Muss ich den Familienstand im Lebenslauf angeben?

Persönliche Angaben im Lebenslauf sind Pflicht. Zu diesen persönlichen Daten – synonym auch Personaldaten genannt – gehören Name, Adresse, Telefon, E-Mail, Geburtsdatum, Geburtsort, Staatsangehörigkeit und der Familienstand. Die letzten beiden Punkte zählen zu den optionalen Angaben. Das heißt: Sie müssen diese nicht angeben, sollten das unter Umständen aber tun. Insbesondere beim Familienstand sollten Sie Folgendes bedenken…

Muss ich den Familienstand im Lebenslauf angeben?

Sollte ich den Familienstand im Lebenslauf angeben?

Der Familienstand wird üblicherweise in diesen Formen angegeben:

  • ledig – also unverheiratet
  • verheiratet – in Klammern machmal auch mit Kinderzahl: (2 Kinder)
  • Eingetragene Lebenspartnerschaft – auch das ist neuerdings möglich

Unüblich ist dagegen die Angabe „In fester Partnerschaft“. In diesem Fall schreiben Sie besser „ledig“.

Viele Arbeitgeber favorisieren ledige Bewerber, die deshalb zeitlich flexibler und möglicherweise weniger an den Ort gebunden sind.

Umgekehrt steht eine Ehe oder eingetragene Partnerschaft aber auch für ein stabiles privates Umfeld. Heißt übersetzt: So jemand wird so schnell nicht wieder kündigen oder für einen alternativen Job wegziehen, weil da ja noch der feste Partner ist, der mitziehen müsste (und womöglich auch einen Job hat).

Es kommt also auch ein bisschen auf den Job und die Stelle an, ob Sie hier Ihren Familienstand angeben oder nicht. Letztlich ist das eine Art strategische Überlegung: Hat es Vorteile für Sie, geben Sie den Familienstand an, sonst eher nicht.

Manche Mütter befürchten an dieser Stelle übrigens auch eine Art Diskriminierung, da gerade kleine Kinder betreuungsintensiv sind. Auch wenn die Angabe von Kindern optional ist, sollten Bewerberinnen oder alleinerziehende Väter im Hinterkopf haben, dass dieser Punkt höchstwahrscheinlich im Vorstellungsgespräch eine Rolle spielen wird oder zur Sprache kommt.

Auch kann das Verschweigen von Kindern das spätere Arbeitsverhältnis belasten. Zumal Sie mit wenig Rücksichtnahme (beispielsweise bei Spätschichten oder Überstunden) rechnen dürfen, wenn niemand weiß, dass Sie hier nur eingeschränkt verfügbar sind.

Alleinerziehende sollten daher besser herausstellen, dass die Kinderbetreuung gesichert ist.

Überdies kann der Familienstand in gewisser Weise zudem Ihre Verhandlungsposition beim Gehalt beeinflussen:

  • Können Sie bereits vom Gehalt Ihres Partners leben? Dann ist Ihre Verhandlungsposition natürlich stärker.
  • Sind Sie der alleinige Ernährer und brauchen Sie dringend einen Job? Dann ist sie schwächer.
  • Als Single wiederum hat man wenig Verpflichtungen, ist flexibler, aber auch ungebundener. Sie könnten also auch schnell wieder den Job wechseln. Das stärkt wieder die Position.

Auch diese Überlegungen sollten Sie also bei der Frage berücksichtigen, ob Sie den Familienstand in der Bewerbung angeben.

[Bildnachweis: Roman Samborskyi by Shutterstock.com]
1. November 2019 Karrierefragen Redaktion Icon Autor: Karrierefragen Redaktion

Die Redaktion der Karrierefragen besteht aus ausgewiesenen Job- und Karriereexperten mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung. Sie sind zudem regelmäßige Autoren der Schwesterseite Karrierebibel.de mit mehr als 4 Millionen Lesern im Monat.

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