Wie gelingt ein berufsbegleitendes Studium?

Ein berufsbegleitendes Studium ist mit den unterschiedlichsten Abschlüssen und in den verschiedensten Fachbereichen durchführbar. Ob MBA, Bachelor oder Master – Sie haben die Wahl. Besonders beliebte Angebote sind unter anderem Studiengänge im Bereich Management, Betriebswirtschaft, Medien, IT-Management und Technik. Aber auch Sprachwissenschaften, Psychologie oder Ingenieurswesen bringen Sie beruflich weiter…

Wie gelingt ein berufsbegleitendes Studium?

Was sind die Voraussetzungen für ein berufsbegleitendes Studium?

Die Zahl der Menschen, die sich dafür entscheidet, ein berufsbegleitendes Studium zu absolvieren, steigt stetig an. Immer mehr Arbeitnehmer haben es sich zum Ziel gesetzt, sich höher zu qualifizieren oder sich beruflich neu zu orientieren.

Job und berufsbegleitendes Studium miteinander zu verbinden, ist allerdings nicht immer ganz einfach. Ein Tag hat nur 24 Stunden. Und die wollen gut geplant sein. Nicht nur die berufliche Tätigkeit sowie die studienbezogenen Aktivitäten müssen organisiert werden, sondern auch das Familienleben und die Freizeitgestaltung dürfen nicht auf der Strecke bleiben.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Chancen, ein berufsbegleitendes Studium erfolgreich zum Abschluss zu bringen, sinken, sobald beim Studierenden das Gefühl entsteht, Familie und Freizeit werden vernachlässigt.

Daher ist es wichtig, von Anfang an dafür zu sorgen, dass genau das nicht passiert. Gut organisiert und vorausschauend geplant kann ein berufsbegleitendes Studium hingegen zu einer echten Bereicherung werden – ein erfolgreicher Studienabschluss und vielversprechende Zukunftsaussichten inklusive.

Was muss ich beim berufsbegleitenden Studium beachten?

  • In erster Linie kommt es auf die richtige Vorbereitung an. Wer unbedarft und spontan ein berufsbegleitendes Studium beginnt, muss sich nicht wundern, wenn er über kurz oder lang ins Straucheln gerät oder wenn das Weiterbildungsprojekt gar zu scheitern droht. Bereiten Sie sich deshalb unbedingt gut vor.
  • Sie haben die Möglichkeit, Ihr berufsbegleitendes Studium an privaten Hochschulen, Fernhochschulen oder Akademien zu absolvieren. Wenn Sie sich nicht ganz sicher sind, welche Variante für Sie die am besten geeignete ist, nehmen Sie sich die Zeit, um eine Studienberatung in Anspruch zu nehmen.
  • Wählen Sie den Studiengang aus, der am besten zu Ihrer Lebensweise passt, am ehesten Ihren Interessen entspricht und der Sie beruflich wirklich weiter bringt. Dann stehen die Chancen gut, dass Sie Ihr berufsbegleitendes Studium erfolgreich abschließen. So ist es beispielsweise für die Assistentin der Geschäftsführung nicht von Vorteil, wenn sie sich für ein berufsbegleitendes Studium im Bereich Ingenieurswesen oder Physik entscheidet. Kaufmännische Angebote oder Studiengänge im Bereich Management oder Psychologie erweisen sich da als deutlich besser geeignet.
  • Beginnen Sie mit den Vorbereitungen für Ihr berufsbegleitendes Studium etwa zwei bis drei Monate vor der ersten Vorlesung. Versuchen Sie, ihr bereits vorhandenes Wissen aufzufrischen und informieren Sie sich außerdem darüber, welche Skills darüber hinaus von Ihnen gefordert werden.
  • Konzentrieren Sie sich vorab auch im beruflichen Alltag so gut es geht auf ihr berufsbegleitendes Studium. So empfiehlt es sich, bestimmte Arbeiten schon im Voraus zu erledigen oder spezifische Projekte in die Wege zu leiten, Aufgaben zu delegieren oder neu zu strukturieren, um Zeit zu sparen. Je weniger Chaos auf Ihrem Schreibtisch herrscht, desto leichter wird es sein, Ihr berufsbegleitendes Studium in Angriff zu nehmen.

    Berücksichtigen Sie, dass vor allem die Anfangsphase des Studiums vollgepackt mit jeder Menge Input und vielen Herausforderungen gepflastert sein wird. Um einer möglichen Überforderung vorzubeugen, sollten Sie Ihr berufsbegleitendes Studium sinnvollerweise erst beginnen, wenn Sie in ihrem beruflichen Alltag nicht zu stark gestresst sind.

  • Zeitliche Effizienz im Job und eine gute Planung der Anfangsphase Ihres Studiums auf der einen Seite, ein adäquater Ausgleich zu Beruf und Studium andererseits: Achten Sie darauf, kleine Ruhe-Inseln in Ihren Alltag zu integrieren. Lassen Sie die Seele baumeln und bauen Sie Stress ab, wann immer es geht. Sport ist ebenfalls ein toller Ausgleich zu der neuen Lebenssituation. Regelmäßige Bewegung pusht den Stoffwechsel und fördert die Hirnleistung. Insofern profitieren Sie mit dem Sport sogar davon, dass Sie die Studieninhalte leichter verinnerlichen und besser in Ihrem Gedächtnis abspeichern können.
  • Tauschen Sie sich mit Gleichgesinnten aus und lassen Sie sich von anderen Studierenden, die bereits länger am Ball sind, beraten. Das motiviert und spornt zusätzlich an.
  • Einige Bildungsinstitute bieten Probe-Studiengänge an, in denen Sie innerhalb von vier oder acht Wochen herausfinden können, ob der betreffende Studiengang wirklich der richtige für Sie ist. Nutzen Sie diese Chance und sparen Sie dadurch Zeit, Geld – und auch Nerven. Wenn sich herausstellt, dass Sie sich möglicherweise für einen unpassendes Angebot entschieden haben, können Sie den Probestudiengang rasch beenden. Anders sieht es hingegen aus, wenn Sie Ihr berufsbegleitendes Studium unvorbereitet angehen.

Wie wird der zeitliche Ablauf strukturiert?

Es kommt auf das richtige Timing an. So auch mit Blick auf Ihr berufsbegleitendes Studium.

Überlegen Sie sich einen Zeitplan, der optimal auf Ihre Lebenssituation zugeschnitten ist.

  • Sind Sie beispielsweise eher ein Morgenmuffel und brauchen eine gewisse Vorlaufzeit, ehe Sie aufnahmefähig für den Lernstoff sind?
  • Oder gehören Sie zu den Frühaufstehern?

Vielen Studierenden, die schon morgens gut gelaunt den Tag beginnen gelingt es, bereits vor der Arbeit eine oder zwei Stunden für ihr berufsbegleitendes Studium zu lernen. Anderen hingegen fällt es leichter, sich nach Feierabend zum Pauken noch ins Homeoffice zu begeben.

  • An welchen Tagen möchten Sie sich mit Ihrem Studium befassen?
  • Werktags oder an den Wochenenden?
  • Oder beides?

Legen Sie ein Zeitfenster fest, um einen ersten Überblick zu bekommen.

Wichtig ist, dass Sie sich bereits vor Beginn Ihres Studiums eine gewisse diesbezügliche Struktur zurechtlegen. Am besten, Sie erstellen einen Terminplan und versuchen, sich strikt daran zu halten – so lange Ihr berufsbegleitendes Studium dauert.

Sicherlich mag es in den ersten Tagen, Wochen oder Monaten noch schwierig sein, der zuvor festgelegten Planung tatsächlich zu folgen. Wenn Sie hierbei aber diszipliniert vorgehen, werden Sie Ihre Arbeits- und Lernzeiten schon sehr bald verinnerlicht haben. Routinen helfen Ihnen dabei, Stress zu bewältigen und dazu beizutragen, dass Hektik, Zeitmangel und damit einhergehender Frust gar nicht erst entstehen.

Muss ich den Chef über mein berufsbegleitendes Studium informieren?

Generell müssen Sie keine Meldepflicht gegenüber Ihrem Arbeitgeber beachten, wenn Sie ein berufsbegleitendes Studium absolvieren.

Die Erfahrung hat aber gezeigt, dass es für Studierende hilfreich ist, Vorgesetzte darüber in Kenntnis zu setzen. So können Sie unter anderem damit argumentieren, dass das Unternehmen von Ihren neu erworbenen Skills und Qualifikationen profitieren wird.

Oftmals sichern Arbeitgeber sogar ihre Unterstützung zu. Das kann insbesondere dann von Vorteil sein, wenn Sie kurz vor einer Klausur stehen und einen zeitlichen Engpass überbrücken wollen.

Wenn Sie die Möglichkeit haben, bei Bedarf früher Feierabend machen zu können oder flexiblere Arbeitszeiten bekommen, kann das die Studienzeit außerdem ungemein erleichtern. Natürlich dürfen Ihre Motivation sowie die Qualität Ihrer Arbeit nicht durch das Studium in Mitleidenschaft gezogen werden.


Extra-Tipp

Sie möchten sich noch intensiver um Ihr berufsbegleitendes Studium kümmern und liebäugeln mit dem Gedanken, langfristig den Arbeitsplatz zu wechseln? Dann könnte es hilfreich sein, Ihren Job auf Teilzeit umzustellen.

Eine solche Maßnahme ist natürlich nur dann sinnvoll, wenn die finanziellen Rahmenbedingungen entsprechend gegeben sind.

Wie kann ich das berufsbegleitende Studium finanzieren?

Ein berufsbegleitendes Studium kostet Geld. Dabei ist nicht nur von den allgemeinen Studiengebühren die Rede, welche je nach Bildungseinrichtung unterschiedlich hoch sein können:

  • Prüfungsgebühren
  • Lernmaterialien
  • Fahrten zu Lerngruppen sowie
  • Reisekosten zu Seminaren

…müssen ebenfalls hinzu gerechnet werden.

Informieren Sie sich deshalb noch vor der Anmeldung zu Ihrem Wunsch-Studiengang, damit es später kein böses Erwachen gibt.

Denken Sie daran, dass ein berufsbegleitendes Studium meist mehr Zeit in Anspruch nimmt, als Vollzeitstudiengänge. Je länger Sie für Ihr Studium brauchen, desto kostspieliger wird es. Andererseits haben Sie unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, die Studienkosten im Rahmen Ihrer Einkommenssteuererklärung geltend zu machen. Lassen Sie sich dazu am besten vom Steuerberater oder von der Lohnsteuerhilfe Ihres Vertrauens beraten.

Mitunter werden für Fern- oder Abendstudien Stipendium vergeben. Informieren Sie sich beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), ob es für Ihr angedachtes berufsbegleitendes Studium ebenfalls eine solche Fördermöglichkeit gibt.


Extra-Tipp

Wer ein berufsbegleitendes Studium absolviert, zuvor eine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat und noch dazu eine zweijährige Berufserfahrung vorweisen kann, hat gegebenenfalls die Chance, ein so genanntes Aufstiegsstipendium in Anspruch zu nehmen. Auch das wird vom BMBF vergeben. Mit etwas Glück erhalten Sie damit einen jährlichen Zuschuss zu Ihren Studiengebühren.

Finanzieller Druck, der insbesondere auch durch im Vorfeld falsch kalkulierte die Studienkosten entstehen kann, wirkt sich mitunter negativ auf die Motivation und die Lernbereitschaft Studierender aus. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich schon vor Ihrem Studium einen Überblick über die zu erwartenden Kosten verschaffen.

Stipendien, aber auch Bildungsschecks und andere Fördermöglichkeiten können den Finanzdruck deutlich lindern. In einigen Bundesländern gibt es spezifische Fördermittel, die möglicherweise auch für Ihr berufsbegleitendes Studium in Frage kommen. Notfalls hilft Ihnen ein Studienkredit weiter, wie zum Beispiel ein Darlehen von der staatlich geförderten KfW Bank.

Ganz gleich, ob Sie ein Teil- oder Vollzeitstudium neben Ihrem Beruf absolvieren möchten: Seien Sie sich der Tatsache bewusst, dass ein berufsbegleitendes Studium sehr Kräfte zehrend und anstrengend sein kann.

Nicht nur in der Anfangsphase, sondern auch in Klausurphasen sowie gerade dann, wenn Prüfungen anstehen. Ehrgeiz, Motivation und Durchhaltevermögen sind deshalb Ihre perfekten Begleiter.

Darüber hinaus muss auch das Zeitmanagement stimmen. Schon vor der Entscheidung für ein berufsbegleitendes Studium sollten Sie allerdings herausfinden, ob Sie die finanziellen Gegebenheiten meistern und ob möglicherweise Fördermöglichkeiten für Sie drin sind. Nicht zuletzt kommt es auf Ihr soziales Umfeld an.

Haben Sie dort den nötigen Rückhalt und das erforderliche Verständnis, das Sie sicher brauchen werden, wenn Sie für Ihr berufsbegleitendes Studium lernen wollen?

Auch sofern Sie die Kinderbetreuung oder die Pflege nahestehender Angehöriger zeitlich so organisieren können, dass genügend Raum zum Lernen bleibt, ist eine weitere Hürde erfolgreich gemeistert. Damit folglich Ihr berufsbegleitendes Studium gelingen kann, spielen alles in allem mehrere Faktoren eine Rolle. Schaffen Sie daher die idealen Rahmenbedingungen, um stress- und frustfrei sowie erfolgreich neben dem Job studieren zu können.

[Bildnachweis: MakeStory Studio by Shutterstock.com]
15. Januar 2020 Karrierefragen Redaktion Icon Autor: Karrierefragen Redaktion

Die Redaktion der Karrierefragen besteht aus ausgewiesenen Job- und Karriereexperten mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung. Sie sind zudem regelmäßige Autoren der Schwesterseite Karrierebibel.de mit mehr als 4 Millionen Lesern im Monat.

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