Welche Stipendien gibt es?

Vorlesungen, Prüfungen, Seminararbeiten: Die To-Do-Liste im Studium ist lang. Wer nebenbei noch arbeiten muss, hat eine Menge zu tun. Der Abschluss des Studiums kann sich so um einiges verzögern. Ein Stipendium hilft dabei, sich voll und ganz auf die Uni zu konzentrieren, ohne sich Sorgen um die Finanzierung machen zu müssen. Für den Erhalt eines Stipendiums muss man nicht mal ein Überflieger sein: Es gibt zahlreiche spezialisierte Fördermöglichkeiten – ob für Studenten mit Kindern, Menschen auf dem zweiten Bildungsweg oder Arbeiterkinder. Eine Übersicht über interessante und gut bezahlte Stipendien

Welche Stipendien gibt es?

Was ist ein Stipendium und wie bekomme ich eines?

Stipendien dienen der finanziellen Förderung von Schülern, Studenten, Jungwissenschaftlern aber auch Künstlern und Sportlern. Der Begriff „Stipendium“ bedeutet soviel wie „Zahlung eines Betrages, Sold, Löhnung“ und geht auf das 16. Jahrhundert zurück.

Heute stellt das Stipendium ein wesentliches Element der Begabtenförderung dar. Empfängern von Stipendien wird ihre Ausbildung erleichtert und sie können ihre Studienmittel kaufen, die Studiengebühren bezahlen sowie die Lebenshaltungskosten decken.

Die Auszahlung erfolgt entweder einmalig oder einmal im Monat. Neben Stipendien in Form von monetärer Leistung gibt es auch Förderungen in Form von ideeller Leistung wie zum Beispiel durch Seminare oder Mentorenprogramme.

Was kaum jemand weiß: In Deutschland gibt es mehr als 2300 Stipendiengeber.

Mit ihrer Hilfe können Studenten bis zu 1035 Euro pro Monat erhalten und müssen davon nichts zurückzahlen. Das Beste: Bei der Vergabe von Stipendien werden nicht nur Hochbegabte berücksichtigt…

Egal, was Sie studieren und in welchem Studienabschnitt Sie sich gerade befinden – die Stipendien sind breit gefächert. Manche Fördermöglichkeiten unterstützen auch Schüler oder postgraduelle Ausbildungswege. Wichtig ist nur sich genau zu informieren, wer wie gefördert wird.

Wie erhalte ich nun ein solches Stipendium?

In einem ersten Schritt sollten Sie sich überlegen, zu welcher sozialen Gruppe Sie gehören:

  • Haben Sie vielleicht ein Kind?
  • Sind Sie experimenteller Naturwissenschaftler?
  • Oder planen Sie ein besonderes Vorhaben wie einen Auslandsaufenthalt?

All diese Punkte entscheiden darüber, welcher Stipendiengeber für Sie in Frage kommen. Da es eine Vielzahl an Fördermöglichkeiten gibt, unterscheiden sich auch die Voraussetzungen.

Hierzulande ist das Stipendium vor allem durch die 13 staatlichen Begabtenförderungswerke bekannt. Auch das Deutschlandstipendium oder das ERASMUS-Programm ist vielen ein Begriff. Im Folgenden erhälten Sie einen Überblick über die interessantesten Stipendien in Deutschland – mit Link zum Stipendienprogramm oder zur Bewerbungsseite.

Welche Stipendien gibt es in Deutschland?

Die folgende Liste stellt eine rein subjektive Auswahl und kein objeltives Ranking dar.

  • Studienstiftung des deutschen Volkes

    Die Studienstiftung des deutschen Volkes ist das älteste und größte Begabtenförderungswerk Deutschlands. Du kannst dich hier bewerben, wenn du an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule studierst. Außerdem musst du EU-Bürger sein und dauerhaft in Deutschland studieren. Solltest du dich in einem Zweit-oder Aufbaustudium befinden, kommt dieser Stipendiengeber nicht in Frage.

    In der Regel wird man entweder für ein Stipendium vorgeschlagen oder man bewirbt sich selbst. Wer von der Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert wird, erhält eine monatliche Studienkostenpauschale von 300 Euro. Darüber hinaus ist ein Lebenshaltungsstipendium von monatlich bis zu 744 Euro möglich – abhängig von der finanziellen Situation deiner Familie. HIER erhälen Sie weiterführende Informationen zum Ablauf der Bewerbung.

  • Deutschlandstipendium

    Seit 2011 werden Studierende sowie Studienanfängerinnen und Studienanfänger vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Das Ziel des Deutschlandstipendiums ist es, gemeinsam junge Talente zu fördern.

    Geförderte erhalten zunächst einmal 300 Euro pro Monat für ein Jahr, egal ob man Bafög bezieht oder nicht. Im vergangenen Jahr wurden allein 27.200 Studenten mit dem Programm gefördert. Auf Deutschlandstipendium erfähren Sie mehr über diese Förderungsmöglichkeit.

  • Haniel-Stiftung

    Bei diesem Stipendienprogramm ist ein abgeschlossenes Bachelorstudium Voraussetzung. Das Stipendium kommt für all jene in Frage, die den Master machen möchten und sich zusätzlich ein Praktikum in einem Unternehmen organisieren.

    Geförderte erhalten sowohl Geld für das Masterstudium als auch für das Praktikum im Anschluss. Wenn Sie in Europa bleiben, bekommen Sie circa 1200 Euro im Monat, in England und den USA sind es sogar 1500 Euro. HIER können Sie sich genauer informieren.

  • Gerda-Henkel-Stiftung

    Dieses Stipendium ist für Promovenden und Doktoranden der Geisteswissenschaften mit Fokus auf Historischem interessant. 50 Studenten erhalten pro Jahr eine Förderung.

    Wer gefördert wird, bekommt zwei Jahre lang 1.400 Euro im Monat. Solltest du Kinder haben, gibt es sogar einen Kinderzuschuss. HIER erfähren Sie mehr über die Kriterien zur Antragstellung.

  • Promos

    Sie möchten als Praktikant im Ausland arbeiten? Dann ist dieser Stipendiengeber vielleicht interessant für Sie.

    Promos ist ein Programm zur Steigerung der Mobilität von Studierenden deutscher Hochschulen. Ihr Praktikum sollte mindestens sechs Wochen und maximal sechs Monate dauern. Die Höhe der monatlichen Überweisung liegt zwischen 300 und 500 Euro. Zusätzlich gibt es eine Reisekostenpauschale. HIER können Sie sich über dieses Stipendienprogramm schlau machen.

  • Erasmus

    Ein bekanntes Programm zur Finanzierung von Auslandsaufenthalten ist Erasmus. Das Auslandsstudium muss mindestens drei Monate betragen und darf die Dauer von zwölf Monaten nicht überschreiten. Die Förderungshöhe des Erasmus-Stipendiums kann von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich ausfallen. HIER bekommen Sie noch mehr Informationen zu diesem Stipendium.

  • Christine-Nüsslein-Vollhard-Stiftung

    Dieses Programm richtet sich an hervorragende Wissenschaftlerinnen in Fächern der experimentellen Naturwissenschaften oder medizinischen Grundlagenforschung. Der Stipendiengeber stellt finanzielle Mittel für die Kinderbetreuung zur Verfügung, damit genügend Zeit für die wissenschaftliche Arbeit bleibt. Wenn dieses Stipendium für Sie infrage kommt, können Sie sich auf cnv-stiftung weitergehend informieren.

  • MAWISTA

    Für Studierende mit Kind, die ein Auslandssemester in ihr Studium einbinden wollen, lohnt sich eine Bewerbung bei MAWISTA – Krankenversicherung für Alle. Studium, Ausland und Kind stellen eine besondere Herausforderung dar.

    Damit die Vereinbarkeit gewährleistet wird, hat es sich MAWISTA zur Aufgabe gemacht, Studierenden mit Kind zu helfen. Für einen Zeitraum von zwölf Monaten erhält ein Stipendiat 500 Euro im Monat. HIER bekommen Sie viele weitere nützliche Infos zum Stipendium.

  • Lux Like

    Für Studienanfänger ohne akademischen Bildungshintergrund vergibt die Rosa-Luxemburg-Stiftung ein Stipendium in der Höhe von 1035 Euro im Monat.

    Zielgruppe sind explizit junge Menschen, deren Eltern nicht studiert haben und die sich das erste Mal für ein Studium interessieren. Damit wirkt die Stiftung der Chancenungleichheit im deutschen Bildungssystem entgegen. Wenn Sie zu dieser Gruppe gehören, können Sie sich auf rosalux.de tiefergehend informieren.

  • Hans-Böckler-Stiftung

    Für Späteinsteiger und Studierende über den zweiten Bildungsweg fallen viele finanzielle Förderungen aufgrund des höheren Alters weg. Bei der Hans-Böckler-Stiftung spielt das Alter jedoch eine untergeordnete Rolle: Gefördert werden also unter anderem Studierende, die aufgrund ihres Alters keinen BAföG-Anspruch mehr haben.

    Zwar gibt es keine Altersgrenze, allerdings sollten Sie eine Bewerbung jenseits der 35 sehr gut biografisch begründen können. Auf boeckler.de erfahren Sie mehr über das Stipendium.

Wie kann ich mich für ein Stipendium bewerben?

Wenn Sie sich für ein Stipendium bewerben, sollten Sie Ihrem Lebenslauf ein aussagekräftiges Motivationsschreiben beifügen. Dieses Schreiben ist zugleich Herausforderung und Chance.

Zeigen Sie hierbei Persönlichkeit und formulieren Sie nicht einfach nur den Lebenslauf aus. Dies kann den entscheidenden Pluspunkt einbringen, gerade wenn Ihre Noten nicht zur Spitzenklasse gehören.

Schreiben Sie aber nicht nur über sich und Ihre Fähigkeiten, sondern erklären Sie auch, warum Sie sich gerade für diese Stiftung entschieden haben und warum Sie zu ihr passen. Erzählen Sie außerdem von Ihrem persönlichen Engagement.

Geben Sie Nachhilfe? Sind Sie ehrenamtlich tätig oder in einem Sportverein?

All das gehört auch in das Motivationsschreiben. Selbstverständlich sollten Sie auch formale Vorgaben beachten und kein 3-seitiges Essay vorlegen, wenn nur 2000 Zeichen verlangt werden.

Lassen Sie Ihr Motivationsschreiben unbedingt auch nochmal Korrekturlesen, bevor Sie es endgültig abschicken. Manche Stiftungen sind bei Fehlern pingelig.

Welche Termine und Fristen muss ich beachten?

Planen Sie genügend Zeit für die Vorbereitung Ihrer Bewerbung ein. Die Fristen unterscheiden sich je nach Stiftung.

Bei der Studienstiftung des deutschen Volkes werden Vorschläge beispielsweise rund ums Jahr angenommen. Bei der Haniel-Stiftung endet die Frist mit 15. November und die Auswahlgespräche folgen im Februar/März. Informieren Sie sich idealerweise direkt und vorab bei der jeweiligen Stiftung über Termine und Fristen.

[Bildnachweis: Alexander Raths by Shutterstock.com]
9. Januar 2020 Karrierefragen Redaktion Icon Autor: Karrierefragen Redaktion

Die Redaktion der Karrierefragen besteht aus ausgewiesenen Job- und Karriereexperten mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung. Sie sind zudem regelmäßige Autoren der Schwesterseite Karrierebibel.de mit mehr als 4 Millionen Lesern im Monat.

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