben, Erfolge sowie einen genau definierten Zeitrahmen, bis wann Sie was geschafft haben müssen, um eine angemessene Gehaltserhöhung zu erzielen.
  • Job wechseln. Sollten all Ihre Bemühungen und Verhandlungen nicht fruchten, bleibt Ihnen immer noch der radikalste Schritt: ein Jobwechsel – intern in eine andere Abteilung oder extern zu einem anderen Arbeitgeber. Vor diesem ultimativen Schritt sollten Sie aber genau prüfen, was der Arbeitsmarkt aktuell erlaubt und ob Ihre Gehaltswünsche realistisch sind. Falls das zutrifft, sind bei einem Jobwechsel durchaus Gehaltssprünge von bis zu 15 möglich.
[Bildnachweis: Roman Samborskyi by Shutterstock.com]
22. November 2019 Karrierefragen Redaktion Icon Autor: Karrierefragen Redaktion

Die Redaktion der Karrierefragen besteht aus ausgewiesenen Job- und Karriereexperten mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung. Sie sind zudem regelmäßige Autoren der Schwesterseite Karrierebibel.de mit mehr als 4 Millionen Lesern im Monat.

Auch noch interessant:


Weiter zur Startseite

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Details

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen