Wie lassen sich Zeugnisformulierungen deuten?

Wenn ein Arbeitszeugnis auf den ersten Blick einen guten Eindruck macht, muss das leider noch gar nichts heißen. Schuld daran sind Zeugnisformulierungen, die zunächst gedeutet werden müssen, um die wahre Bedeutung zu entschlüsseln. Nicht alles, was schön klingt, ist tatsächlich so gemeint und wirkt sich positiv bei Bewerbungen aus. Wenn Sie die wahre Bedeutung von Zeugnisformulierungen kennen, verstehen Sie, welche Beurteilung tatsächlich in Ihrem Zeugnis versteckt ist. Hier erfahren Sie, was Sie zu Zeugnisformulierungen wissen müssen, worauf Sie dabei unbedingt achten sollten und wie Sie Zeugnisformulierungen deuten können…

Wie lassen sich Zeugnisformulierungen deuten?

Wieso müssen Zeugnisformulierungen gedeutet werden?

Viele Arbeitnehmer wissen inzwischen, das Zeugnisformulierungen nicht immer so positiv sind, wie es zunächst den Anschein macht. Entsprechend skeptisch gehen die meisten mit dem Arbeitszeugnis um. Weniger bekannt ist hingegen der Grund, warum Zeugnisformulierungen genutzt werden, um die Beurteilung zu verschleiern.

Oder kurz gesagt: Warum schreibt ein Arbeitgeber nicht einfach die Beurteilung, die er für angemessen hält, statt diese hinter schön klingenden Zeugnisformulierungen zu verstecken? Die kurze Antwort: Weil er muss! Gesetzgeber und Rechtsprechung geben im Arbeitsrecht mehrere grundlegende Bedingungen vor, an die ein Unternehmen sich bei Erstellung und Formulierung halten muss.

So muss das Zeugnis klar und verständlich sein, doch vor allem gelten zwei Voraussetzungen:

  • Ein Arbeitszeugnis muss wahr sein, es darf also keine falschen Angaben, Lügen oder unberechtigte Beurteilungen enthalten.
  • Es muss wohlwollend formuliert sein. So darf es keine offene Kritik enthalten und dem Arbeitnehmer den weiteren beruflichen Weg nicht erschweren.

Eine Zeugnisformulierung wie beispielsweise Der Mitarbeiter erbrachte dauerhaft schlechte Leistungen, macht nur Fehler und war völlig unmotiviert ist somit verboten. Eine solche Beurteilung ist alles andere als wohlwollend und wer sich mit solch einer Zeugnisformulierung bewirbt, bekommt sicher keinen Job.

Um dennoch eine differenzierte Beurteilung durchführen zu können und auch Kritik zu äußern, wenn ein Angestellter eben nicht ausschließlich hervorragende Arbeit geleistet hat, werden bestimmte Zeugnisformulierungen verwendet. Dahinter steht ein regelrechter Code, bei dem schon kleine Änderungen in der Zeugnisformulierung einen merklichen Unterschied in der Wirkung haben können. Schon ein oder zwei anders gewählte Worte und schon wird aus einer Note 2 eine glatte 4.

Wie kann ich Zeugnisformulierungen deuten?

Personaler haben einen sehr geübten Blick, um Zeugnisformulierungen sofort zu durchschauen und die tatsächliche Beurteilung zu erkennen. Für Arbeitnehmer ist dies deutlich schwieriger, da es schlichtweg an Übung und auch dem nötigen Wissen fehlt. So betrachten Angestellte die Zeugnisformulierungen vielleicht mit wachsender Skepsis, haben aber Schwierigkeiten damit, hinter die wohlwollende Fassade zu blicken und die teils abwertende Bedeutung zu begreifen.

So entgeht Ihnen möglicherweise die Chance, den Chef um eine Nachbesserung zu bitten oder im Extremfall ein besseres Zeugnis über einen Anwalt für Arbeitsrecht einzufordern. Die gute Nachricht: Es gibt vor allem zwei Aspekte in Zeugnisformulierungen, auf die Sie achten können, um die Bedeutung zu entschlüsseln und besser zu verstehen, ob dahinter tatsächlich eine positive Bewertung steckt.

  • Verwendung von Steigerungen

    Werden in der Zeugnisformulierung Steigerungen, insbesondere der Superlativ als höchste Steigerung, verwendet, ist dies ein starkes Indiz dafür, dass es sich um eine wirklich positive Beurteilung in diesem Bereich handelt. Achten Sie deshalb besonders auf den Superlativ, etwa in Form von größten, besten, vollsten, höchsten oder auch schnellsten.

  • Betonung der Dauerhaftigkeit

    Klingt zunächst kompliziert, lässt sich aber vor allem an zwei einfachen Worten in Zeugnisformulierungen erkennen: stets und immer. Manchmal wird auch Während der gesamten Beschäftigungsdauer… oder Über die gesamte Anstellung hinweg… verwendet. Gerade in Kombination mit dem oben genannten Superlativ ergibt sich daraus eine sehr gute Note in der Zeugnisformulierung. Lesen Sie die Formulierungen deshalb sehr genau und kontrollieren Sie, ob bei Leistungen oder Eigenschaften von stets oder immer gesprochen wird.

Sind beide Punkte in einer Zeugnisformulierung vorhanden, verbirgt sich dahinter die Note 1 oder 2. In diesem Fall können Sie sich freuen und machen mit dem Arbeitszeugnis einen guten Eindruck beim nächsten Arbeitgeber. Jedoch fallen längst nicht alle Zeugnisformulierungen so positiv aus. Für Arbeitnehmer ist es dann wichtig, die Bedeutung zu erkennen und die eigene Note einschätzen zu können.

Auf welche Begriffe sollte ich in Zeugnisformulierungen achten?

An einem einzelnen Begriff kann nicht zwangsläufig die gesamte Bedeutung einer Zeugnisformulierung abgeleitet werden. Es sollte natürlich immer der gesamte Satz und auch der Zusammenhang betrachtet werden.

Trotzdem gibt es einige Begriffe, die Indizien für besonders gute Zeugnisformulierungen sind:

  • äußerst
  • stets
  • sehr
  • besonders
  • hervorragend
  • herausragend
  • vollsten
  • größte
  • immer
  • ausgezeichnet

Allerdings gibt es auch einige Begriffe und Formulierungen, die auf eine negative Zeugnisformulierung hindeuten. Tauchen diese auf, ist Vorsicht geboten:

  • bemüht
  • durchaus
  • versucht
  • Mühe
  • meist
  • insgesamt
  • nichts zu beanstanden
  • größtenteils
  • im Rahmen seiner/ihrer Möglichkeiten
  • im Großen und Ganzen

Welche Note steckt hinter verschiedenen Zeugnisformulierungen?

Die Formulierungen im Zeugnis sind oft sehr ähnlich und scheinen fast gleichermaßen positiv zu sein. Doch ein genauerer Blick lohnt sich. Damit Sie besser verstehen, welche Note sich in Ihren Zeugnisformulierungen verbirgt, haben wir eine Reihe von Beispielen vorbereitet.

Hier zeigen wir Ihnen anhand unterschiedlicher Zeugnisformulierungen und deren Variationen, mit welch kleinen Veränderungen die Abstufungen zwischen den Noten erreicht werden können.

Zeugnisformulierungen zur Motivation

  • Der Mitarbeiter zeigte stets größte Motivation. Note 1
  • Der Mitarbeiter zeigte stets große Motivation. Note 2
  • Der Mitarbeiter war immer motiviert. Note 3
  • Der Mitarbeiter war motiviert. Note 4
  • Der Mitarbeiter war meist motiviert. Note 5

Zeugnisformulierungen zum Arbeitsweise

  • Durch ihre stets systematische und vorausschauende Arbeitsweise war sie während der gesamten Zusammenarbeit eine große Bereicherung für jedes Projekt, an dem Sie mitarbeitete. Note 1
  • Durch ihre stets systematische Arbeitsweise war Sie eine Bereicherung für jedes Projekt. Note 2
  • Durch ihre systematische Arbeitsweise konnte sie jedes Projekt unterstützen. Note 3
  • Sie arbeitete systematisch an den übertragenen Aufgaben. Note 4
  • An Ihrer Arbeitsweise gab es nichts auszusetzen. Note 5

Zeugnisformulierungen zur Leistung

  • Sie erledigte Ihre Aufgaben stets selbstständig und mit äußerster Sorgfalt. Note 1
  • Sie erledigte Ihre Aufgaben selbstständig und mit großer Sorgfalt. Note 2
  • Sie erledigte Ihre Aufgaben selbstständig und sorgfältig. Note 3
  • Ihre Selbstständigkeit und Sorgfalt war den Aufgaben angemessen. Note 4
  • Sie war um eine selbstständige und sorgfältige Erledigung der Aufgaben bemüht. Note 5

Zeugnisformulierungen zum Sozialverhalten im Team

  • Der Umgang mit Vorgesetzten und Kollegen war zu jederzeit vorbildlich. Er zeigte sich stets äußerst professionell und freundlich. Note 1
  • Der Umgang mit Vorgesetzten und Kollegen war stets vorbildlich. Er zeigte sich professionell und freundlich. Note 2
  • Sein Umgang mit Vorgesetzten und Kollegen war professionell und freundlich. Note 3
  • Vorgesetzten und Kollegen gegenüber zeigte er sich insgesamt freundlich. Note 4
  • Sein Verhalten war meist einwandfrei. Note 5

Zeugnisformulierungen zur Organisation

  • Mit seiner immer organisierten Arbeitsweise war er für jedes Projekt eine große Bereicherung. Note 1
  • Mit seiner organisierten Arbeitsweise war er für Projekte eine Bereicherung. Note 2
  • Mit seiner organisierten Arbeitsweise war er eine Unterstützung in Projekten. Note 3
  • Er zeigte sich im Job organisiert. Note 4
  • Seine Arbeitsweise war durchaus organisiert. Note 5

Zeugnisformulierungen zu Erwartungen

  • Zu jeder Zeit konnte Sie die höchsten Erwartungen erfüllen. Note 1
  • Die Ergebnisse konnten stets unseren hohen Erwartungen gerecht werden. Note 2
  • Die Ergebnisse konnten in allen Bereichen unseren Erwartungen Gerecht werden. Note 3
  • Die Ergebnisse entsprachen unseren Erwartungen. Note 4
  • Die Ergebnisse wurden unseren Erwartungen durchaus gerecht. Note 5

Zeugnisformulierungen zu Fachkenntnissen

  • Sie verfügt über sehr ausgeprägte Fachkenntnisse und weitreichendes Know How. Dieses konnte sie jederzeit sehr erfolgreich einsetzen und somit zum Unternehmenserfolg beitragen. Note 1
  • Sie verfügt über gute Fachkenntnisse und konnte diese stets erfolgreich einbringen. Note 2
  • Sie verfügt über alle benötigten Fachkenntnisse und setzt diese zielorientiert ein. Note 3
  • Sie hat die benötigten Fachkenntnisse während der Zusammenarbeit erworben und anschließend zielorientiert eingesetzt. Note 4
  • Sie hat im Laufe einer gründlichen Einarbeitung zufriedenstellende Fachkenntnisse aufgebaut. Note 5

Zeugnisformulierungen zu Kundenbeziehungen

  • Zu unseren Kunden pflegte er während während der gesamten Zusammenarbeit sehr professionelle und äußerst erfolgreiche Beziehungen. Note 1
  • Zu unseren Kunden pflegte er sehr professionelle und erfolgreiche Beziehungen. Note 2
  • Mit Kunden pflegte er professionelle und erfolgreiche Beziehungen. Note 3
  • Mit Kunden pflegte er zufriedenstellende Beziehungen. Note 4
  • An seinen Beziehungen zu Kunden gab es nichts auszusetzen. Note 5

Zeugnisformulierungen zur Schlussformel

  • Mit großem Bedauern über das Ausscheiden aus unserem Unternehmen danken wir Max Mustermann für die stets herausragende Zusammenarbeit und wünschen ihm für seine berufliche Zukunft weiterhin alles Gute und viel Erfolg. Note 1
  • Wir bedauern die Entscheidung, danken Max Mustermann für die stets gute Zusammenarbeit und wünschen für seine Zukunft weiterhin viel Erfolg. Note 2
  • Wir danken Max Mustermann für die gute Zusammenarbeit und wünschen für seine berufliche Zukunft weiterhin alles Gute. Note 3
  • Das Ausscheiden bedauern wir. Wir danken Max Mustermann und wünschen alles Gute. Note 4
  • Wir wünschen für die berufliche Zukunft viel Erfolg. Note 5

50 Zeugnisformulierungen für unterschiedliche Noten

Nach der obigen Einteilung von Zeugnisformulierungen für verschiedene Bereiche, haben wir im folgenden 50 verschiedene Zeugnisformulierungen der jeweiligen Bewertung zugeordnet. Dies soll Ihnen dabei helfen, verschiedene Zeugnisformulierungen besser zu deuten – dabei sei noch einmal erwähnt, dass die Grenzen teilweise verschwimmen und einige Zeugnisformulierungen im Bereich zwischen zwei Noten liegen:

Zeugnisformulierungen für die Note Sehr gut

  • Seine Kompetenz war stets ein wichtiger Rückhalt für den Erfolg im Team.
  • Ihre jederzeit große Zielstrebigkeit machte sie zu einer wichtigen Antriebsfeder im Unternehmen.
  • Jeder übertragene Aufgabe wurde stets mit größter Sorgfalt bearbeitet.
  • Seine stets hervorragende Vorbereitung war der Grundstein für zahlreiche erfolgreiche Projekte.
  • Mit ihrer jederzeit vorbildlichen Führungsarbeit sorgte sie nicht nur für eine produktive Arbeitsatmosphäre, sondern gleichzeitig für einen stets freundlichen und kollegialen Zusammenhalt im Team.
  • Beruflich und privat wünschen wir weiterhin so viel Erfolg und alles Gute.
  • Selbst in schwierigen Situationen konnte er stets einen kühlen Kopf bewahren, Prioritäten setzen und Vorgaben zur vollsten Zufriedenheit aller Beteiligten erfüllen.
  • Unsere Erwartungen wurden stets in jeder Hinsicht erfüllt.
  • Von Kollegen und Vorgesetzten wurde sie aufgrund ihres stets freundlichen und hilfsbereiten Auftretens sehr geschätzt.
  • Wir bedauern sehr, durch den Weggang einen hervorragenden Mitarbeiter zu verlieren.

Zeugnisformulierungen für die Note Gut

  • Sie konnte Aufgaben stets selbstständig und mit großer Sorgfalt erledigen.
  • Die Ergebnisse seiner Arbeit konnten unseren hohen Erwartungen stets gerecht werden.
  • Sie zeigte stets großes Engagement und übernahm Aufgaben selbstständig.
  • Er hat den Erwartungen in jeder Hinsicht und bester Weise entsprochen.
  • Sie zeigte sich während der Zusammenarbeit freundlich und professionell.
  • Bei allen Aufgaben zeigte er große Belastbarkeit und Flexibilität.
  • Ihren großen Aufgabenbereich und die dabei anfallenden Schwierigkeiten konnte sie stets meistern.
  • Mit seiner guten Arbeitseinstellung war er ein Vorbild für die Kollegen.
  • Ihr großes Fachwissen nutzte sie stets erfolgreich.
  • Verantwortung, die ihr übertragen wurde, nahm sie sehr ernst.

Zeugnisformulierungen für die Note Befriedigend

  • Sie erledigte ihre Aufgaben sorgfältig und zufriedenstellend.
  • Er erfüllte die Erwartungen.
  • Durch ihre eigenständige Arbeitsweise trug sie zum Erfolg bei.
  • Für Probleme fand er zufriedenstellende Lösungen.
  • Sein Sozialverhalten war einwandfrei.
  • Kunden konnte er durch seine Leistungen überzeugen.
  • Mit ihrer Effizienz konnte sie auch umfangreiche Aufgaben schnell erledigen.
  • Am Arbeitsplatz zeigte er sich ehrgeizig und motiviert.
  • Ihre Zielstrebigkeit war ein Pluspunkt.
  • Die Zusammenarbeit war zu unserer vollen Zufriedenheit.

Zeugnisformulierungen für die Note Ausreichend

  • Das Arbeitsverhältnis verlief einwandfrei.
  • Sie erledigte Aufgaben ordnungsgemäß.
  • Die Qualität seiner Arbeit entsprach den Anforderungen.
  • Er hat den Erwartungen entsprochen.
  • Ihre Leistungen waren insgesamt zufriedenstellend.
  • Bei der Bearbeitung seiner Aufgaben war er durchaus kreativ.
  • In der Ausführung seiner Tätigkeit war er sicher und sorgfältig.
  • Wir bedauern das Ausscheiden und bedanken uns für die Leistungen.
  • Für die Zukunft wünschen wir beruflich und privat viel Erfolg.
  • Bei der Arbeit zeigte er immer Interesse.

Zeugnisformulierungen für die Note Mangelhaft

  • Sie war jederzeit bemüht, den Erwartungen gerecht zu werden.
  • Seine Leistungen entsprachen im Großen und Ganzen den gestellten Anforderungen.
  • Sie hat versucht, ihre Fachkenntnisse auf dem aktuellen Stand zu halten.
  • Die Bedeutung einer eigenständigen Arbeitsweise war ihm bewusst.
  • An seinem Verhalten Kollegen und Kunden gegenüber ist nichts auszusetzen.
  • Sie gab sich große Mühe, die Qualität der Arbeit hoch zu halten.
  • Ihre Arbeitsweise war ohne Tadel.
  • Insgesamt waren wir mit der Zusammenarbeit zufrieden.
  • Im Rahmen ihrer Möglichkeiten erledigte sie Aufgaben schnell und zuverlässig.
  • Sein Weggang ist durchaus zu bedauern.

Wenn Sie nicht sicher sind, wie Sie bestimmte Zeugnisformulierungen deuten können, kann es ratsam sein, einen Anwalt für Arbeitsrecht hinzuzuziehen.

Kostenloser PDF-Download: Mehr als 200 Zeugnisformulierungen entschlüsselt

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Was kann ich bei schlechten Zeugnisformulierungen tun?

Leider stimmen Erwartungen und Realität bei Zeugnisformulierungen nicht immer überein. Sie wünschen sich ein durchweg gutes Zeugnis mit zahlreichen positiven Formulierungen – bekommen aber dann ein schlechtes Arbeitszeugnis und wundern sich bei einigen Zeugnisformulierungen, wieso diese so kritisch und negativ ausfallen.

Aber was können Sie tun, wenn Ihr Arbeitsnachweis voller negativer Zeugnisformulierungen steckt? Zunächst einmal können Sie den Dialog mit Ihrem Arbeitgeber suchen und um eine Nachbesserung bitten. Im besten Fall kommen Sie mit einer offenen Aussprache bereits zu einer Einigung. Verzichten Sie dabei möglichst auf Beschuldigungen im Sinne von Sie haben mir böswillig ein schlechtes Zeugnis ausgestellt… Das führt in der Regel nur zu weiterer Eskalation.

Ist der Arbeitgeber nicht zu einer Korrekt der Zeugnisformulierungen bereit, bleibt meist nur der Weg über einen Anwalt für Arbeitsrecht. Dieser kann noch einmal versuchen, das Unternehmen zu einer Nachbesserung zu bewegen – ist das erfolglos ist der letzte Schritt eine Klage beim Arbeitsgericht.

Hier kommt es je nach Fall darauf an, welche Seite die Beweislast hat. Dabei lassen sich grundsätzlich zwei Möglichkeiten unterscheiden:

  • Sie wollen Korrektur für ein unterdurchschnittliches Zeugnis

    Hat der Arbeitgeber tatsächlich Zeugnisformulierungen gewählt, die zu einer unterdurchschnittlichen und schlechten Bewertung führen, muss das Unternehmen vor dem Arbeitsgericht nachweisen, dass diese negativen Formulierungen gerechtfertigt sind. Er muss also glaubhaft machen und beweisen, dass tatsächlich unterdurchschnittliche Leistungen erbracht wurden.

  • Sie wollen Verbesserung für ein durchschnittliches Zeugnis

    Liegt Ihr Zeugnis im Rahmen einer durchschnittlichen Bewertung – dies ist ungefähr eine Note 2 – liegt die Beweislast bei Ihnen, wenn Sie eine Aufbesserung der Zeugnisformulierungen verlangen. Hier müssen Sie also nachweisen, dass Sie wirklich besondere Leistungen erbracht haben und eine überdurchschnittliche Bewertung verdienen.

[Bildnachweis: Africa Studio by Shutterstock.com]
25. April 2020 Karrierefragen Redaktion Icon Autor: Karrierefragen Redaktion

Die Redaktion der Karrierefragen besteht aus ausgewiesenen Job- und Karriereexperten mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung. Sie sind zudem regelmäßige Autoren der Schwesterseite Karrierebibel.de mit mehr als 4 Millionen Lesern im Monat.

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