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Wie kann ich Erzieher werden?

Erzieher werden ist gar nicht so einfach. Sie müssen neben einem Schulabschluss auch eine pädagogische Erstausbildung vorweisen – und manchmal Atteste, Gutachten und Führungszeugnisse vorlegen. Die Ausbildung zum Erzieher oder zur Erzieherin ist in jedem Bundesland anders geregelt. Manchmal dauert sie nur zwei Jahre, manchmal sogar sechs…


Wie kann ich Erzieher werden?

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Wie kann ich Erzieher werden?

Was viele nicht wissen: Die Ausbildung zum Erzieher ist genau genommen eine Weiterbildung. Wer also frisch von der Schule kommt, kann nicht sofort eine Erzieher-Ausbildung beginnen.

Er oder sie muss zunächst eine erste pädagogische Ausbildung absolvieren – und damit gewissermaßen das Fundament legen. Die Regelungen sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.

Beispiele: In Baden-Württemberg führt der Weg über eine Ausbildung zur Kinderpflegerin oder zum Kinderpfleger. Sie dauert drei Jahre. Erst danach kann man in die Erzieher-Ausbildung wechseln. Aber auch nur bei einem Realschulabschluss, ein Hauptschulabschluss reicht nicht aus.

In Niedersachsen ist zuerst die Ausbildung zur Sozialpädagogischen Assistentin vorgesehen. In Nordrhein-Westfalen wiederum gibt es zwei Möglichkeiten: eine Ausbildung zur Kinderpflegerin oder zur Sozialassistentin.

Daneben gibt es noch andere – von Land zu Land unterschiedliche – Zugangsvoraussetzungen, um Erzieher werden zu können. In der Regel müssen Bewerber einen Realschulabschluss, die Fachhochschulreife oder die Allgemeine Hochschulreife vorweisen können.

Daneben wird von Bewerbern mitunter verlangt:

  • Ärztliches Attest
  • Erweitertes Führungszeugnis
  • Impfschutz vor Hepatitis B, Mumps, Masern und Röteln
  • Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs
  • Logopädisches Gutachten
  • Fünf Jahre Englischunterricht

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Wie läuft eine Ausbildung zum Erzieher ab?

Auch die Ausbildung zum Erzieher ist von Bundesland zu Bundesland anders geregelt. Am Ende steht stets eine staatliche Abschlussprüfung. Wer über die nötigen Voraussetzungen verfügt, kann grundsätzlich zwischen diesen Ausbildungsmodellen wählen – Überschneidungen inklusive:

  1. Vollzeitschulisch

    Die Ausbildung um Erzieher in Vollzeit dauert zwei bis vier Jahre. In Baden-Württemberg beispielsweise sind drei Jahre vorgesehen. Dort lernen die Azubis zwei Jahre lang – ohne Vergütung – Theorie in der Berufsschule. Das dritte Jahr absolvieren sie ein bezahltes Praktikum in einer Einrichtung.

    In Niedersachsen dauert die Ausbildung an den Fachschulen für Sozialpädagogik in Vollzeit zwei Jahre. In Berlin lernen Erzieher-Azubis drei Jahre.

  2. Teilzeitschulisch

    Eine Ausbildung zum Erzieher in Teilzeit beansprucht drei bis sechs Jahre – je nach Bundesland.

    In Baden-Württemberg sind es in der Regel vier Schuljahre. Drei Jahre lernen die Azubis Theorie in der Fachschule für Sozialpädagogik (ohne Vergütung), im vierten Jahr gehen sie ins Praktikum (mit Vergütung). Dabei ist es während der ersten drei Ausbildungsjahre möglich, parallel in einem fachfremden Beruf zu arbeiten.

  3. Praxisintegriert

    Die praxisintegrierte Ausbildung zum Erzieher wird im internen Fachjargon auch als Pia bezeichnet. Die Praxiseinheiten sind in die Ausbildung integriert. In Baden-Württemberg dauert sie drei Jahre. Die Azubis sind drei Tage pro Woche in ihrer Einrichtung tätig, zwei Tage lernen sie in der Fachschule.

    Sie sind über die gesamte Ausbildungsdauer bei ihrer Einrichtung angestellt und werden dementsprechend auch bezahlt. Den Arbeitsplatz müssen sich die Azubis vor Ausbildungsbeginn selbst sichern. Genauso handhabt es zum Beispiel auch Hessen.

  4. Berufsbegleitend

    In einigen Bundesländern kann die erforderliche Erstausbildung mit der Ausbildung zum Erzieher verknüpft werden.

    Zum Beispiel in Mecklenburg-Vorpommern: Die berufsbegleitende Ausbildung im Nordosten dauert insgesamt vier Jahre. In den ersten beiden Jahren erwirbt man den Abschluss als „Staatlich geprüfte Sozialassistentin“, in den letzten beiden Jahren jenen als „Staatlich anerkannte Erzieherin“. Die gesamte Ausbildung findet in Teilzeit statt.

    Wichtig: In den ersten beiden Jahren müssen die Azubis parallel zur Ausbildung einer Tätigkeit in einem sozialpädagogischen Arbeitsgebiet nachgehen.

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Was lerne ich als Erzieher?

Während der Ausbildung zum Erzieher werden persönliche, soziale und fachliche Kompetenzen vermittelt – und verlangt. Vor allem diese sind für Erzieher wichtig:

  • Wahrnehmungsfähigkeit (z.B. Empathie, Bedürfnisse von Kindern wahrnehmen)
  • Verantwortungsbewusstsein (z.B. Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Gefahren erkennen, Aufgaben übernehmen)
  • Sprachliche Fähigkeiten (Klare Aussprache, Kindern Wissen vermitteln)
  • Engagement (Interesse, Mitarbeit)
  • Kreativität (Spielfreude, Gestaltungsideen)
  • Belastbarkeit
  • Kontaktfähigkeit (Aufgeschlossenheit, Wertschätzung entgegenbringen)
  • Kommunikationsfähigkeit (Kooperationsfähigkeit, Absprachen treffen)
  • Kritikfähigkeit (Selbstreflexion, Kritik annehmen)
  • Pädagogisches Verhältnis (Distanz, positive Einstellung, Verständnis, Akzeptanz)
  • Planungsfähigkeit (Bedürfnisse erkennen, Interessen bedienen)

Besondere Hobbys können ebenfalls helfen. Wer ein Ass im Basteln ist oder ein Musikinstrument beherrscht, kann den Kindern davon etwas weitergeben – ein großes Plus!

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Wo kann ich als Erzieher arbeiten?

Nach der Ausbildung zum Erzieher können Sie in diesen Einrichtungen eine Stelle finden:

  • Kindergärten
  • Kinderkrippen
  • Horte
  • Kinder- und Erziehungsheime
  • Familienberatungs- und Suchtberatungsstellen
  • Tagesstätten und Wohnheime für Menschen mit Behinderung
  • Ferien- und Erholungsheime

Auch der Schritt in die Selbstständigkeit – durch die Gründung einer privaten Einrichtung etwa – ist denkbar.

9 Alternativen zum Erzieher

Erzieher werden ist nicht die einzige Option für alle, denen der Umgang mit Kindern oder Jugendlichen liegt und Freude macht. Hier sind 9 Alternativen:

Wie viel verdiene ich als Erzieher?

Im Öffentlichen Dienst werden Erzieher nach Tarif bezahlt. Grundlage ist der Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst, Sozial- und Erziehungsdienst. Die Gehaltsstufen lassen sich der Entgelttabelle TVÖD SuE entnehmen.

Erzieher sind in der Entgeltgruppe S8a einsortiert. Demnach beläuft sich ihr tarifliches Einstiegsgehalt gemäß aktueller Entgelttabelle (Gültigkeit: 01.03.2020 bis 31.03.2021) auf 2829,77 Euro brutto im Monat. Im Laufe der Jahre wandern Erzieher die insgesamt sechs Gehaltsstufen hoch. Nach insgesamt 17 Berufsjahren können sie in die höchste Gehaltsstufe 6 aufsteigen. Das Gehalt beträgt dann 3855,19 Euro.

Erzieher mit schwieriger Tätigkeit befinden sich in der Entgeltgruppe S8b und erhalten ein etwas höheres Gehalt. Ihre Spanne liegt zwischen 2892,66 Euro brutto monatlich zum Einstieg und 4307,92 Euro in Gehaltsstufe 6.

Erzieher verdienen damit deutlich besser als Kinderpfleger. Kinderpfleger fangen in der niedrigsten Entgeltgruppe S2 mit einem Einstiegsgehalt von 2285,34 Euro brutto im Monat an.

Demgegenüber finden sich Kita-Leiter in höheren Entgeltgruppen wieder. Sie können – je nach Größe der Einrichtung – in der höchsten Entgeltgruppe S18 bis zu 5845,01 Euro brutto im Monat verdienen.

Aber: Längst nicht alle Erzieher werden nach Tarif bezahlt. So kommt es insbesondere auf die jeweilige Einrichtung an und ob es sich um einen kommunalen, kirchlichen, gemeinnützigen oder privaten Träger handelt. Außerdem gibt es noch Tarifverträge der Bundesländer, deren Gehälter abweichen können.

So liegt das Bruttogehalt eines Erziehers in Deutschland laut Gehaltsplattform gehalt.de im Median bei 3.082 Euro im Monat. Demnach verdient ein Viertel aller Erzieher weniger als 2.665 Euro, ein anderes Viertel mehr als 3.564 Euro.

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[Bildnachweis: Robert Kneschke by Shutterstock.com]

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