Warum muss man den Lebenslauf unterschreiben?

Sie sind mit der Erstellung Ihrer Bewerbungsunterlagen fertig, haben alle Angaben gemacht und müssen nur noch den Lebenslauf unterschreiben. Aber müssen Sie das wirklich? Bewerber fragen sich immer wieder, ob es überhaupt notwendig oder sogar verpflichtend ist, den Lebenslauf zu unterschreiben. Schließlich handelt es sich noch nicht um einen rechtskräftigen Vertrag, dem Sie mit Ihrer Unterschrift zustimmen. Dennoch sollten Sie den Lebenslauf unterschreiben – und wir erklären Ihnen nachfolgend warum. Außerdem erfahren Sie, wo und wie Sie die Unterschrift auf Ihren Bewerbungsdokumenten richtig platzieren…

Warum muss man den Lebenslauf unterschreiben?

Muss ich den Lebenslauf unterschreiben?

Zunächst einmal lautet die Antwort: Nein, Sie müssen den Lebenslauf nicht unterschreiben. Denn genau genommen gibt es keine rechtliche Pflicht dazu, den Lebenslauf zu unterschreiben. Ebenso wenig hat es negative arbeitsrechtliche Konsequenzen. In der Regel müssen Sie auch nicht befürchten, dass Ihre Bewerbung sofort aussortiert wird, wenn Sie keine Unterschrift auf den Lebenslauf setzen.

Allerdings sollten Sie dies trotzdem unbedingt tun!

Die meisten Personaler erwarten eine Unterschrift auf dem Lebenslauf und dürften sich zumindest wundern, wenn diese fehlt. Möglicherweise wird Ihnen sogar fehlende Sorgfalt unterstellt, was einen positiven Eindruck zunichte machen kann.

Auch ohne Pflicht ist es daher unbedingt zu empfehlen, dass Sie Ihren Lebenslauf unterschreiben. Dies gilt übrigens auch für das Anschreiben, bei dem es ebenfalls keine klare Regelung oder Vorgabe gibt, die eine Unterschrift verlangen würde.

In der Praxis sind trotzdem beide Dokumente zu unterschreiben – das gehört zu den vollständigen Bewerbungsunterlagen, die bekanntlich aus einem Guss sein sollten: So wie Sie dieselbe Schrift und dasselbe Design für Anschreiben und Lebenslauf verwenden sollten, sollten eben beide Dokumente der Vollständigkeit halber unterschrieben werden.

Warum wird der Lebenslauf unterschrieben?

Wer glaubt, die Unterschrift im Lebenslauf erfülle keine Funktion, irrt sich: Wenn Sie Ihren Lebenslauf unterschreiben, dokumentieren und bestätigen Sie damit, dass die gemachten Angaben korrekt sind und dass Sie dieses Dokument auf seinen Wahrheitsgehalt geprüft haben.

Die Unterschrift signalisiert: Ich stehe mit meinem Namen dafür ein, dass ich die Informationen nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt habe. Natürlich sind Ihre Angaben nicht automatisch falsch oder weniger wert, wenn Sie den Lebenslauf nicht unterschreiben.

Es mag aber auf das kritische Auge einiger Personaler so wirken. Ein Risiko, dass Sie gar nicht erst eingehen sollten. Ansonsten geht Ihnen möglicherweise der absolute Traumjob durch die Lappen, weil Sie den Lebenslauf nicht unterschreiben und es dem Personalverantwortlichen im Unternehmen negativ aufgefallen ist.

Zudem hat es absolut keine Nachteile, wenn Sie Ihren Lebenslauf unterschreiben. Solange Sie Ihren Lebenslauf möglichst leserlich mit einer Signatur versehen und die Vita mit Ihrer persönlichen Unterschrift richtig abschließen (mehr dazu weiter unten im Artikel), können Sie davon nur profitieren.

Ein weiterer Pluspunkt neben der Bekräftigung des Wahrheitsgehalts: Die Unterschrift verleiht der Bewerbung eine persönliche Note: Sie stammt eben nicht nur aus dem Drucker oder Kopierer, sondern wurde persönlich und handschriftlich eingefügt.

Macht die Unterschrift arbeitsrechtlich einen Unterschied?

Sollten Sie übrigens tatsächlich falsche Angaben im Lebenslauf machen, ist es egal, ob Sie diesen unterschrieben haben oder nicht. Wer eine Ausbildung erfindet, die er gar nicht gemacht hat, bei für den Job wichtigen Fähigkeiten lügt oder sich selbst gar einen Titel verleiht, der nicht vorhanden ist, riskiert auch Jahre nach der Einstellung noch eine fristlose Kündigung.

Aus arbeitsrechtlicher Sicht macht es somit keinen Unterschied, ob Sie den Lebenslauf unterschreiben. Wer hingegen noch weiter geht und beispielsweise Unterschriften auf Zeugnissen fälscht, begeht Urkundenfälschung.

Das ist kein Kavaliersdelikt und wird auch nicht als solcher behandelt. In einem solchen Fall drohen strafrechtliche Konsequenzen – mindestens eine Geldstrafe, aber das mögliche Strafmaß kann fünf Jahre Freiheitsstrafe umfassen.

Wo und wie wird der Lebenslauf unterschrieben?

Grundsätzlich gilt, wie auch bei anderen Schriftstücken und Dokumenten üblich, wird ein Lebenslauf am Ende der Seite unterschrieben. Sie unterschreiben, indem Sie Vor- und Zuname komplett ausschreiben. Die Unterschrift bildet den Abschluss und wird in der Regel durch die Angabe von Ort und Datum ergänzt.

Wenn Sie Ihren Lebenslauf unterschreiben, könnte dies beispielsweise so aussehen:

Lebenslauf Unterschreiben Beispiel1

Auch wenn es hierzu keine verbindliche Norm gibt, so zeigt bereits das Beispiel, dass eine bestimmte Positionierung der Unterschrift verbreitet ist: Ein Lebenslauf wird rechts unten am Ende des Dokuments unterschrieben.

Linksbündig neben der Unterschrift werden Ort und Datum eingefügt. Das kann gedruckt sein wie in diesem Beispiel, ebenso kann es aber auch handschriftlich erfolgen und sieht dann so aus:

Lebenslauf Unterschreiben Beispiel4

Eine Alternative ist, zwei Leerzeilen am Ende des Lebenslaufs zu lassen. Danach folgt die eigenhändige Unterschrift inklusive Vor- und Zunamen und darunter Ort und Datum. Das Ganze sieht dann so aus:

Lebenslauf Unterschreiben Beispiel2

Hier ist natürlich ebenso möglich, Ort und Datum handschriftlich abzufassen, wie im nachfolgenden Beispiel:

Lebenslauf Unterschreiben Beispiel3

Entscheidend dafür, wo Sie Ihren Lebenslauf unterschreiben, ist das Design und Layout Ihrer Bewerbungsunterlagen.


Extra-Tipp

Mancher Bewerber überlegt, ob bei einem zweiseitigen Lebenslauf beide Seiten unterschrieben werden müssen. Es reicht voll und ganz, nur die letzte Seite zu unterschreiben

Am besten sieht es aus, wenn Sie wie in der zweiten Variante die komplette letzte Zeile handschriftlich unterschreiben. Erstens ist alles einheitlich, zweitens geben Sie mit Ihrer Handschrift dem Ganzen eine persönliche Note. Und drittens kann eine schöne Handschrift das i-Tüpfelchen bei der Bewerbung sein.

Zwar sind Rückschlüsse auf den Charakter anhand der Graphologie eher fragwürdig und hierzulande nicht anerkannt. Aber von der Faszination völlig freisprechen kann sich davon wohl niemand – manche Schriften werden als schön empfunden, andere eher als schwer leserlich eingestuft.

Wer seiner Schrift eine positive Note verleihen möchte, sollte einen möglichst gleichmäßigen Schriftstil schreiben, leicht zur rechten Seite geneigt und nicht größer als zwei bis drei Zeilen der Druckschrift.

Was sollte beim Unterschreiben beachtet werden?

Zudem haben wir einige Tipps, wie Sie Ihren Lebenslauf richtig unterschreiben:

  • Setzen Sie Ihre Unterschrift handschriftlich

    Ihren Lebenslauf müssen Sie immer handschriftlich unterschreiben. Nur so hat die Unterschrift wirklich einen Wert, weil tatsächlich Sie persönlich den Lebenslauf unterschrieben haben. Wenn Sie nur in Word Ihren Namen in der selben Schriftart ans Ende setzen, können Sie auch gleich darauf verzichten.

  • Nutzen Sie einen hochwertigen Stift

    Ein Bleistift ist ohnehin ein absolutes Tabu für Unterschriften, weil er einfach auszuradieren ist. Kugelschreiber sind zwar beliebt, eignen sich aber nur bedingt und wirken eher billig – Sie wollen aber einen wertigen und qualitativen Eindruck machen. Deshalb empfiehlt sich ein Füller, wenn Sie Ihren Lebenslauf unterschreiben. Sowohl blaue als auch schwarze Tinte ist möglich, wenn Sie Ihre Unterschrift hervorheben wollen, können Sie sich für die Farbe entscheiden, die vom restlichen Text abweicht.

  • Unterschreiben Sie leserlich mit vollem Namen

    Wenn Sie Ihren Lebenslauf unterschreiben, sollte der Personaler Ihren Namen dabei noch entziffern können. Einige Unterschriften sind nur unleserliches Gekritzel und Schnörkel, bei denen kein Buchstabe mehr zu erkennen ist. Für den Lebenslauf ist das ungeeignet. Unterschreiben Sie stattdessen leserlich mit Vor- und Nachnamen.

Wie kann ich einen digitalen Lebenslauf unterschreiben?

Wurden früher Bewerbungsunterlagen ausgedruckt, unterschrieben und per Post ans Wunschunternehmen verschickt, setzen heute die meisten Arbeitgeber auf den digitalen Bewerbungsprozess. Entweder werden die Unterlagen per E-Mail verschickt oder gleich als PDF-Datei über ein Formular hochgeladen.

Damit einher geht die oft gestellte Frage: Wie kann ich einen digitalen Lebenslauf unterschreiben? Falsch ist es, beim digitalen Lebenslauf auf eine handschriftliche Unterschrift zu verzichten. Da Sie im elektronischen Dokument aber nicht direkt mit einem Füller unterschreiben können, müssen Sie einen kleinen Umweg gehen:

  • Schreiben Sie Ihren Namen als Unterschrift auf ein leeres Blatt Papier.
  • Scannen Sie dieses ein oder machen Sie ein Foto, das Sie sich als Bilddatei selbst schicken.
  • Bearbeiten Sie das eingescannte Dokument oder das Bild, um Ihre Unterschrift auf die richtige Größe zu bringen und (falls nötig) den weißen Hintergrund zu entfernen.
  • Laden Sie zum Schluss Ihre handschriftliche Unterschrift in das Dokument Ihres Lebenslaufs und positionieren es an der richtigen Stelle.

Wenn Sie Ihre Unterlagen auf elektronischem Weg einreichen, ist dieser Weg der beste. In der Theorie können Sie auch den gesamten Lebenslauf ausdrucken, von Hand unterschreiben und wieder einscannen, doch leidet hierbei die Qualität und das Schriftbild wird unscharf.

Falls Sie Ihre Bewerbungsunterlagen hingegen ganz klassisch per Post versenden gilt wie oben bereits erwähnt: Unbedingt persönlich, handschriftlich und mit Füller unterschreiben. Eine eingescannte Unterschrift, wenn dies gar nicht nötig wäre, riecht schon nach Massenbewerbung und vermittelt einen unpersönlichen Eindruck.

[Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]
16. März 2020 Karrierefragen Redaktion Icon Autor: Karrierefragen Redaktion

Die Redaktion der Karrierefragen besteht aus ausgewiesenen Job- und Karriereexperten mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung. Sie sind zudem regelmäßige Autoren der Schwesterseite Karrierebibel.de mit mehr als 4 Millionen Lesern im Monat.

Anzeige

Auch noch interessant:

Weiter zur Startseite

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Details

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen