Welche Zeugnisse sind in der Bewerbung wichtig?

Zeugnisse sind für eine Bewerbung immens wichtig. Sie belegen die wichtigsten Stationen in Ihrem Lebenslauf und bestätigen Ihre Angaben und Erfolge durch einen neutralen Dritten. Ziel sollte es allerdings nicht sein, Ihre Bewerbungsmappe mit diesen Zeugnissen möglich dick zu machen. Diese Beweismittel sollten Sie clever auswählen. Welche Zeugnisse in der Bewerbung wichtig sind…

Welche Zeugnisse sind in der Bewerbung wichtig?

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Wie wichtig sind Zeugnisse für die Bewerbung?

Ohne Zeugnisse in der Bewerbung geht es nicht. Sie dienen als Qualifikations- und Leistungsnachweis aus unabhängiger Quelle und besitzen daher eine große Glaubwürdigkeit. Auch können Unternehmen mit ihrer Hilfe die Angaben eines Bewerbers in Anschreiben und Lebenslauf abgleichen und auf mögliche Ungereimtheiten prüfen.

Darum gilt: Sie sollten in Ihrer Bewerbung immer Zeugnisse angeben.

Ihre Zeugnisse haben große Aussagekraft und werden von Personalern mit großem Interesse gelesen. Während Sie sich im Bewerbungsschreiben und Lebenslauf selbst im besten Licht präsentieren, Ihre Vorzüge und Stärken betonen und möglichst überzeugende Argumente vorbringen, können Zeugnisse weitere Einblicke in Ihre Arbeitsweisen und Fähigkeiten geben – aus Sicht von ehemaligen Arbeitgebern. Durch die Zeugnisse in der Bewerbung sieht der potenzielle Arbeitgeber Ihre Angaben bestätigt oder nicht. Widersprüche oder gar so enttarnte Lügen und Falschangaben führen in der Regel zum Aus im Bewerbungsprozess.
vgwort

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Welche Zeugnisse sind für die Bewerbung wichtig?

Das sind die wichtigsten Zeugnisse für die Bewerbung:

  • Schulzeugnisse

    Wenn Sie über einen Hochschulabschluss verfügen, brauchen Sie Ihrer Bewerbung kein Schulzeugnis mehr hinzuzufügen. Wer einen Uni-Abschluss hat, besitzt ganz offensichtlich die dazugehörige Hochschulreife. Für junge Menschen, die direkt nach der Schule einen Ausbildungsplatz, Nebenjob oder Direkteinstieg anstreben, sind Schulzeugnisse in der Bewerbung dagegen wichtig. Faustregel: Legen Sie Schulzeugnisse nur dann bei, wenn Sie noch jung sind und der Abschluss nicht mehr als fünf Jahre zurückliegt. Relevant ist ausschließlich das höchste Abschlusszeugnis, also Abitur, mittlere Reife oder Hauptschulabschluss. Grundschulzeugnisse will niemand sehen und können immer weggelassen werden.

  • Ausbildungs- und Hochschulzeugnisse

    Sie dienen als Nachweis Ihrer Qualifikation und sind ausgesprochen wichtig. Viele Berufe können Sie zudem ohne abgeschlossene Ausbildung oder Hochschulbildung gar nicht erst ergreifen. Berufseinsteiger fügen die Ausbildungszeugnis und Hochschulzeugnisse daher zwingend ihrer Bewerbung bei. Nach zehn Jahren Berufserfahrung interessiert das Hochschulzeugnis allerdings niemanden mehr, während die Arbeitszeugnisse an Wert gewinnen. Hier können Sie als Bewerber anbieten, die Ausbildungs- und Hochschulzeugnisse bei Interesse nachzureichen.

  • Arbeitszeugnisse

    Ein qualifiziertes Arbeitszeugnis gibt Auskunft über Ihre Leistungen und das Sozialverhalten im aktuellen oder früheren Job. Haben Sie in Ihrer Vita schon mehrere Positionen bei verschiedenen Arbeitgebern durchlaufen, gehören diese Arbeitszeugnisse unbedingt in die Bewerbung. Sie sind extrem wichtig. Falls Sie sich aus ungekündigter Position bewerben und noch kein Arbeitszeugnis haben, können Sie sich alternativ mit einem Zwischenzeugnis bewerben.

  • Praktikumszeugnisse

    Praktikumszeugnisse legen Sie nur bei, wenn Sie noch über keine oder sehr wenige Arbeits- und Zwischenzeugnisse verfügen. Dies trifft häufig auf Berufseinsteiger und Absolventen zu. Für sie sind Praktikumsnachweise wichtig, Berufserfahrene lassen sie hingegen komplett weg. Es sei denn, sie wollen sich beruflich umorientieren und haben daher in jüngerer Zeit ein entsprechendes Praktikum absolviert. Mehr als drei Praktikumsnachweise sollte eine Bewerbung nie umfassen.

  • Nachweise über besondere Qualifikationen

    Damit sind Zertifikate, Fort- und Weiterbildungen gemeint. Legen Sie diese nur bei, wenn sie zur ausgeschriebenen Stelle passen. Sind zum Beispiel gute Englischkenntnisse erwünscht, ist es empfehlenswert, ein Zeugnis vom Kurs in Business-English in die Bewerbungsunterlagen zu integrieren.

  • Bescheinigungen über ehrenamtliches Engagement

    Ehrenamtliches Engagement sehen viele Arbeiter gerne. Ein Ehrenamtler-Zeugnis sollten Sie daher unbedingt Ihrer Bewerbung beilegen. Es sei denn, das ehrenamtliche Engagement will inhaltlich so gar nicht zum avisierten Arbeitgeber passen. Dann können Sie sowohl den Nachweis als auch den Hinweis im Lebenslauf streichen.

  • Ausländische Zeugnisse

    Ausländische Zeugnisse sollten Sie in Form beglaubigter Übersetzungen einreichen. Hier reicht eine einfache Kopie nicht aus. Diesen Service übernehmen zertifizierte Über­setzungs­büros. Bei ausländischen Schul- und Hochschulzeugnissen sollten Sie noch kurz das verwendete Noten­system erklären, damit Personaler das Zeugnis besser einschätzen können.

  • Führungszeugnis

    Ein polizeiliches Führungszeugnis müssen Sie Ihrer Bewerbung nur beilegen, wenn der Arbeitgeber dies in der Stellenausschreibung aktiv einfordert. In manchen Jobs ist es wichtig, keine Vorstrafen zu haben – zum Beispiel als Rechtsanwalt, Erzieher oder Polizist. Sie beantragen Ihr Führungszeugnis bei den örtlichen Meldebehörden oder über das Online-Portal des Bundesamts für Justiz.

  • Gesundheitszeugnis

    Ein Gesundheitszeugnis beantragen Sie beim örtlichen Gesundheitsamt. Es ist für die Bewerbung nur wichtig, wenn es in der Stellenanzeige verlangt wird – zum Beispiel von Arbeitgebern aus der Gastronomie oder der Lebensmittelindustrie. Das Gesundheitszeugnis kostet zwischen 14 und 60 Euro.

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Wie viele Zeugnisse gehören in die Bewerbung?

Insgesamt sollten Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen nicht mehr als zehn Seiten umfassen. Zieht man Lebenslauf (1 bis 3 Seiten) und Anschreiben (1 Seite) ab, bleiben noch sechs bis acht Seiten für die restlichen Anlagen übrig. Es dürfen aber auch weniger als zehn Seiten sein. Mehr als sechs bis acht Zeugnisse sollten Sie Ihrer Bewerbung demzufolge nicht beilegen. Dabei handelt es sich optimalerweise um die aktuellsten und relevantesten.

Grundsätzlich ist es nicht empfehlenswert, die Bewerbung mit zu vielen Anlagen aufzublähen. Sinnvoller ist es, selektiv vorzugehen und nur die aktuellsten, wichtigsten und passendsten Anlagen beizufügen, die Ihre Qualifikationen, Fähigkeiten und Erfolge unterstreichen.

In welcher Reihenfolge?

Ordnen Sie die Zeugnisse übersichtlich und konsistent – und zwar in derselben Reihenfolge, wie Sie diese im Anlageverzeichnis erwähnen. Standard ist heute der amerikanische Lebenslauf. Er wird in antichronologischer Reihenfolge verfasst – also mit der aktuellen Position zuerst. Für die Zeugnisse bedeutet das: Auch diese sollten so sortiert werden – das aktuellste Zeugnis nach oben, ältere nach unten.

Extra-Tipp

Verschicken Sie Ihre Zeugnisse nur als Kopie – nie Originale. Die Zeugniskopien müssen Sie auch nicht beglaubigen lassen. Sollten Sie eingestellt werden, wird allenfalls die Personalabteilung die Originale noch einmal kurz anfordern, um eine eigene Kopie anzufertigen, die dann in Ihre Personalakte kommt. Spätestens dann würde allerdings auch eine Lüge im Lebenslauf auffallen. Achten Sie zudem auf eine hohe Papierqualität. Das wertet Ihre Bewerbungsunterlagen auf. Selbstverständlich sollten die Zeugnisse weder Flecken noch Eselsohren haben.

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Welche Zeugnisse sind für welche Bewerber wichtig?

Welche Zeugnisse ein Bewerber mitschicken sollte, hängt auch davon ab, um welche Art Bewerber es sich handelt. Dies sind die wichtigsten Bewerbergruppen:

Welche Zeugnisse für Ausbildungsplatz?

Wer sich für einen Ausbildungsplatz bewirbt, schickt wenigstens das letzte Schulzeugnis mit. Es können sogar die letzten zwei bis drei Schulzeugnisse beigelegt werden. Dies ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Leistungen in der Schule gleichbleibend gut waren oder sich kontinuierlich verbessert haben – und wenn keine weiteren aussagekräftigen Anlagen wie Praktika oder Referenzen zur Verfügung stehen.

Welche Zeugnisse nach Ausbildung?

Bewerber mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung können ihrer Bewerbung sowohl das Berufsschulzeugnis als auch das das IHK-Zeugnis und das betriebliche Ausbildungszeugnis beilegen – sofern sie sich im gleichen Bereich bewerben und die Ausbildung noch nicht allzu lange zurückliegt. Daneben sollten sie noch das letzte Schulzeugnis verwenden.

Welche Zeugnisse für Absolventen?

Absolventen richten ihr Augenmerk angesichts mangelnder Berufserfahrung auf ihr Hochschulzeugnis und Praktikumszeugnisse. Arbeitsnachweise als studentische Hilfskraft, Werkstudent oder ehrenamtlicher Mitarbeiter sind ebenfalls hilfreich. Wichtig sind für Absolventen zudem Auslandsaufenthalte, Fremdsprachenkenntnisse, IT Kenntnisse und Referenzen oder Empfehlungsschreiben, zum Beispiel von einem Professor, Dozenten oder wissenschaftlichen Mitarbeiter.

Welche für Berufserfahrene?

Bewerber mit Berufserfahrung legen die letzten drei Arbeitszeugnisse und das höchste Schul- oder Ausbildungsabschluss bei. Auch aktuelle Weiterbildungen und Zertifikate werten die Bewerbungsmappe auf. Schulzeugnisse und Praktika sind dagegen irrelevant.

Welche für ältere Bewerber?

Ü50-Bewerber fügen ihrer Bewerbung bloß keine Asbach-Zeugnisse von anno dunnemals bei. Schulzeugnisse, Praktikumsnachweise oder Sprachzertifikate von früher sind heute nahezu wertlos. Beschränken Sie sich auf aktuelle und relevante Bescheinigungen.

Welche für ausländische Bewerber?

Bewerber aus dem Ausland achten insbesondere darauf, beglaubigte Übersetzungen ihrer Zeugnisse einzureichen. Ohne eine offizielle Anerkennung der ausländischen Berufsqualifikation ist eine Jobaufnahme oft nicht möglich. Besonders wichtig sind für Migranten darüber hinaus Deutsch- und Fremdsprachenkenntnisse sowie EDV Kenntnisse.

Welche Zeugnisse sind bei Online-Bewerbung wichtig?

Die Auswahl der Zeugnisse ist bei einer Online-Bewerbung grundsätzlich dieselbe wie bei einer schriftlichen Papierbewerbung. Falls Sie die Zeugnisse in einer Online-Bewerbung anhängen wollen, sollte dieser Anhang eine Größe von zwei bis drei Megabyte nicht übersteigen. Größere Anhänge scheitern oft an der Firewall der Unternehmen oder benötigen viel Zeit zum Download. Und das macht einfach keinen guten Eindruck.

Auch sollten Sie die Anlagen und Zeugnisse nicht einzeln Ihrer Mail anhängen oder hochladen, sondern zuvor in EINEM PDF zusammenfügen. Die Datei benennen Sie dann entsprechend eindeutig: „Vorname-Name-Bewerbung-Zeugniss.pdf“

Kann ich schlechte Zeugnisse weglassen?

Sie können schlechte Zeugnisse in der Bewerbung weglassen. Der Trick ist aber leicht durchschaubar und könnte wie ein großer Felsblock auf Sie zurückfallen. Viele Arbeitgeber erwarten von Bewerbern, dass sie ihre beruflichen Stationen durch Nachweise belegen. Und weil es einen gesetzlichen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis gibt, dürften Sie sehr wohl darüber verfügen. Aber: Sie können im Zweifel ein älteres, schlechtes Zeugnis weglassen, wenn Sie dafür ein aktuelles, besseres vorzeigen können.

Was tun bei fehlenden Zeugnissen?

Wenn das Abschlusszeugnis oder der Universitätsabschluss noch nicht vorliegen, schicken Sie einfach das letzte Zwischenzeugnis mit. Universitäten stellen dafür auch ein sogenanntes „Transcript of Records“ aus.

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[Bildnachweis: Stock Rocket by Shutterstock.com]

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