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Kann man Resilienz lernen?

Ist Resilienz erlernbar? Ja, ist sie. Mit einem fünftägigen Seminar oder einem läppischen Online-Kurs aber ist es nicht getan. Resilienz hat mit der inneren Einstellung zu tun, mit überstanden Krisen und neuen Verhaltensweisen. All das lernt man nicht von heute auf morgen. Am besten wird einem die innere Kraft und Widerstandsfähigkeit schon im Kindesalter eingeimpft. Doch können auch Erwachsene ihre Resilienz trainieren…

Kann man Resilienz lernen?

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Was ist Resilienz?

Resilienz definiert der Duden als „psychische Widerstandskraft“ oder „die Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen“. Man kann sie auch als „innere Stärke“ oder „Schutzschild für die Seele“ beschreiben. Resiliente Menschen sind solche, die mit beruflichen Rückschlägen oder privaten Schicksalsschlägen besser fertig werden als andere. Umgangssprachlich könnte man sie so umschreiben: Menschen, die hinfallen, aber wieder aufstehen.

Was ist Resilienz NICHT?

Allerdings sollten Sie nicht den Fehler machen, Ihre Mitmenschen in eine von zwei Gruppen einzuteilen: resiliente auf der einen und weniger resiliente auf der anderen Seite. Auch die härtesten Brocken stecken schwere Schläge nicht einfach so weg, ausnahmslos JEDER ist verwundbar und verletzlich. Studien haben gezeigt, dass fast alle Menschen nach Scheidung oder Jobverlust sehr lange daran zu knabbern haben, meist jahrelang.

Psychologen weisen darauf hin, dass Resilienz nicht bedeutet, alles an sich abperlen zu lassen. Vielmehr glauben resiliente Menschen daran, selbst etwas bewirken und eine Verbesserung herbeiführen zu können. Resiliente Menschen sind also keineswegs passive Schildkröten, die sich in ihren Panzer zurückziehen. Sie sind aktiv – im Denken und im Handeln.

Wer ist resilient?

Resilienz könnte man als eine Mischung aus emotionaler Intelligenz und sozialen Faktoren beschreiben. Es gibt zahlreiche genetische Faktoren, die dazu beitragen, dass wir resilient oder weniger resilient sind. Wissenschaftler konnten schon hunderte „Resilienz-Gene“ nachweisen. Eigenschaften wie Intelligenz oder Temperament spielen eine Rolle, Resilienz ist also bis zu einem gewissen Grade vererbt. Aber die psychische Robustheit kann auch weitergegeben oder erlernt werden.

So trägt sehr wahrscheinlich auch eine stabile und gute Kindheit dazu bei, dass jemand gefestigt durchs weitere Leben geht. Vor allem, wenn es in der Kindheit eine oder mehrere Bezugspersonen gegeben hat – zum Beispiel die Mutter oder den Vater – die Halt und Unterstützung gaben. In Familien hingegen, in denen Gewalt an der Tagesordnung ist und keine Werte oder Bildung weitergegeben wird, gehen die Kinder erfahrungsgemäß ohne sonderlich viel Resilienz aus dem Haus.
vgwort

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Ist Resilienz wichtig?

Dass Resilienz auf unserem Lebensweg von Bedeutung ist, liegt auf der Hand. So wird unsere Resilienz zum Beispiel in diesen Situationen auf die Probe gestellt:

  • Kündigung
  • Arbeitslosigkeit
  • Mobbing am Arbeitsplatz
  • Erfolglosigkeit im Beruf
  • Beziehungsprobleme
  • Trennung oder Scheidung
  • Depression und Selbstzweifel
  • Finanzielle Engpässe
  • Krankheiten
  • Verlust und Trauer
  • Gewalttaten und Kriminalität

Lesetipp: Was tun, wenn mich der Job krank macht?

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Wie kann ich resilienter werden?

In einer Studie fanden Wissenschaftler heraus, wie speziell Studierende ihre Resilienz und Widerstandsfähigkeit vergrößern. Indem sie…

  • aus Fehlern lernen und ihre nächsten Schritte entsprechend planen und anpassen
  • lernen, mit negativen Situationen umzugehen
  • Ziele mit Zähigkeit und Hartnäckigkeit verfolgen und nicht schon nach dem ersten Rückschlag die Brocken hinschmeißen

Erfolgserlebnisse:

Kleine Erfolgserlebnisse können das Selbstbewusstsein steigern, die Arbeit im Home Office oder in agilen Teams die Eigenständigkeit. Ein neu entdecktes Interessengebiet oder Hobby weckt die Neugier und bringt möglicherweise sogar neuen Sinn ins Leben.

Komfortzone:

Kleinere Krisen kann man auch simulieren und sich ihnen aktiv stellen. Dies fängt schon damit an, sich in eine schwierige, unangenehme Situation zu begeben. Simples Beispiel: Ein Student, der panische Angst davor hat, eine freie Rede zu halten, und dennoch das Referat vor dem versammelten Hörsaal hält.

Rituale:

Im Kleinen kann es schon helfen, Tagebuch oder Gedichte zu schreiben oder Sudokus zu lösen. Neuen Hobbys nachzugehen. Humor ist immer ein guter Begleiter – auch in schwierigen Lebenslagen. Oder der Glaube an Gott.

Verhaltensänderungen:

Wichtiger Hinweis: Wenn Sie ab heute anfangen Tagebuch zu schreiben, werden sie nicht automatisch ein resilienter Mensch – logisch. Aber auch kleine Verhaltensänderungen und Übungen können Sie mit der Zeit innerlich stärker und widerstandsfähiger machen.

Lebenskrisen:

Trotz allem kommen wir um Lebenskrisen nicht herum. Eine Krise muss man durchmachen, um an ihr wachsen zu können. Es hilft also nichts, sich von Anfang an „abzuhärten“ und dann zu hoffen, im Fall der Fälle stark zu bleiben.

Wie kann ich Resilienz bei Kindern fördern?

Schon im Kindes- und Jugendalter entscheidet sich, ob ein Mensch innerlich stark wird oder nicht. Unter anderem spielt es eine Rolle, ob Eltern diese Werte und Fähigkeiten vermitteln – diese Eigenschaften sollten Eltern bei Ihren Kindern fördern.

  • Selbstbewusstsein
  • Selbstständigkeit/Eigenständigkeit
  • Problemlösungskompetenz
  • Stressbewältigung
  • Sinn/Sinnhaftigkeit
  • Neugier/Experimentierfreude

Lesetipp: Wie gelingt der Neustart im Job trotz Krise?

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Wie kann ich Resilienz im Unternehmen fördern?

Hier sind die wichtigsten Punkte, mit denen Unternehmen die Resilienz ihrer Mitarbeiter stärken können:

  1. Kompetenzanalyse


    Welche Stärken haben Sie? Was können Sie besonders gut? Wer sich seiner Talente bewusst wird, baut Selbstvertrauen auf. Eine Kompetenzanalyse kann helfen, sie ausfindig zu machen.

  2. Sinn

    
Ein Unternehmen, dessen Daseinsberechtigung über das Profitstreben hinausgeht, verleiht auch seinen Mitarbeitern Sinn. Dies muss nicht bedeuten, dass die Firma das Klima oder die Welt im Alleingang vor dem Coronavirus retten will. Manchmal reicht es schon, den Kunden einen Moment der Freude oder ein gutes Gefühl zu geben.

  3. Erfolgserlebnisse


    Erfolge sollte man feiern. Das bestärkt jeden Einzelnen – und auch das Gemeinschaftsgefühl im Unternehmen. Erfolge als selbstverständlich hinnehmen – das macht erstens keinen Spaß und baut zweitens Angst vor Fehlern auf. Und diese Angst hemmt.

  4. Verantwortung


    In Zeiten flacher Hierarchien kommt jedem Mitarbeiter mehr Verantwortung zu. Neudeutsch heißt das: Empowerment. Verantwortungsübernahme beinhaltet auch, Entscheidungen treffen und Stress aushalten zu müssen. Daran wächst man.

  5. Weiterbildung

    
Neue Kompetenzen lernen – das bringt manchmal ungeahnte Talente in einem hervor. Und es erweitert den Horizont. Zeigt, dass man selbst immer noch dazulernen und sein Leben in die eigene Hand nahmen kann. Unschätzbarer Pluspunkt!

  6. Netzwerke


    Resilienz ist kein Schneckenhäuschen. Wer sich austauscht, kommt schneller durch eine Krise. Sich Angst und Frust buchstäblich von der Seele reden – hilfreich!

  7. Anerkennung und Wertschätzung


    Berufliche Kritik müssen wir alle aushalten und das ist gut so. Lob und Wertschätzung sollten deswegen aber nicht zu kurz kommen. Führungskräfte, die ihre Mitarbeiter nie loben, härten sie nicht ab, sondern schwächen sie.

Lesetipp: Wie finde ich einen Job mit Sinn?

[Bildnachweis: Karrierefragen.de]

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