Wie formuliert man eine Abschiedsmail?

Egal, ob Ihnen der Abschied schwer fällt oder Sie froh sind, den Arbeitgeber endlich zu verlassen – zum guten Ton gehört eine Abschiedsmail. Hier haben Sie die Gelegenheit, sich von langjährigen Kollegen, dem Chef und auch Kunden, mit denen Sie zusammengearbeitet haben, zu verabschieden. Dabei ist es gar nicht so leicht, die richtigen Worte zu finden und viele Arbeitnehmer fragen sich: Wie formuliere ich eine Abschiedsmail? Schließlich wollen Sie einen guten letzten Eindruck und keinen faden Beigeschmack hinterlassen. Wir zeigen, welche Regeln bei einer Abschiedsmail befolgt werden sollten und worauf es bei der Formulierung ankommt…

Wie formuliert man eine Abschiedsmail?

Worauf muss ich bei einer Abschiedsmail achten?

Auf den ersten Blick scheint eine Abschiedsmail keine große Sache zu sein. Ein paar nette Worte, ein kurzes Auf Wiedersehen und schon kann der digitale Abschiedsbrief verschickt werden. Allerdings sollten Sie eine Abschiedsmail nicht auf die leichte Schulter nehmen. Mit dem Schreiben bleiben Sie immerhin in – bestenfalls positiver – Erinnerung, selbst nachdem Sie schon längst bei einem anderen Unternehmen angefangen haben.

Deshalb gibt es gleich mehrere Aspekte, die Sie bei einer Abschiedsmail unbedingt berücksichtigen sollten:

  • Kein böses Blut

    Ganz wichtig: Eine Abschiedsmail ist keine Abrechnung mit nervigen Kollegen oder einem anstrengenden Chef. Verkneifen Sie sich in jedem Fall das Nachtreten auf den letzten Metern, bevor das Arbeitsverhältnis endet. Dies ist nicht das Niveau, auf dem Sie sich verabschieden wollen. Selbst wenn das Verhältnis zum Chef nicht immer rosig war, sollten Sie in der Abschiedsmail wahre Größe beweisen.

  • Keine Gefühlsduselei

    In Ihrer Abschiedsmail dürfen ruhig Emotionen mitschwingen. Gerade wenn Sie sich im Job wohlgefühlt haben und nette Kollegen zurücklassen. Hier kommt es jedoch auf das richtige Maß an, denn eine Abschiedsmail sollte weiterhin professionell bleiben. Zu viel Kitsch und Gefühlsduselei hat darin nichts verloren. Große Gefühle sollten Sie sich lieber für den persönlichen Abschied von Ihren Lieblingskollegen aufheben.

  • Keine falschen Botschaften

    Vielleicht haben Sie gerade eine Zusage für Ihren absoluten Traumjob bekommen oder wechseln in eine Position, in der Sie deutlich mehr verdienen als bisher – dennoch haben solche Ich bin jetzt etwas besseres… Botschaften nichts in der Abschiedsmail verloren. Sie wollen sich mit einem sympathischen Eindruck verabschieden und nicht als eingebildeter Schnösel in Erinnerung bleiben. Denken Sie daran: Sie wissen nie, wann Sie noch einmal mit dem Chef oder den Kollegen zu tun haben. Und auch nicht, in welcher Situation Sie sich dann befinden.

Welcher Inhalt gehört in eine Abschiedsmail?

Sie sitzen am Computer, wollen mit der Abschiedsmail beginnen, doch stehen erst einmal vor der Frage: Was sollte ich überhaupt in eine Abschiedsmail schreiben? Grundsätzlich sind Sie natürlich frei in Wortwahl und Formulierungen, solange Sie sich an die obigen Regeln halten.

Beginnen Sie am besten mit einen aussagekräftigen und eindeutigen Betreff. Dieser kann beispielsweise ganz einfach Ich möchte mich verabschieden oder auch Danke und Auf Wiedersehen lauten. Es sollte dem Empfänger sofort klar werden, worum es in dem Schreiben geht. Andere Optionen für den Betreff sind beispielsweise Time to say goodbye oder Vielen Dank und alles Gute!

Das Schreiben selbst enthält dann typischerweise vier inhaltliche Bereiche:

  • Ankündigung

    Die Hauptaussage einer Abschiedsmail lautet: Ich verlasse das Unternehmen. Genau dies sollte deshalb bereits am Anfang auf den Punkt gebracht werden. Sie können zunächst noch ein paar einleitende Worte schreiben oder gleich mit der wichtigsten Nachricht beginnen. Zusätzlich sollte Ihre Abschiedsmail in der Ankündigung Ihrer beruflichen Veränderung das genaue Datum enthalten.

    So weiß der Empfänger genau, wie lange Sie noch da sind und kann sich – falls gewünscht – noch einmal persönlich bei Ihnen verabschieden. Auch deshalb sollten Sie die Abschiedsmail nicht erst am allerletzten Tag verschicken, sondern mit einigem Vorlauf, bevor Sie tatsächlich das Unternehmen verlassen.

  • Rückblick

    Ein schöner Aspekt in einer Abschiedsmail ist ein kurzer Rückblick auf die Zusammenarbeit. Sie müssen nicht gleich Ihren gesamte Werdegang beim Unternehmen Revue passieren lassen, doch ein kurzer Überblick lässt auch den Leser in positiven Erinnerungen schwelgen.

    Erwähnen Sie die großen und erfolgreichen Projekte, die gemeinsam bewältigt wurden, die Herausforderungen, die man zusammen gemeistert hat und die vielen Erfahrungen, die im Team gesammelt werden konnten. Mit einem solchen Rückblick zeigen Sie auch, dass die Arbeit Ihnen wirklich etwas bedeutet hat und dass Sie sich immer gerne daran erinnern.

  • Dank

    Ein großes Dankeschön darf in keiner Abschiedsmail fehlen. Sie durften im Unternehmen eine Menge lernen, haben sich persönlich und beruflich weiterentwickelt, haben vermutlich oftmals Unterstützung und Ratschläge von Kollegen erfahren und können im Anschluss an diese Entwicklung den nächsten Schritt gehen. Dafür haben alle, die daran beteiligt waren, einen Dank verdient.

    In der Abschiedsmail sollten Sie dabei jedoch keine Namen nennen. Das würde nur dazu fühlen, dass sich einige Empfänger benachteiligt fühlen oder das Gefühl haben, sie hätten ebenfalls einen größeren und persönlichen Dank verdient. Besser ist es deshalb, zusätzlich zur Mail in einem Gespräch unter vier Augen Ihren Dank zu äußern.

  • Weiterer Kontakt

    Mit dem Abschied aus dem Unternehmen sollten Sie keine Brücken abbrechen und verbrannte Erde hinterlassen. Die Abschiedsmail muss kein Abschied für immer sein, sondern kann den Wunsch enthalten, auch weiterhin in Kontakt zu bleiben. Möglichkeiten dazu gibt es heutzutage schließlich genug, selbst wenn Sie in eine entfernte Stadt oder gar ein anderes Land ziehen.

    Fügen Sie deshalb in die Abschiedsmail Ihre neue E-Mail Adresse und eine Telefonnummer an, um auch nach dem Ende der Zusammenarbeit den Kontakt halten zu können. Zudem können Sie auch noch den Link zu Ihrem Xing- oder Linkedin-Profil angeben, um sich dort zu vernetzen.

Wie kann eine Abschiedsmail aussehen?

In der Theorie wissen Sie nun alles, um die perfekte Abschiedsmail zu schreiben. Damit es aber nicht nur bei grauer Theorie bleibt, gibt es zum Abschluss noch ein Beispiel, wie eine solche Abschiedsmail aussehen kann:

Liebe Kollegen,

die letzten Monate vergingen wie im Flug, nun steht mein Abschied kurz bevor: Am TT.MM.JJJJ verlasse ich das Unternehmen und möchte mich auf diesem Wege herzlich von euch verabschieden.

Ich blicke mit Freude und Stolz auf die letzten sieben Jahre zurück und erinnere mich gerne an die großen Erfolge, die wir gemeinsam erleben durften. Vor allem das Projekt XY im vergangenen Jahr hat uns alle näher zusammengebracht. Der Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung im Team werden mir fehlen.

Nun orientiere ich mich beruflich neu, möchte aber vorher noch einmal mit euch allen anstoßen. Eine Einladung zu meiner Ausstandsfeier werdet ihr in den nächsten Tagen erhalten.

Zudem hoffe ich, dass wir auch in Zukunft in Kontakt bleiben können. Für eine Tasse Kaffee und ein nettes Gespräch bin ich immer zu haben. Ihr erreicht mich unter meiner privaten E-Mail Adresse m.mustermann@mail.com oder über meine Telefonnummer 01234/56789.

Ich wünsche euch beruflich, aber auch privat alles Gute und weiterhin viel Erfolg. Bleibt so ein wunderbares Team, wie ihr es schon immer gewesen seid.

Mit den herzlichsten Grüßen
Max Mustermann

[Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]
5. Dezember 2019 Karrierefragen Redaktion Icon Autor: Karrierefragen Redaktion

Die Redaktion der Karrierefragen besteht aus ausgewiesenen Job- und Karriereexperten mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung. Sie sind zudem regelmäßige Autoren der Schwesterseite Karrierebibel.de mit mehr als 4 Millionen Lesern im Monat.

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