Muss ich bei der internen Bewerbung einen Lebenslauf schreiben?

Es muss ja nicht immer gleich ein externer Jobwechsel sein. Viele Arbeitgeber bieten auch intern spannende Karriereoptionen und Entwicklungsmöglichkeiten an – und schreiben diese Stellen erstmal intern aus. Wer also eine interne Bewerbung in Erwägung zieht, sollte sich zunächst genau über die Anforderungen informieren. Dazu gehört auch, ob ein Anschreiben und Lebenslauf erforderlich ist. Schließlich stehen die wichtigsten Informationen meist schon in der Personalakte des Kandidaten. Ansonsten gilt aber auch für die interne Bewerbung wie für alle anderen: Geben Sie sich dabei größte Mühe und seien Sie extrem sorgfältig. Schließlich spiegelt die Bewerbung Ihre Arbeitsweise. Und je mehr Konkurrenten es gibt, desto mehr Mühe sollten Sie sich geben…

Muss ich bei der internen Bewerbung einen Lebenslauf schreiben?

Wie begründe ich meine Motivation bei der internen Bewerbung?

Der große Vorteil der internen Bewerbung ist: Lange Einarbeitungszeiten fallen weg – Sie kennen das Unternehmen, dessen Kultur und die meisten Kollegen schließlich schon. Und man kennt Sie ebenfalls. Zudem sehen es viele Arbeitgeber gerne, wenn die Mitarbeiter den nächsten Karriereschritt im eigenen Haus machen.

Dennoch ist die interne Bewerbung kein Selbstläufer. Trotz Heimvorteil sollten Sie sich dieselbe Zeit nehmen und Mühe machen wie bei jeder externen Bewerbung auch.

Besonderes Augenmerk sollten Sie dabei auf die Motivation für den Jobwechsel legen. Insbesondere, weil sie ja Ihren alten Posten verlassen wollen – und das sollte nie wie Flucht aussehen!

Ihre Motivation ist daher bitte immer: Sie bewerben sich hin zu einer reizvollen Herausforderung und jetzt fälligen Weiterentwicklung – und nicht weg von einer frustrierenden Sackgasse mit miesem Umfeld.

Ansonsten riskieren Sie, dass Sie im Fall einer Absage beim bisherigen Chef und in der alten Abteilung wie ein Verlierer nach einem gescheiterten Fluchtversuch aussehen. Nicht gut. So mancher Kollege könnte auf die Idee kommen, dass Sie sich für etwas Besseres halten. Und solche Tratsch ist nie gesund für das Image. Bleiben Sie also stets wertschätzend gegenüber den bisherigen Kollegen und der Abteilung.

Benötige ich Lebenslauf und Anschreiben bei der internen Bewerbung?

Das sagt Ihnen im Zweifelsfalle die Personalabteilung – wenn es nicht ohnehin in der internen Stellenausschreibung steht.

Falls Sie aber doch einen Lebenslauf einreichen müssen, dann sollten Sie diesen auf jeden Fall aktualisieren. Also nicht einfach den letzten Lebenslauf einfach nochmal kopieren.

Überarbeiten Sie insbesondere die Angaben zum „beruflichen Werdegang“ und fügen Sie hier Ihre bisherigen (internen) Projekte und Erfolge genau auf. Auch aus der aktuellen Position sollten für den Personaler die für die neue Stelle relevanten Punkte erkennbar werden.

Bei der Gestaltung bietet sich indes die sogenannte amerikanische Form für den tabellarischen Lebenslauf an. Das heißt: Sie beginnen mit der aktuellsten Position und listen dann umgekehrt chronologisch Ihre bisherigen Tätigkeiten und Stationen auf.

Der Lebenslauf sollte dabei nicht länger als zwei bis drei DIN A4-Seiten werden.


Extra-Tipp

Seien Sie bei den Angaben im Lebenslauf unbedingt ehrlich! „Optimierungen“ und Beschönigungen sind tödlich. Schließlich lassen sich alle Angaben und Eckdaten über die Personalakte verifizieren. Wer hier falsche Angaben macht, um sich in ein besseres Licht zu rücken, riskiert seine Reputation. Machen Sie sich also bewusst, dass Ihre bisherigen Leistungen und Ihre Arbeitsweise bekannt sind – und zur Not bei Ihrem aktuellen Chef Rückfragen gestellt werden.

Was kommt ins Anschreiben?

Gehen Sie bei der internen Bewerbung NICHT davon aus, dass man Sie ausreichend kennt. Eventuell werden erst alle Unterlagen von einem Sachbearbeiter in der Personalabteilung vorsortiert. Deshalb gilt auch für das Anschreiben: Legen Sie hier noch einmal Ihre besondere Eignung für die neue Stelle dar und Ihre besondere Motivation, sich intern weiterzuentwickeln. Kurz: Sagen Sie, warum Sie der oder die Richtige für die Position sind.

Eine kluge Strategie ist auch, Ihre bisherige (positive) Entwicklung in den Fokus des Anschreibens zu stellen. So werden Ihre Qualifikationen und bisherigen Leistungen praktisch automatisch sichtbar. Überdies sieht die Bewerbung wie ein natürlicher Entwicklungsschritt aus.

Ansonsten achten Sie bitte darauf, keine Rechtschreib- sowie Grammatikfehler zu machen. Sorgfalt ist auch intern oberste Pflicht.

Das Anschreiben sollte wiederum eine Maximallänge von einer DIN A4-Seite nicht überschreiten.

Was ist eine formlose interne Bewerbung?

Das ist praktisch die Light-Version der üblichen internen Bewerbung. Oft fällt hierbei das Anschreiben ganz weg. Um Zeit zu sparen, verlangt die Personalabteilung dann entweder nur einen aktualisierten Kurzlebenslauf oder eine Art Kompetenzprofil oder Tätigkeitsbeschreibung. Bei beiden Varianten geht es natürlich auch wieder nur darum, Ihre Eignung für die Position übersichtlich herauszustellen. Überflüssige Elemente oder Angaben haben hierbei keinen Platz.

Die formlose interne Bewerbung umfasst in der Regel nicht mehr als eine, maximal zwei DIN A4-Seiten. Es geht nur um relevante Qualifikationen, eventuell Ihre Motivation für den Stellenwechsel. Das war es aber auch schon. Der Rest wird dann im internen Vorstellungsgespräch besprochen – falls Sie in die engere Wahl kommen.

[Bildnachweis: Gutesa by Shutterstock.com]
4. November 2019 Karrierefragen Redaktion Icon Autor: Karrierefragen Redaktion

Die Redaktion der Karrierefragen besteht aus ausgewiesenen Job- und Karriereexperten mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung. Sie sind zudem regelmäßige Autoren der Schwesterseite Karrierebibel.de mit mehr als 4 Millionen Lesern im Monat.

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