Wie oft darf ein befristeter Vertrag verlängert werden?

Aktuell bieten viele Arbeitgeber Neueinstellungen nur einen befristeten Arbeitsvertrag an. Der ist dann meist auf ein Jahr oder zwei Jahre begrenzt. Danach endet das Arbeitsverhältnis ganz regulär und automatisch wieder. Es sei denn, der Arbeitgeber bietet eine sogenannte Entfristung des Vertrages dann. In dem Fall wird daraus eine unbefristete Stelle. Oder die Befristung wird noch einmal verlängert. Wie oft aber darf ein befristeter Vertrag überhaupt verlängert werden und welche Regelungen sind dabei zu beachten? Wir klären auf…

Wie oft darf ein befristeter Vertrag verlängert werden?

Wie oft darf ein befristeter Vertrag verlängert werden?

Bei einem befristeten Arbeitsvertrag wird das Ende der Beschäftigung automatisch mit aufgenommen. Rechtlich ist dieser Vertrag im Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) verankert. Darin werden auch sämtliche Gründe für eine Befristung, deren Dauer, Kündigung, Folgen und vieles mehr geregelt.

Juristen unterscheiden bei der Befristung eines Arbeitsvertrages grundsätzlich danach, ob hierfür…

  • ein Sachgrund vorliegt. Also zum Beispiel die Vertretung eines Mitarbeiters in Elternzeit, eine Schwangerschafts- oder Krankheitsvertretung.
  • Oder ob es sich um eine Befristung ohne Sachgrund handelt. Zum Beispiel weil der Arbeitgeber bei seiner Belegschaftsgröße und bei Neueinstellungen flexibel bleiben möchte.

Dieser Sachgrund wiederum hat Auswirkungen darauf, wie oft und wie lange der befristete Vertrag verlängert werden darf:

  • Befristung mit Sachgrund

    Wurde das Arbeitsverhältnis aus einem Sachgrund befristet, darf die Befristung andauern, solange dieser Sachgrund besteht.

  • Befristung ohne Sachgrund

    Besteht die Befristungen ohne Sachgrund, darf dieser Vertrag laut Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) nur bis zu zwei Jahre kalendermäßig befristet werden. In dieser Zeit darf der Vertrag maximal dreimal verlängert werden.

Warum Arbeitgeber einen solch befristeten Arbeitsvertrag überhaupt anbieten, ist nicht immer ganz klar. Der häufigste Grund ist allerdings eine Art „verlängerte Probezeit„.

Die darf laut Gesetz nicht länger als ein halbes Jahr sein. Mit einem befristeten Vertrag lässt sich daraus aber ganz leicht ein oder gar zwei Jahre machen. In der Zeit haben dann Arbeitnehmer und Arbeitgeber die Chance, sich ganz genau kennenzulernen und herauszufinden, ob sie zueinander passen. Wie bei den ersten sechs Monaten „auf Probe“.

Falls beide Parteien finden, dass das Arbeitsverhältnis nicht passt, bedarf es keiner Kündigung. Das Arbeitsverhältnis endet automatisch nach Ablauf der Befristung. Allerdings auch nicht vorher! Bei einem befristeten Arbeitsvertrag entfällt die Probezeit – und damit die Möglichkeit innerhalb von zwei Wochen ohne Angabe von Gründen zu kündigen. Ebenso ist eine vorzeitige Kündigung nur möglich, wenn beide Seiten zustimmen.

Was passiert, wenn der Sachgrund während der Befristung wegfällt?

Fällt der Befristungsgrund im Verlauf der Vertragsdauer weg (zum Beispiel weil die Mitarbeiterin nach der Elternzeit nicht in Ihren bisherigen Job zurückkehrt), hat dies keinen Einfluss auf die Befristung.

Damit der befristete Arbeitsvertrag wirksam wird, kommt es allein auf den Sachgrund an, der zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses bestanden hat. Fällt der Sachgrund später weg, wirkt sich dies nicht auf die Befristung aus. Sie endet, wie vertraglich vereinbart. Der Vertrag wird dadurch nicht automatisch verlängert oder entfristet.

Es entsteht dadurch also kein unbefristetes Arbeitsverhältnis.

Einzige Ausnahme: Der Arbeitgeber bietet dem Arbeitnehmer nach dem Wegfall des Sachgrundes einen neuen (befristeten) Arbeitsvertrag oder einen Änderungsvertrag an.

[Bildnachweis: stockfour by Shutterstock.com]
14. November 2019 Karrierefragen Redaktion Icon Autor: Karrierefragen Redaktion

Die Redaktion der Karrierefragen besteht aus ausgewiesenen Job- und Karriereexperten mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung. Sie sind zudem regelmäßige Autoren der Schwesterseite Karrierebibel.de mit mehr als 4 Millionen Lesern im Monat.

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