Wie lautet die korrekte Anrede in Briefen und E-Mail?

Aller Anfang ist schwer – vor allem in Briefen und E-Mails. Das geht schon bei der korrekten Anrede los: Schreibt man einfach nur förmlich: „Sehr geehrte Damen und Herren“ – oder geht es auch besser? Zum Beispiel mit: „Guten Tag“, „Hallo“, „Liebe(r)“, „Hi!“? Welche Anreden gelten heute noch als zeitgemäß? Welche als überholt oder modern? Wir klären auf…

Wie lautet die korrekte Anrede in Briefen und E-Mail?

Wie lautet die richtige Anrede in Brief und E-Mail?

Grundsätzlich sollte man bei der korrekten Anrede – egal, ob Brief oder E-Mail – zunächst nach der Beziehung zum Empfänger differenzieren und die Anrede dann entsprechend formulieren.

Je besser Sie sich kennen und je vertrauter Sie sich sind, desto lockerer darf die Anrede ausfallen. Umgekehrt: Sprechen oder schreiben Sie einen Fremden an, sollte die Anrede umso förmlicher sein.

Bei förmlichen Briefen oder E-Mails zwischen (noch unbekannten) Geschäftspartnern lautet die Anrede:

  • Sehr geehrter Herr Mustermann,
  • Sehr geehrte Frau Musterfrau,
  • Sehr geehrte Frau Musterfrau, sehr geehrter Herr Mustermann,
    (bei mehreren Ansprechpartnern)
  • Sehr geehrte Damen und Herren,
    (falls der Empfänger unbekannt ist)

(Achten Sie hierbei bitte auch auf das Komma am Schluss! Danach wird mit einem Leerabsatz klein weitergeschrieben.)

Wer sich schon etwas besser kennt und vertrauter ist, kann heute auch – modern – zum „Hallo“ wechseln.

Ebenso akzeptiert und gebräuchlich ist heute das „Guten Tag!“. Beide Varianten („Hallo“ und „Guten Tag“) lassen sich mit einer persönlichen Anrede verknüpfen:


    „Hallo Herr Mustermann!“
    „Guten Tag, Frau Mustermann!“

Noch vertraulicher ist die Anrede „Liebe“, „Lieber“. Sie ist aber schon sehr vertraulich und daher engen Kollegen, guten Bekannten und Freunden vorbehalten. Oft auch Menschen mit denen man per Du ist.

Korrekt genutzt lässt sich diese Anrede auch wieder mit den anderen Varianten kombinieren:

  • Liebe Claudia,
  • Lieber Max,
  • Liebe Frau Mustermann,
  • Hallo, lieber Herr Mustermann,
  • Guten Tag, liebe Frau Mustermann,

Weil aber nicht jeder so oder mit einem saloppen „Hallo“ oder „Hi“ angesprochen werden will, sollten Sie im Zweifel (und erst recht im geschäftlichen Kontext) lieber die formelle Anrede nutzen. Sie ist vielleicht nicht immer die modernste, dafür aber immer respektvoll und korrekt.

Bei all diesen Anreden wird zudem nicht zwischen Postbriefen oder einer E-Mail unterschieden. Letztere verführt zwar gerne mal dazu, die Etikette zu ignorieren. Das sollten Sie aber nicht: Auch E-Mails – insbesondere im Geschäftsleben – sind ebenso förmlich und offiziell zu betrachten wie ein Geschäftsbrief per Post oder Fax.

Wie rede ich Empfänger mit akademischem Grad an?

Da beispielsweise der Doktortitel Namensbestandteil wird, gilt es als angemessen und höflich, Empfänger mit akademischem Grad auch so anzusprechen. Schließlich ist dies der höchste akademische Abschluss.

Förmlich korrekt lautet hier die Anrede:

  • „Sehr geehrter Herr Dr. Mustermann“

Sogenannte Amtsbezeichnungen bei hoch gestellten Personen des öffentlichen Lebens beginnen indes in der Regel mit „Herr…“. Also zum Beispiel so:

  • „Herr Minister“
  • „Frau Abgeordnete“
  • „Frau Professorin“
  • „Herr Pfarrer“

Wobei hierbei vor allem wieder die Beziehung zueinander und die Hierarchie eine Rolle spielt: Ein Student wird seine Professorin mit „Sehr geehrte Frau Professor Müller“ anschreiben. Professoren untereinander werden tendenziell eher das „Liebe Frau Kollegin…“ oder einfacher „Lieber Herr…“ nutzen.

In Adelskreisen oder gegenüber Würdenträgern ist es wiederum üblich, das sogenannte Prädikat zu verwenden:

  • „(Eure) Hoheit“
  • „Eminenz“
  • „Exzellenz“
  • „Hochwürden“

Generell aber lässt sich sagen: Bei der Anrede – egal, ob förmlich oder vertraut – hat die Ansprache über den Namen des Ansprechpartners und Empfängers immer Vorrang. Nur wenn Sie partout keinen Namen wissen, sollten Sie auf die unpersönliche Form „Sehr geehrte Damen und Herren,“ zurückgreifen.

Namen haben Macht. Jeder Mensch fühlt sich mehr angesprochen (und geschmeichelt), wenn sein Name schon in der Anrede fällt.

[Bildnachweis: Naresuan261 by Shutterstock.com]
25. November 2019 Karrierefragen Redaktion Icon Autor: Karrierefragen Redaktion

Die Redaktion der Karrierefragen besteht aus ausgewiesenen Job- und Karriereexperten mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung. Sie sind zudem regelmäßige Autoren der Schwesterseite Karrierebibel.de mit mehr als 4 Millionen Lesern im Monat.

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