Ansprechpartner unbekannt. Welche Anrede nutze ich in der Bewerbung?

Im Internet finden sich zahlreiche Stellenanzeigen – in Online-Jobbörsen, in sozialen Netzwerken, auf den Karriereseiten der Arbeitgeber. Klar, wer sich für das Jobangebot interessiert, der schreibt eine Bewerbung. Was aber, wenn in der Stellenanzeige kein Ansprechpartner genannt wird? Wie lautet dann die Anrede? Schreiben Sie dann einfach „Sehr geehrte Damen und Herren“ oder geht es auch besser? Wir klären auf…

Ansprechpartner unbekannt. Welche Anrede nutze ich in der Bewerbung?

Welche Anrede im Anschreiben nutzt man, wenn der Ansprechpartner unbekannt ist?

Das Problem vieler Bewerbung ist heute, dass es Massenbewerbungen sind. Nicht weniger Jobsuchende bewerben sich auf mehrere Stellen gleichzeitig, um ihre Chancen zu erhöhen. Das ist einerseits verständlich.

Andererseits ist es aber auch genau das, was Personaler und Recruiter ungern lesen: Austauschbare und floskelhafte Anschreiben, mit denen man sich bei einem Automobilhersteller als Ingenieur ebenso bewerben kann wie im Controlling einer Bank. Und das geht eben schon oft bei der Anrede los.

Die förmliche Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“ ist grundsätzlich nicht falsch. Sie ist neutral, immer richtig, aber eben auch das: beliebig und austauschbar. Bewerbungsratgeber empfehlen daher schon seit Jahren, die Bewerbung lieber an einen möglichst konkreten und namentlich bekannten Empfänger zu adressieren.

Sehr geehrte Frau Müller klingt eben gleich viel persönlicher als Sehr geehrte Damen und Herren.

Was aber können Sie tun, wenn schon in der Stellenanzeige kein Ansprechpartner genannt wird? Wie lautet die Anrede dann?

In dem Fall haben Sie zwei Optionen:

  • Sie wählen die neutrale Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“. Nicht falsch, aber eben auch unpersönlich. Das kann man mit einem originellen Anschreiben rausreißen. Aber besser ist Option zwei – auch wenn Sie mehr Mühe macht.
  • Recherchieren Sie den passenden Ansprechpartner. Manchmal finden Sie die Hinweise schon auf der Karriereseite des Arbeitgebers. Teilweise auch auf der Webseite des Unternehmens, wenn die Personalabteilung dort detailliert aufgeführt wird. Auch können Sie über das Impressum der Website an die Telefonnummer gelangen und sich zur Personalabteilung durchfragen. Manchmal helfen einem auch die zuständigen Mitarbeiter der Social Media Seiten (auf Facebook, Twitter oder Instagram) weiter, wenn man sie höflich danach fragt.

Sagen Sie in diesem Fall, dass Sie großes Interesse an der Stelle haben, aber nicht wissen, an wen Sie Ihre Bewerbung adressieren sollen. Und „Sehr geehrte Damen und Herren“ wäre ja wohl ein bisschen unpersönlich… Schon sind Sie mit den Personalern im Gespräch.

Vielleicht finden die Ihr Engagement so interessant, dass sie mit Ihnen gleich ins Plaudern kommen und Ihnen eine besondere E-Mail geben, weil Sie sich damit schon von anderen Bewerbern abheben. Im Grunde können Sie dabei nicht verlieren, nur gewinnen. Also nur Mut: Frechheit siegt!

Es ist leider ein weit verbreiteter Irrglaube, zu denken, wer keinen Ansprechpartner nennt, will auch nicht angerufen werden. Natürlich will man in der Personalabteilung nicht von jedem angerufen werden, aber das macht eben auch nicht jeder. Entsprechend wirkt das wie ein erster Filter.

Hinzu kommt: Es gibt IMMER einen zuständigen Sachbearbeiter für die jeweilige Stelle. Den direkt zu adressieren, ist sicher nicht lästig – es kommt dabei allein auf das WIE an. Klar, wer hier aufdringlich und grob agiert, punktet nicht. Aber mit entsprechendem Charme lassen sich zahlreiche Türen öffnen.

So schrieb uns erst kürzlich der Personalchef eines namhaften Arbeitgebers:

Ich persönlich habe nur gute Erfahrungen gesammelt, wenn sich Bewerber per Telefon gemeldet haben. Wer hier durch gute Umgangsformen, Freundlichkeit, hohe Motivation und gute Vorbereitung positiv auffällt, wir meist direkt zum zuständigen Mitarbeiter durchgestellt. Daraus haben sich fast immer sehr informative Gespräche ergeben. Und oft auch eine spätere Einstellung.

Es ist eben so: Wer fragt, gewinnt – vor allem die Chance, sich von der Masse abzuheben und persönlicher zu werden. Oder vielleicht am Telefon noch ein paar Extra-Informationen zu bekommen. Und nur darum geht es: Nicht nur Detektiv spielen, sondern die eigenen Bewerbungschancen verbessern. Schließlich will man ja den Job.

Masse statt Klasse können alle anderen schon.

[Bildnachweis: Halfpoint by Shutterstock.com]
10. November 2019 Karrierefragen Redaktion Icon Autor: Karrierefragen Redaktion

Die Redaktion der Karrierefragen besteht aus ausgewiesenen Job- und Karriereexperten mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung. Sie sind zudem regelmäßige Autoren der Schwesterseite Karrierebibel.de mit mehr als 4 Millionen Lesern im Monat.

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