Wie sieht ein amerikanischer Lebenslauf aus?

Immer wieder liest man im Internet, der „amerikanische“ Lebenslauf sei heute Standard. Aber was genau ist damit gemeint: ein Lebenslauf, der auf Englisch verfasst wurde und zur Bewerbung in den USA dient? Oder etwas anderes? Und wie unterscheidet sich der amerikanische Lebenslauf vom Curriculum Vitae oder Resume? Tatsächlich ist der Begriff amerikanischer Lebenslauf missverständlich. Wir klären auf…

Wie sieht ein amerikanischer Lebenslauf aus?

Was ist mit dem Begriff amerikanischer Lebenslauf gemeint?

In der Tat kann man den Begriff „amerikanischer Lebenslauf“ falsch verstehen. Er ist – zugegeben – etwas doppeldeutig. Gemeint sein kann Folgendes:

  • Eine Variante des deutschen Lebenslaufs

    Was hierzulande häufiger mit „amerikanischer Lebenslauf“ gemeint ist, ist ein tabellarischer Lebenslauf, der in umgekehrt chronologischer Reihenfolge geschrieben wird – also mit der aktuellen Position zuerst und dann immer weiter in der Zeit zurück.

  • Ein amerikanisches Resume

    Wer sich mit seinem Lebenslauf in Amerika (genauer: USA) bewerben will, der verfasst allerdings ein „Resume“ oder „CV“ (steht für Curriculum Vitae). Das ist eine sehr kompakte Form des Lebenslaufs auf maximal einer Seite, ohne Foto, ohne Altersangabe, Geschlechtsangabe oder Nationalität.

Wie ein amerikanischer Lebenslauf aussieht, können Sie folgender Grafik entnehmen:

Tabellarischer Lebenslauf Struktur Aufbau Inhalt Grafik

Der amerikanische Lebenslauf ist also nichts anderes als ein klassischer, tabellarischer Lebenslauf. Nur wird die Reihenfolge der beruflichen Station eben so gewählt, dass die aktuelle Position zuerst erscheint. Diese antichronologische Reihenfolge wurde tatsächlich von den Amerikanern (als sinnvolles Konzept) übernommen, daher der Name.

Hinzu kommt, dass der amerikanische Lebenslauf nicht nur einzelne berufliche Stationen und Positionen aufzählt, sondern dazu immer auch genau beschreibt, was der- oder diejenige dabei gemacht und erreicht hat. Zu den Stationen sollten Sie also immer stichpunktartig Ihre Verantwortungsbereiche, Tätigkeiten und Erfolg auflisten.

Wozu dient die umgekehrt chronologische Reihenfolge?

Auf der Grafik klar erkennbar ist die aktuellste berufliche Erfahrung zuoberst aufgeführt. Diese Reihenfolge ist nicht selbstverständlich, die klassische Reihenfolge wäre die chronologische, bei der von der Schule über Ausbildung, Studium und Berufserfahrung die verschiedenen Stationen aufgelistet werden.

Gewissermaßen bei Adam und Eva angefangen. Der Nachteil dabei: Hat ein Arbeitnehmer besonders umfangreiche Berufserfahrungen, muss sich ein Personaler durch allerhand Nebensächlichkeiten hindurcharbeiten, bevor er auf die eigentlich relevanten Informationen stößt.

Denn was ein Arbeitnehmer vor zehn Jahren gemacht hat, interessiert ihn meist weniger. Relevant sind Berufserfahrungen, die zur derzeitigen Stellenausschreibung passen und die sollten möglichst frisch sein – das Gleiche gilt für Zertifikate über irgendwelche Softwareschulungen. Alles, was älter als zwei Jahre ist, hat keine Bedeutung, sofern es nie zum Einsatz kam.

Der große Vorteil des amerikanischen Lebenslaufs liegt also darin, dass die aktuellste Position dem Personaler sofort ins Auge springt und er wertvolle Zeit bei der Überlegung spart, ob ein Bewerber ein aussichtsreicher Kandidat ist oder nicht.

Allerdings eignet sich der amerikanische Lebenslauf nicht in allen Fällen. Nachteilig für die Bewerbung ist er nämlich bei Berufseinsteigern und bei Arbeitslosen. Bei beiden klafft an der Stelle der aktuellen Berufsposition eine Lücke: Beim einen treten Ausbildung und/oder Studium in den Hintergrund, beim anderen fällt erst richtig auf, dass die letzte Beschäftigung eine Weile zurückliegt.

Wie verfasse ich einen Lebenslauf auf Englisch?

Entscheidend dafür ist die Frage, wohin Ihre Bewerbung gehen soll und welche Ausbildung Sie vorweisen. Grob gilt: Das Resume (auch teilweise in der französischen Schreibweise Résumé zu lesen) ist für Bewerbungen in die USA üblich. Beim CV hingegen handelt es sich eigentlich um die britische Variante des Lebenslaufs.

Um die Verwirrung komplett zu machen: Teilweise werden in den USA und Kanada die Begriffe Resume und CV synonym verwendet! Was für eine Stelle im konkreten Fall erforderlich ist, sollten Bewerber also in jedem Fall vorab erfragen, denn es gibt einige feine Unterschiede zwischen dem „echten amerikanischen Lebenslauf“, also dem Resume, und dem CV:

Das Resume ist eher ein Exzerpt Ihrer bisherigen beruflichen Laufbahn. Es stellt die Höhepunkte heraus, ebenso die Positionen, Erfahrungen und Erfolge, die zu der avisierten Stelle passen. Und das geschieht nicht chronologisch, sondern wie beim „amerikanischen Lebenslauf“ mit der aktuellen Position zuerst.

Kurz und knapp fällt das Resume daher auch im Umfang aus, der nie über eine DIN-A4-Seite hinaus geht (siehe Grafik):

Amerikanischer Lebenslauf Usa Resume Aufbau Grafik

Der britische CV hingegen gibt eine vollständige Übersicht Ihres professionellen Werdegangs. Alle Positionen, alle erworbenen Abschlüsse und Zertifikate werden darin aufgeführt, ebenso relevante Publikationen von Ihnen bis hin zu kleineren Jobs, die Sie hatten. Er kann auch zwei Seiten umfassen.

Allerdings haben auch die Amerikaner die Vorzüge des CV erkannt. Auf die ausführlichere Gestaltung des Lebenslaufs wird vor allem von Akademikern zurückgegriffen, da hier auch die schulische und akademische Ausbildung und Forschungsprojekte Platz finden.

Wie unterscheiden sich deutscher und amerikanischer Lebenslauf (Resume)?

Die wichtigsten Merkmale des echten amerikanischen Lebenslaufs sind:

  • Verfassen Sie eine Bewerbung ohne Foto. beizufügen. In den USA wird großer Wert auf Chancengleichheit gelegt. Als Antidiskriminierungsmaßnahme wird auf Bilder verzichtet.
  • Keine Angaben zum Alter, Geschlecht, Familienstand oder zur Religion. Demselben Prinzip folgt das Auslassen persönlicher Daten. Anonyme Bewerbungen sind also im Vergleich zu Deutschland Standard.
  • Geben Sie Referenzen an. Besorgen Sie sich für Ihren amerikanischen Lebenslauf mindestens zwei Referenzen. Die sind für die Bewerbung in die USA immer von Bedeutung, da es Arbeitszeugnisse wie hierzulande nicht gibt. Wichtig daher, dass Ihre Referenzgeber zu Ihren Leistungen Rede und Antwort stehen können und wollen. Sie sollten daher (mit Einwilligung) entsprechende Kontaktdaten veröffentlichen. Mehr dazu erfahren Sie hier.
  • Lassen Sie die Unterschrift weg. Als Zeichen der Aktualität und Korrektheit der Angaben wird in Deutschland der Lebenslauf immer unterschrieben. Nicht so bei einem amerikanischen Lebenslauf in Form eines Resumes: Das wird weder mit einem Datum versehen noch unterschrieben.

Wie wird ein Resume in den USA aufgebaut?

Zunächst ein Hinweis zu den Begrifflichkeiten: Betitelt wird der amerikanische Lebenslauf entweder mit Resume/Résumé oder Personal Resume. Falls Sie allerdings Platzprobleme bekommen, können Sie auch direkt mit den Personal Details beginnen, dem ersten Punkt der nachfolgend erläuterten Struktur:

  • Personal Details

    Hier geht es um Ihre Kontaktdaten, also: Name, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Falls Sie einen Blog oder eine Webseite haben, die für den Job von Interesse sein könnten, sollten Sie diese ebenfalls aufführen. Achten Sie bitte darauf, Ihren Namen in der ersten Zeile und die restlichen Daten darunter einzutragen, alle Umlaute auszuschreiben und den Buchstaben ß gegebenenfalls in Doppel-s aufzulösen.

  • Summary/Personal Profile

    Dieser Punkt ist optional. Hier beschreiben Sie sich und Ihre Persönlichkeit in zwei bis drei knappen Sätzen: Was zeichnet Sie aus und qualifiziert Sie für den Job? Halten Sie es kurz, denn Sie haben nur eine Seite Platz.

  • Objective

    Hier formulieren Sie Ihr Berufsziel: Auf welche Stelle bewerben Sie sich mit diesem amerikanischen Lebenslauf?

  • Professional/Work Experience

    Dieser Punkt entspricht dem Punkt Beruflicher Werdegang im deutschen Lebenslauf. Führen Sie hier die wichtigsten Stationen auf, die zum anvisierten Job passen. Eine vollständige Beschreibung enthält den jeweiligen Jobtitel, die Beschäftigungsdauer, das Unternehmen und Ihre Verantwortlichkeiten. Dabei geht es nicht nur um eine reine Auflistung, sondern kurze Erläuterung von Tätigkeiten, besonderen Projekten oder auch Stärken. Achten Sie auf Keywords.

  • Education

    Hier wird in anti-chronologischer Reihenfolge Ihr Bildungsweg aufgeführt, also Schul- und Berufsschulabschlüsse sowie akademische Grade oder Titel. Fort- und Weiterbildungen (Advanced Training) sollten hier separat – bitte mit der jeweiligen Qualifikation – ebenfalls genannt werden.

  • Skills

    An dieser Stelle können Sie weitere Fähigkeiten wie beispielsweise Sprachkenntnisse oder besondere Fähigkeiten im IT-Bereich aufzählen. Können Sie herausragende Leistungen in einem Gebiet vorweisen oder ist das von besonderer Bedeutung für den Job, dann sollten Sie auch die Note mit aufführen.

  • Activities/Engagement

    Um sich vom Bewerber wenigstens ein grobes Bild machen zu können, gibt der amerikanische Lebenslauf Ihnen an dieser Stelle die Möglichkeit, besondere Interessen, Ehrenämter und Hobbys aufzuführen. Achten Sie allerdings darauf, dass diese in irgendeiner Form für den Job bedeutsam sind und idealerweise Ihre Teamfähigkeit oder Führungsqualitäten herausstreichen.

Für den amerikanischen Lebenslauf – das Resume – gilt gleichermaßen wie für den deutschen: Packen Sie nur die Informationen hinein, die Sie wirklich brauchen und die für die ausgeschriebene Stelle von Bedeutung sind. Alles andere ist überflüssiger Ballast und sprengt den vorgegebenen Rahmen von einer Din-A-4-Seite.

Damit ist auch klar, dass das Resume jedes Mal individuell auf die jeweilige Position zugeschnitten wird. Alles andere würde den Eindruck einer Massenbewerbung erwecken und Ihre Bewerbung direkt ins Aus befördern. Wenn Sie diese Punkte beachtet haben, müssen Sie Ihr Resume nur noch von einer anderen Person gegenlesen und auf Fehler kontrollieren lassen.

Ist soweit alles korrekt, können Sie Ihre Bewerbung per Mail verschicken. Hier noch zwei wichtige Tipps dafür:

  • Geben Sie Ihrem Dokumenten nachvollziehbare Namen.

    Manchmal werden in der Stellenausschreibung Angaben dazu gemacht, wie ein Dokument zu benennen ist. Fehlen solche Angaben, sollten Sie leicht identifizierbare Angaben zur Benennung Ihrer Dateien wählen: Ihren Namen, Jobtitel, gegebenenfalls eine Referenznummer und schließlich „Resume“: Max-Mustermann-SAP-Consultant-Resume.pdf oder sabine-musterfrau-HR-Manager-Resume.docx.

  • Benutzen Sie eine seriöse E-Mailadresse.

    Ein Fauxpas wäre eine E-Mailadresse aus Schultagen, die einen unseriösen Eindruck hinterlässt, etwa: partymaus1996@provider.com. Wählen Sie stattdessen eine Adresse, die nach folgendem Muster aufgebaut ist: Vorname.Nachname@provider.com.

Die wichtigsten Begriffe und ihre Bedeutung

Dadurch, dass beim amerikanischen Lebenslauf alles recht kompakt gestaltet ist, haben Sie wenig Möglichkeiten für detaillierte Beschreibungen. Um dennoch alles Wichtige zu vermitteln, sind Keywords – Schlagwörter – entscheidend. Das strahlt nicht nur Selbstbewusstsein und Tatendrang aus, sondern zeigt, dass Sie sich mit den gesuchten Anforderungen auseinandergesetzt haben.

Zum besseren Verständnis haben wir nachfolgend die wichtigsten Begriffe aus dem amerikanischen Lebenslauf mit ihren deutschen Entsprechungen aufgelistet:

Deutsch – Englisch

  • Anschreiben – Cover Letter
  • Bewerbung – Job Application
  • Lebenslauf – Resume/Curriculum Vitae
  • Personendaten – Personal Details
  • Karriereziel – Career Objective
  • Persönliches Profil – Personal Profile
  • Werdegang – Professional/Work Experience
  • Akademische Bildung – Academic Education
  • Fachausbildung – Professional Training
  • Hobbys/Ehrenamt – Activities/Engagement
  • Referenzen – References
  • Arbeitgeber – Employer
  • Arbeitnehmer – Employee
  • Unternehmen – Company
  • Beschäftigungszeit – Period of Employment


[Bildnachweis: Production Perig by Shutterstock.com]
26. März 2020 Karrierefragen Redaktion Icon Autor: Karrierefragen Redaktion

Die Redaktion der Karrierefragen besteht aus ausgewiesenen Job- und Karriereexperten mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung. Sie sind zudem regelmäßige Autoren der Schwesterseite Karrierebibel.de mit mehr als 4 Millionen Lesern im Monat.

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