Worauf muss ich im Ausbildungszeugnis achten?

Auszubildende, die ihre Ausbildung abgeschlossen haben, haben einen Anspruch auf ein Ausbildungszeugnis. Das aus gutem Grund: Denn mit dem Zeugnis können sie bei einem neuen Arbeitgeber nachweisen, was sie gelernt und wie sie sich dabei angestellt haben. Daher ist es besonders wichtig, auf bestimmte Dinge im Ausbildungszeugnis zu achten, die dem neuen Arbeitgeber einen Eindruck über den Azubi vermitteln können. Doch welche sind das? Wir verraten es hier…

Worauf muss ich im Ausbildungszeugnis achten?

Welche Arten eines Ausbildungszeugnisses gibt es?

Zunächst einmal muss man wissen, dass es zwei verschiedene Arten eines Ausbildungszeugnisses gibt, die beide durchaus ihre Berechtigung haben:

  1. Einfaches Ausbildungszeugnis

    Im einfachen Ausbildungszeugnis werden nur sehr wenige Angaben gemacht. In der Regel erfährt der Leser dort lediglich die Dauer der Ausbildung und die Tätigkeiten, die der Auszubildende dabei ausgeübt hat.

  2. Qualifiziertes Ausbildungszeugnis

    Im qualifizierten Ausbildungszeugnis geht es dagegen schon etwas detaillierter zu. Hier werden Aspekte der Ausbildung und des Verhaltens des Azubis beurteilt. Zwar nicht in Form klassischer Schulnoten, dafür aber mithilfe bestimmter Formulierungen, die mit bestimmten Noten korrespondieren. Vor allem für ungeübte Leser, kann es schwierig sein, eine Bewertung aus den Personaler-Floskeln herauszulesen.

Worauf muss ich bei einem Ausbildungszeugnis achten?

Es gibt einige Dinge, die nicht ins Ausbildungszeugnis gehören. Sollten diese trotzdem im Zeugnis auftauchen, haben Azubis einen Anspruch darauf, dass sie entfernt werden und im Gegenzug ein neues Ausbildungszeugnis ausgestellt wird.

Dazu zählen:

  • Krankheit
  • Verhalten im Privatbereich
  • einmaliges Fehlverhalten
  • Mitgliedschaft in einer Interessenvertretung der Mitarbeiter (Betriebsrat o.ä.)
  • Straftaten, die nicht im Zusammenhang mit der Ausbildung stehen
  • Alkohol- oder Drogenprobleme
  • Das Zeugnis soll zu dem Zweck verfasst sein, dass sich ein zukünftiger Arbeitgeber über die erworbenen Kenntnisse des Azubis ein Bild machen kann. Faktoren, wie die oben aufgezählten, tragen nicht dazu bei und gehören daher nicht in ein Ausbildungszeugnis.

    Das Zeugnis muss nach §109 der Gewerbeordnung wohlwollend formuliert sein. Was das jedoch im konkreten Fall bedeutet, ist immer wieder ein Quell für Unsicherheit auf Seiten der Auszubildenden. Denn im Laufe der Jahre haben sich bestimmte Codes herausgebildet, die Personaler gerne nutzen, um die Fähigkeiten und Kenntnisse von Azubis zu umschreiben.

    Unser Tipp: Schauen Sie sich HIER die verschiedenen Geheimcodes an, die im Arbeitszeugnis auftauchen können. Alternativ können Sie sich HIER mehr als 200 Formulierungen und deren Erklärung ansehen.

    Werden Selbstverständlichkeiten betont?

    Die konkrete Beurteilung eines Arbeitszeugnisses kommt immer auf den Einzelfall an. Azubis sollten allerdings stutzig werden, wenn Selbstverständlichkeiten gesondert erwähnt und damit besonders betont werden.

    Dass Mitarbeiter pünktlich am Arbeitsplatz erscheinen, ist nichts Ungewöhnliches, sondern vollkommen normal. Wird das aber gesondert betont, erhält es dadurch besonderes Gewicht. Geschulte Augen – wie die eines Personalverantwortlichen zum Beispiel – könnten in diesem Fall schnell auf die Idee kommen, dass der Azubi sonst nicht viel vorzuweisen hat.

    Allzu offensichtliche Dinge, die zu jedem Job mit dazu gehören, sollten daher nicht eigens hervorgehoben werden. Umgekehrt dürfen wichtige Tätigkeiten aber auch nicht fehlen. Wird bei der Beurteilung des Verhaltens nur darauf hingewiesen, dass Sie sich gegenüber Kollegen tadellos verhalten haben, lässt das den Schluss zu, dass Sie die Anweisungen des Vorgesetzten häufig ignoriert haben.

    Ebenso ist eine fehlende Erwähnung der Teamfähigkeit oder gar der Schlussformel ein Hinweis auf deutliche Differenzen zwischen dem Auszubildenden und dem Ausbildungsbetrieb.

    In diesen Fällen sollten Azubis unbedingt noch einmal das Gespräch mit dem Ausbilder suchen und um ein neues Ausbildungszeugnis bitten. Denn unter anderem von den Formulierungen im „guten“ Ausbildungszeugnis hängt es ab, ob Azubis einen guten Job nach der Ausbildung finden.

    [Bildnachweis: Antonio Guillem by Shutterstock.com]
12. Dezember 2019 Karrierefragen Redaktion Icon Autor: Karrierefragen Redaktion

Die Redaktion der Karrierefragen besteht aus ausgewiesenen Job- und Karriereexperten mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung. Sie sind zudem regelmäßige Autoren der Schwesterseite Karrierebibel.de mit mehr als 4 Millionen Lesern im Monat.

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