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Wie kann ich meine Berufung finden? 5 Fragen zum Beruf

Ein Gastbeitrag von Alexander Markwirth

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus? Gehen Sie auf in Ihrem Beruf und machen genau das, was Ihnen richtig Freude macht? Oder machen Sie einfach nur einen Job? Ist Ihr Beruf Ihre Berufung oder arbeiten Sie nur, um Ihren Lebensunterhalt zu bestreiten? Was genau versteht man eigentlich unter Berufung und warum ist es von so großer Bedeutung, seine Berufung zum Beruf zu machen? Lassen Sie uns beide Begriffe ein wenig näher unter die Lupe nehmen…


Wie kann ich meine Berufung finden? 5 Fragen zum Beruf

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Was bedeutet Beruf?

Allgemein wird der Beruf als eine Tätigkeit angesehen, die man regelmäßig ausübt. Darunter versteht man das, was Sie täglich auf der Arbeit machen. Oft liegt diesem Beruf eine Ausbildung zugrunde. Aber das muss nicht immer so sein. Im Beruf sind die Aufgaben verankert, die im Arbeitsvertrag festgelegt sind, sowie die Anforderungen, die damit verbunden sind.

Oft wird der Beruf so definiert: Unter Beruf versteht man jede auf Dauer berechnete und nicht nur vorübergehende, der Schaffung und Erhaltung einer Lebensgrundlage dienende Betätigung. Um einen Beruf auszuüben, sind weder Begeisterung, Hingabe oder gar Liebe für deine Tätigkeit nötig. Im Grundgesetz ist ebenso die freie Berufswahl verankert. Zu entscheiden, welcher Beruf der richtige ist, fällt jedoch nicht Jedem leicht und nur allzu oft werden gerade junge Menschen in einen Beruf hinein gezwängt, der ihnen eigentlich gar nicht liegt, nur um überhaupt irgendeiner Tätigkeit nachzugehen.

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Berufung finden: Was will ich machen?

Nur drei kleine Buchstaben sind es, die aus dem „Beruf“ eine „Berufung“ machen. Doch genau das kann einen enormen Unterschied bedeuten: Kennen Sie Ihre Berufung und schaffen es, sie in die Tat umzusetzen? Dann kommen Sie Ihrer persönlichen Entfaltung schon sehr nahe.

Berufliche Zufriedenheit und persönliches Glück gehen oft Hand in Hand. So werden Sie insgesamt zufriedener und glücklicher mit Ihrem Leben sein. Ihre Berufung ist genau das, was Sie wirklich gerne machen. Es ist das, wozu Sie sich berufen fühlen. Und aus diesem Grund machen Sie Ihre Arbeit auch gut.

Warum ist mein Beruf noch nicht meine Berufung?

In der eigenen Berufung zu sein, bedeutet, Ihre Talente und Fähigkeiten zu erkennen und das ganze Potenzial zu nutzen, das in Ihnen steckt. Wir können es auch den Traumberuf nennen, den Sie voller Freude, Hingabe und Leidenschaft ausüben.

Im Optimalfall entspricht Ihr Beruf auch Ihrer Berufung. Doch ist das eher die Ausnahme. Drei mögliche Gründe hierfür sind:

  1. Sie haben Ihre Berufung noch nicht gefunden.
  2. Sie kennen Ihre Berufung zwar, haben aber nicht den Mut, Ihren Wunsch in die Tat umzusetzen.
  3. Sie warten noch auf die passende Gelegenheit, Ihre Berufung zum Beruf zu machen.

Um zu erkennen, was Ihre Berufung ist, hilft es zunächst zu überlegen:

  • Was will ich wirklich machen?
  • Wo liegen meine besonderen Fähigkeiten?
  • Welches Talent habe ich?
  • Wie kann ich mein Potential optimal nutzen?
  • Welche Tätigkeiten machen mir besonders viel Spaß?
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Was sind die Stolpersteine auf dem Weg zur Berufung?

Der Weg zur eigenen Berufung ist oft schwierig. Nicht immer offenbart sich die Berufung klar und deutlich. Viele Menschen haben auch verlernt, auf ihre innere Stimme, ihre Intuition oder auf ihr Bauchgefühl zu hören, weil im Außen zu viel auf sie hereinprasselt, dass sie ihre eigenen Bedürfnisse verdrängen oder in den Hintergrund stellen. Der berufliche Alltag erlaubt kaum noch Gedanken an Selbstverwirklichung oder Selbstbestimmung und schon gar nicht an berufliches Glück.

Floskeln, wie „Arbeiten, um zu leben“, oder „Leben, um zu arbeiten“ stehen im Vordergrund und lassen individuelle Wünsche verblassen. Sie sind zwar unzufrieden mit der gegenwärtigen Situation und wünschen sich tief im Inneren eine Veränderung, können aber nicht klar genug benennen, was genau sich ändern soll. Teilweise ist es zu mühselig oder zu anstrengend, sich darüber Gedanken zu machen und dann lieber so weiter zu machen wie bisher.

Was hält mich von meiner Berufung ab?

Bequemlichkeit ist hierfür oft der Hauptgrund. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, das ungern aus alten Mustern ausbrechen möchte. So verbleiben viele über Jahre oder gar Jahrzehnte in einem Job, der ihnen nicht entspricht, nur weil sie Angst vor Veränderungen haben. Ebenso geht es ihnen mit der konkreten Entscheidung, welchen anderen Tätigkeiten oder Aufgaben sie sich stattdessen widmen wollen. „Ich würde ja gern was anderes machen, aber was?“ So oder so ähnlich hört es sich bei vielen an, wenn sie auf der Suche nach ihrer Berufung sind.

Auch Zweifel an den eigenen Fähigkeiten oder am Erfolg einer neuen Herausforderung gelten als große Hemmschwellen auf dem Weg in die Berufung. Nicht zuletzt wird leider viel zu oft auf die Meinungen von Skeptikern gehört, die warnend den Zeigefinger heben und tunlichst davon abraten, die vermeintlich sichere Komfortzone zu verlassen. Denn was wäre, wenn du deinen Traumjob findest und ihn ausleben darfst, davon aber nicht leben kannst? „Denk doch an deine Existenz, an deine Familie, übernimm Verantwortung, sei vernünftig“, sind Ratschläge, die man dann nur allzu oft zu hören bekommt und die das Vorankommen auf dem Weg in die Berufung behindern.

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Wie erkenne ich, dass ich meine Berufung noch nicht gefunden habe?

Nicht immer offenbart sich die Berufung sofort in ihrer ganzen Klarheit. Nach der Schule oder dem Studium gehen viele oft einer Tätigkeit nach, die im Moment interessant oder spannend erscheint. Vielleicht arbeiten Freunde in diesem Beruf oder ein Elternteil geht in diesem Beruf auf. In die Fußstapfen von anderen zu treten, bedeutet aber nicht, dass das der richtige Weg für Sie selbst sein muss. Entsprechend stellt sich mit der Zeit eine gewisse Ernüchterung ein. Die in den Job gesetzten Erwartungen werden nicht erfüllt, weil der gewählte Beruf eben nicht der eigenen Berufung entspricht und die Tätigkeit wenig oder gar nichts damit zu tun hat.

Dabei spielt es nur eine untergeordnete Rolle, wie gut oder schlecht Sie in Ihrem Job sind. Auch wenn Sie in Ihrem Beruf brillieren, muss das noch lange nicht heißen, dass er auch Ihrer Berufung entspricht. Es kann durchaus sein, dass Sie Ihren Beruf auf eine gewisse Weise gern haben. Vielleicht, weil die Tätigkeit einfach ist, Sie gut bezahlt werden oder Sie sich mit den Kollegen gut verstehen. Wichtig dabei ist Ihr eigenes Empfinden, das Sie bei Ihrer Arbeit haben und ob Sie das Gefühl haben, dass diese Sie vollkommen erfüllt.

Was sind Indizien für eine fehlende Berufung?

Dass Sei Ihre Berufung (noch) nicht gefunden haben, können Sie an den folgenden Anzeichen erkennen:

  • Sie wachen morgens auf und sind lustlos und unmotiviert.
  • Vor Ihnen liegt ein anstrengender Tag mit Aufgaben, die Ihnen über den Kopf wachsen.
  • Sie fühlen sich ausgelaugt, gestresst und überfordert.
  • Sie sehnen sich nach dem Feierabend und hangeln sich von Wochenende zu Wochenende.
  • Sie haben keine Freude an deiner Arbeit.
  • Sie sind gelangweilt oder sehen keinen Sinn in Ihrer Tätigkeit.
  • Ihnen fehlt die Anerkennung.
  • Ihre Lebensqualität leidet massiv.

Warum sollte ich meiner Berufung folgen?

Sind Sie in Ihrer Berufung angekommen und haben diese zum Beruf gemacht, geht Ihnen alles leichter von der Hand. Ganz ohne Mühe erledigen Sie Arbeiten, die Ihnen noch dazu jede Menge Spaß und Freude bereiten. Selbst für knifflige Herausforderungen finden Sie kreative Lösungen. Sie bekommen Anerkennung und positives Feedback, was Sie dazu motiviert, Ihr Potenzial bis ans Maximum auszuschöpfen.

Sie sind stolz auf Ihre Ergebnisse, und das gibt Ihnen ein gesundes Selbstvertrauen. Folgen Sie Ihrer Berufung, kann es auch mal stressig werden. Ebenso gehören gelegentliche Rückschläge dazu. Aber all das prallt an Ihnen ab. Es macht Ihnen schlechtweg nicht so viel aus, weil Sie felsenfest hinter Ihrer Arbeit und Ihrer eigenen Leistung stehen. Sie bringen ein solch hohes Maß an Leidenschaft und Engagement mit ein, dass Ihnen Nichts und Niemand die Motivation und die Freude an Ihrer Tätigkeit nehmen kann.

Was kann mir helfen, meine Berufung zu erkennen?

Bevor Sie Ihrer Berufung folgen können, müssen Sie diese erst einmal erkennen. Hier ein paar Tipps und Orientierungsfragen, was Ihnen auf der Suche danach helfen kann:

Was genau stört mich an der aktuellen Situation?

Dieser erste Schritt, Ihre Berufung zu finden, ist Selbstreflexion. Hier sollten Sie kritisch den status quo Ihrer Tätigkeit analysieren. Wichtig ist es, ein rundes Gesamtbild der Arbeitssituation zu bekommen. Dabei sollten Sie auch länger zurückliegende Ereignisse oder Situationen mit einbeziehen: „Was hat mich besonders geärgert? Worüber war oder bin ich besonders enttäuscht? In welcher Situation habe ich mich besonders unwohl gefühlt?“ – Auch Überlegungen, wie „Was hat mich besonders gefreut und welche Momente haben mir die größte Zufriedenheit bereitet?“, gehören zu dieser Art der Selbstreflexion. Es sind genau solche Erkenntnisse, die Sie als Ansatzpunkt für die Suche nach Ihrer Berufung nehmen können. Sie können Ihnen als erste Anhaltspunkte dienen, die Ihnen den Weg in die richtige Richtung weisen.

Wichtig: Seien Sie sich selbst gegenüber unbedingt ehrlich. Sich eine Situation schönzureden oder Negatives auszulassen, bringt Sie nicht weiter.

Wie nutze ich meine Freizeit?

Hobbys und außerberufliche Aktivitäten sind ein gutes Indiz dafür, wofür Ihr Herz in Wirklichkeit schlägt. Ganz genau das ist der Grund, dass sich hier oftmals die Berufung finden lässt. Womit verbringen Sie Ihre Wochenenden? Was machen Sie neben Ihrer Arbeit, in dem Sie vollkommen aufgehen und die Zeit um sich herum komplett vergessen? Sind Sie kreativ oder künstlerisch tätig oder toben Sie sich lieber beim Handwerken aus? Treiben Sie leidenschaftlich gern Sport? Oder arbeiten Sie vielleicht ehrenamtlich in einer wohltätigen Organisation? Oder sind Sie in einem Verein aktiv? Was bisher vielleicht von Ihnen nur als schöner Zeitvertreib angesehen wurde, könnte tatsächlich Ihre Berufung sein und Ihre Motivation könnte Ihr Antrieb sein, dahin zu gelangen.

Was war mein Kindheitstraum?

Sicher hatten Sie als Kind Wünsche und Träume und eine ganz klare Vorstellung von dem, was Sie später mal werden möchten. Damit sind nicht die klassischen Wünsche gemeint, wie Feuerwehrmann, Prinzessin oder Astronaut. Versuchen Sie sich zu erinnern, zu welchem Bereich Sie sich schon als Kind immer besonders hingezogen gefühlt haben. Was war für Sie besonders spannend oder interessant? Denken Sie auch an Ihre Schulzeit zurück: Welche Fächer lagen Ihnen besonders? Vergleichen Sie anschließend, ob Ihr aktueller Beruf diesen Erkenntnissen entspricht. Auch hier heißt es: Nehmen Sie sich die Zeit und schauen Sie tief in sich hinein!

Was sagen gute Freunde und Verwandte?

Ihre Berufung ist zwar eine persönliche Angelegenheit. Das heißt aber nicht, dass Sie diese ganz alleine finden müssen. Oft helfen nahestehende Personen das Offensichtliche zu erkennen, was Sie vielleicht nicht als so offensichtlich empfinden. Sprechen Sie daher unbedingt auch mit Ihren besten Freunden oder mit Ihrer Familie über dieses Thema und versuchen Sie sich zu erinnern, wo Sie schon mal gehört haben: „Das solltest du unbedingt professionell tun!“ Oder: „Das wäre der perfekte Beruf für dich!“ Ihr enges Umfeld kennt Sie meist sehr gut und liefert Ihnen einen objektiven Blick auf Sie und Ihre Fähigkeiten.

Was würde ich tun, wenn Geld keine Rolle spielen würde?

Zum Schluss lassen Sie bitte mal Ihre Finanzen ganz außer Acht. Natürlich dreht sich Vieles ums Geld und die finanzielle Lage. Doch was wäre, wenn nicht? Würde für Sie Geld keine Rolle spielen und Sie müssten sich über Ihre Finanzen keinerlei Gedanken mehr machen: Wie würden Sie dann Ihre Tage am liebsten verbringen? Sicher, die Frage ist ein bisschen utopisch. Aber sie ist einer der wichtigsten Schlüssel dazu, Ihre Berufung zu finden…

Über den Autor:
Alexander Markwirth ist Experte für die eigene Berufung und arbeitet seit mehr als 15 Jahre als Coach, Berater und Trainer. Mithilfe seiner Managementerfahrung unterstützt er Menschen dabei, in kurzer Zeit die eigene Berufung zu finden und zu leben.

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[Bildnachweis: pikolorante by Shutterstock.com]



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