Wie erstelle ich eine Bewerbungshomepage?

Wer sich von Mitbewerbern abheben will, wird kreativ – zum Beispiel mit der eigenen Bewerbungshomepage. Zwar kann sie die direkte und individuelle Ansprache eines Unternehmens nicht ersetzen; aber sie kann die Chancen auf eine Einladung zum Bewerbungsgespräch deutlich erhöhen: Im Gegensatz zur klassischen Bewerbung gibt es auf der Bewerbungshomepage genügend Raum, um die eigene Arbeit, Leistungen und Fähigkeiten ausführlich vorzustellen…

Wie erstelle ich eine Bewerbungshomepage?

Für wen ist eine Bewerbungshomepage sinnvoll?

Generell ist eine Bewerbungshomepage für alle Branchen interessant, in denen eine Demonstration des eigenen Könnens gefragt ist. Sie können die Website nicht nur nutzen, um Ihr Wissen in Sachen Websiteentwicklung und -gestaltung unter Beweis zu stellen, sondern auch, um Kenntnisse zu belegen, die Sie für die ausgeschriebene Stelle benötigen. Damit passt die eigene Homepage unter anderem gut zu folgenden Berufsfeldern:

  • IT
  • Journalismus
  • PR / Marketing
  • Design
  • Fotografie
  • Architektur

Sind Sie beispielsweise in der IT-Branche tätig, kann die Website selbst als Referenz dienen, um Programmierkenntnisse nachzuweisen. Als Grafikdesigner können Sie mit verschiedenen Arbeitsproben einen Vorgeschmack auf Fähigkeiten und Stil geben. Für Berufseinsteiger eignet sich die Bewerbungshomepage, um Internet-Kenntnisse anschaulich darzustellen und sich von anderen Bewerbern abzugrenzen. Außerdem ist die Bewerbungshomepage eine gute Möglichkeit, Ihre klassischen Bewerbungsunterlagen zu verschlanken. Statt zahlreiche Anhänge in die Bewerbung zu packen, genügt der Link zu Ihrer Website.

Wie gehe ich vor, wenn ich eine Website erstellen will?

Die eigene, individuelle Website – das kann nach einer großen Herausforderung klingen. Allerdings ist das Erstellen von Websites heute viel einfacher als vor einigen Jahren und mittlerweile auch ohne große Vorkenntnisse möglich. Wichtig ist, sich vorab ein paar Gedanken zu machen und strukturiert vorzugehen. Folgende Schritte sind nötig:

1. Wählen Sie einen Namen für Ihre Website

Zunächst sollten Sie überlegen, unter welchem Namen Ihre Bewerbungshomepage erreichbar sein soll. Am besten ist es, einfach den eigenen Namen zu wählen – besonders kreative Versuche oder Fantasienamen wirken schnell unseriös. Außerdem erleichtern Sie potentiellen Arbeitgebern die Zuordnung, wenn Ihre Website auch Ihren Namen trägt. Falls Sie einen Namen haben, den es häufig gibt, kann es allerdings sein, dass die Wunschadresse schon vergeben ist.

Aber es gibt Alternativen: Statt lisa-mueller.de können Sie zum Beispiel Ihren Beruf mit in die Adresse aufnehmen: lisa-mueller-webdesign.de. Damit der Name nicht unnötig lang wird, haben Sie außerdem die Möglichkeit, die Top-Level-Domain zu verändern. Die Top-Level-Domain ist der Teil der Internetadresse, der rechts neben dem letzten Punkt steht. In lisa-mueller.de ist es also „de“. Außer .de gibt es lokale Domain-Endungen, die auf den ersten Blick sichtbar machen, wo Sie zu finden sind: lisa-mueller.berlin. Neben .berlin gibt es in Deutschland bisher .hamburg, .koeln, .bayern, .nrw, .saarland und .ruhr.

Außerdem gibt es Domain-Endungen, die bestimmten Berufen und Branchen zugeordnet sind. Designer können sich beispielsweise für .design entscheiden – wie in lisa-mueller.design; für Fotographen ist möglicherweise die Endung .photo interessant – lisa-mueller.photo. Insgesamt ist die Auswahl wirklich groß. Einen Überblick bekommen Sie auf den Seiten der Domain-Anbieter.

2. Stellen Sie relevante Inhalte zusammen

Bei den Inhalten für Ihre Bewerbungshomepage können Sie sich an der klassischen Bewerbungsmappe orientieren. Folgendes sollte nicht fehlen:

Startseite
Die Startseite ist mit dem Deckblatt einer Bewerbungsmappe vergleichbar. Hier sollten Ihre persönlichen Daten, ein Foto sowie eine kurze Begrüßung nicht fehlen.

Lebenslauf
Wie auch in der klassischen Bewerbung, sollte Ihr Lebenslauf Ihren beruflichen Werdegang, Aus- und Weiterbildungen, Kompetenzen im Bereich der Hard und Soft Skills sowie Sprachkenntnisse enthalten.

Kurzprofil
Mit einem Kurzprofil haben Sie die Möglichkeit, sich genauer vorzustellen und auf Ihre persönlichen Stärken einzugehen. Im Gegensatz zur klassischen Bewerbung müssen Sie darauf achten, dass Ihr Kurzprofil so konkret wie möglich, aber so allgemein wie nötig ist. Schließlich erstellen Sie nicht mit jeder neuen Bewerbung auch eine neue Homepage.

Arbeitsproben
Arbeitsproben machen den Wert Ihrer Bewerbungshomepage aus. Im Gegensatz zur klassischen Bewerbung können Sie hier Kostproben Ihrer Arbeit abgeben, ohne die Speicherkapazitäten von E-Mail-Programmen zu sprengen. Übrigens: Auch, wenn Sie noch ganz am Anfang stehen, können Sie mit Arbeitsproben punkten. Dazu können Sie sich ein fiktives Projekt überlegen, mit dem Personalverantwortliche einen guten Eindruck von Ihrer Qualifikation bekommen.

Downloadbereich
Stellen Sie hier alle Dokumente zusammen, die in der klassischen Bewerbung als PDF-Anhang zur Verfügung stehen. Für Personalverantwortliche ist es ansonsten mühsam, wenn sie sämtliche Inhalte erst von den verschiedenen Unterseiten Ihrer Homepage zusammenkopieren müssen. Ein Bonuspunkt ist es, die Inhalte zusätzlich gesammelt in einem PDF anzubieten. Sollte ein Personalverantwortlicher alle Dokumente benötigen, ist nur ein einziger Klick zum Herunterladen nötig.

Extras
Natürlich können Sie Ihre Homepage um weitere Inhalte ergänzen. Wenn Sie in beruflichen Netzwerken aktiv sind, sind beispielsweise Verweise auf Ihre Profile bei Xing oder LinkedIn denkbar, oder auch Auskünfte über besondere Fort- und Weiterbildungen.

3. Überlegen Sie sich eine logische Struktur

Der Aufbau Ihrer Bewerbungshomepage sollte der klassischen Bewerbungsmappe ähneln. Achten Sie darauf, Ihre Website nicht mit unnötigen Elementen zu überladen und folgen Sie einer einfachen und klaren Struktur. Ein zu verschachtelter Aufbau kann für Ihre Besucher verwirrend sein und schlimmstenfalls dazu führen, dass sie die Website genervt wieder verlassen. Je nach Umfang ist es hilfreich, die Seite vor dem eigentlichen Erstellen einmal aufzuzeichnen. So stellen Sie leicht fest, ob alle nötigen Informationen vorhanden und einfach zu finden sind – und im Zweifel können Sie ohne Probleme Anpassungen vornehmen.

4. Erstellen Sie Ihre Website

Sie haben einen Namen für Ihre Website gefunden, alle wichtigen Informationen zusammengetragen und eine logische Struktur festgelegt. Jetzt geht es an das Erstellen Ihres Internetauftritts. Dafür haben Sie verschiedene Möglichkeiten:

Die einfache Variante: Homepage-Baukasten
Der Homepage-Baukasten ist die einfachste Möglichkeit, eine Website zu erstellen. Den Vorgang können Sie sich ähnlich vorstellen wie das Anlegen eines Facebook-Profils – das heißt, von jeglicher Technik bleiben Sie verschont. Stattdessen ist alles, was Sie benötigen, praktisch in einem Paket zusammengeschnürt. Sie entscheiden sich zunächst für ein Grunddesgin, das Ihnen gefällt, und bestücken es anschließend mit eigenen Inhalten. Homepage-Baukästen eigenen sich in der Regel gut für Bewerbungshomepages, weil diese nicht so umfangreich sind. Bekannte Anbieter von Homepage-Baukästen sind Weebly und Jimdo, aber auch Strato oder Ionos bieten diese Systeme an.

Die mittelschwere Variante: Content-Management-System
Ein Content-Management-System – oder kurz: CMS – ist ein Redaktionssystem für Websites. Auch hier stehen verschiedene Design-Vorlagen zur Verfügung, die Sie anschließend mit Ihren Texten und Bildern füllen können. Sollte bei der Darstellung allerdings etwas nicht Ihren Vorstellungen entsprechen, müssen Sie sich mit Programmierung auseinandersetzen. Für Unerfahrene ist WordPress die erste Wahl, weil es vergleichsweise einfach zu handhaben ist – aber auch Joomla! ist für Einsteiger geeignet. Typo3 spricht dagegen eher Nutzer an, die Lust haben, viel Neues zu lernen.

Die schwere Variante: selbst programmieren
Selbst Programmieren ist die Königsdisziplin beim Erstellen von Websites, weil hierfür umfangreiche Programmierkenntnisse notwendig sind. Allerdings dürfte diese Vorgehensweise sowieso nur für Web-Entwickler interessant sein, die die selbst erstellte Homepage gleichzeitig als Arbeitsprobe nutzen können.

5. Machen Sie Ihre Website anderen zugänglich

Um Ihre Website veröffentlichen zu können, müssen Sie sich außerdem um das Webhosting kümmern. Der Begriff bezeichnet das Bereitstellen von Speicherplatz im Internet, in den Sie Ihre Website laden können, um Sie im Internet zu präsentieren. Wenn Sie Ihre Bewerbungshomepage mit einem Baukasten erstellen, ist das Hosting bereits dabei. Ansonsten können Sie zwischen verschiedenen Paketen wählen, die jeweils unterschiedlich viel Speicherplatz mitbringen. Wie viel Speicherplatz Sie benötigen, hängt von Ihrer Website ab. Eine Website mit Fotos und Videos benötigt mehr Speicherplatz als eine Website, die nur Text enthält.

6. Vergessen Sie die Sicherheit nicht

Auf einer Bewerbungshomepage befinden sich viele persönliche Informationen. Wer Ihre Website besucht, erfährt nicht nur Details über Ihren beruflichen Werdegang, sondern gelangt auch an Kontaktinformationen, die Sie sonst nicht unbedingt frei ins Internet stellen würden. Wenn Sie also Ihre Telefonnummer nicht irgendwo im Netz wiederfinden wollen, sollten Sie Ihre Bewerbungshomepage mit einem Passwort schützen. Das Passwort können Sie einfach in Ihrer ersten E-Mail an den Personalverantwortlichen schicken.
Was sind die Vor- und Nachteile der Bewerbungshomepage?

Nicht für alle Branchen ist die Bewerbungshomepage als Ergänzung zur klassischen Bewerbung geeignet – aber gerade in Berufen, in denen Arbeitsproben gefragt sind, können Sie sich mit der eigenen Website den entscheidenden Vorsprung verschaffen. Hier sind die Vor- und Nachteile der Bewerbungshomepage zusammengefasst:

Vorteile

  • Mit einer Bewerbungshomepage heben Sie sich von der Masse ab. Obwohl mittlerweile auch Laien Websites erstellen können, verschickt die Mehrheit der Bewerber ausschließlich klassische Bewerbungen.
  • Viele Personalverantwortliche informieren sich im Internet über ihre Kandidaten. Mit der eigenen Website können Sie sich ins rechte Licht rücken.
  • Die Bewerbungshomepage bietet ausreichend Platz für aussagekräftige Unterlagen, die die Chancen auf Ihren Wunschjob erhöhen.
  • Mit einer eigenen Website beweisen Sie IT-Kenntnisse und Internetaffinität.

Nachteile

  • Eine eigene Website zu erstellen kostet Zeit und oft auch Geld. Daher sollten Sie abwägen, ob eine Bewerbungshomepage in Ihrer Branche wirklich nützt.
  • Eine Bewerbungshomepage ist allgemein und spricht kein Unternehmen direkt an. Deshalb kann sie die klassische Bewerbungsmappe ergänzen, ein auf das jeweilige Unternehmen zugeschnittene Anschreiben aber nicht ersetzen.
  • Beim Erstellen können sich Fehler einschleichen, die die Website ungepflegt oder unseriös erscheinen lassen. Deshalb ist Sorgfalt notwendig.

Der Mehrwert zählt

Obwohl immer mehr Menschen mit dem Internet aufwachsen, wird die Bewerbungshomepage selten zur Jobsuche genutzt. Mit überzeugenden Inhalten und einer passenden Struktur kann sie allerdings das entscheidende Instrument sein, um bei der Bewerbung die Nase vorn zu haben.

Über die Autorin
Ann-Kathrin Gräfe studierte Anglistik und Literaturwissenschaften und landete anschließend beim Thema Internet: Sie arbeitet bei dotBerlin, der Betreiberin der Top-Level-Domain .berlin, die seit 2014 gemeinsam mit über 1.000 weiteren Domain-Endungen das Internet bereichert. Regelmäßig schreibt sie Fachbeiträge rund um Internetadressen und Websitegestaltung.

[Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]
28. September 2020 Karrierefragen Redaktion Icon Autor: Karrierefragen Redaktion

Die Redaktion der Karrierefragen besteht aus ausgewiesenen Job- und Karriereexperten mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung. Sie sind zudem regelmäßige Autoren der Schwesterseite Karrierebibel.de mit mehr als 4 Millionen Lesern im Monat.

Ebenfalls interessant:
Weiter zur Startseite