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Ist Inflation ein Argument für eine Gehaltserhöhung?

Das Schreckgespenst der Inflation ist zurück. Die Preise für Energie und Lebensmittel verteuern sich fortwährend, das Portemonnaie leert sich rasend schnell. Die Preisteuerung macht die Menschen nervös – und stellt Arbeitnehmer vor die Frage: Ist Inflation ein Argument für eine Gehaltserhöhung? Antwort: Eigentlich nicht, aber…

Ist Inflation ein Argument für eine Gehaltserhöhung?

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Was ist Inflation?

Mit dem Begriff Inflation umschreiben Ökonomen einen allgemeinen Preisanstieg von Waren und Dienstleistungen. Man bezeichnet die Inflation auch als Preissteigerungsrate oder Teuerungsrate. Steigen die Preise für Benzin, Strom oder Lebensmittel, ist damit zugleich eine Geldentwertung verbunden. Vereinfacht erklärt können sie sich bei starker Inflation von dem gleichen Euro-Betrag nicht mehr so viel kaufen wie vorher.

Für die Berechnung der Inflationsrate in Deutschland zieht das Statistische Bundesamt einen Warenkorb mit 650 Güterarten heran. Nicht alle Produkte und Services sind hierin enthalten. Ihre individuelle Inflation kann also von der offiziellen Rate abweichen, da sich die Preissteigerung von Ware zu Ware mitunter erheblich unterscheidet.

Demgegenüber bezeichnet Deflation einen Rückgang des allgemeinen Preisniveaus. Für das gleiche Geld können sich die Verbraucher mehr leisten als vorher. Volkswirtschaftlich gilt eine hohe Inflation ebenso wie eine Deflation als schädlich, einen konstant niedrige Inflationsrate von ein bis zwei Prozent dagegen als wünschenswert. Die Meinungen hierüber gehen aber auseinander und hängen stets von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eines Landes oder Wirtschaftsraumes ab.

Wie hoch ist die Inflation?

Die Inflationsrate 2021 in Deutschland lag bei 3,1 Prozent – dem höchsten Stand seit dem Jahr 1993. Damals betrug sie 4,5 Prozent, im Jahr 1992 sogar fünf Prozent. Von 1994 bis 2020 hatte sie nie die Quote von 2,6 Prozent überschritten und lag in sechs Jahren sogar bei unter einem Prozent.

Eine Zeit hoher Inflation gab es in den 1970er Jahren. Während der Ölpreiskrise verteuerten sich Waren und Dienstleistungen in fünf aufeinanderfolgenden Jahren von 1971 bis 1975 um jeweils mehr als fünf Prozent. Ihren Höhepunkt erreichte die Preissteigerung 1973 mit 7,1 Prozent. Der höchste jemals gemessene Wert in der Bundesrepublik lag gar bei 7,6 Prozent im Jahr 1950.

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Ist Inflation ein Grund für eine Gehaltserhöhung?

Die Inflation ist kein Grund für eine Gehaltserhöhung. Als Argument in einer Gehaltsverhandlung sollten Sie darauf verzichten, wenngleich jeder fünfte Arbeitnehmer einer Yougov-Umfragen zufolge die Karte Preissteigerung ziehen will.

Darum ist Inflation kein guter Grund für eine Gehaltserhöhung:

  • Die Teuerung sagt nichts über Ihre Leistungen und Erfolge im Job aus – welche ein deutlich besseres Argument für eine Gehaltsanpassung sind.
  • Sie betrifft alle Menschen gleichermaßen und hat mit Ihnen persönlich im Grunde nichts zu tun.
  • Die Inflation trifft nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch Arbeitgeber, die mehr für Zulieferer zahlen und solider haushalten müssen – und für eine Gehaltserhöhung von Ihnen zumindest eine Gegenleistung sehen möchten.

Wie kann ich durch Inflation Gehaltserhöhung bekommen?

Es gibt einen Weg, um die Inflation doch für ein höheres Gehalt zu nutzen – durch einen Jobwechsel. Im Rahmen Ihrer Bewerbung können Sie die Preisteuerung in Ihren Gehaltsvorstellungen berücksichtigen — und einen gewissen Betrag draufschlagen.

Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit, Ihre Verhandlungsmasse in einer Gehaltsverhandlung zu vergrößern. Sie können etwa Zusatzleistungen wie Firmenwagen, Tankkarten, Jobtickets, Diensthandy, Zuschüsse zur Kinderbetreuung, Personalrabatte oder Essensgutscheine ins Spiel bringen – als Ergänzung oder Alternative für eine Gehaltserhöhung. Im Einzelfall kann auch dies die Inflation für Sie abfedern.

Beispiel: Ihr Arbeitgeber spendiert Ihnen ein Jobticket. Damit pendeln Sie nun via öffentlicher Verkehrsmittel zur Arbeit statt wie zuvor mit dem Auto. Da die überproportional steigenden Benzinkosten ein heftiger Preistreiber sind und mehr zur Inflation beitragen als andere Warengruppen, reduzieren Sie somit Ihre persönliche Belastung spürbar – und machen sich von den Spritpreisen (teilweise) unabhängig.

Lesetipp: Wann und wie kann ich mein Gehalt nachverhandeln?

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Wie kann ich Gehaltserhöhung begründen?

Die besten Gründe für eine Gehaltserhöhung sind:

  1. Vergleich: Ihr Einkommen liegt unter den vergleichbaren Gehaltswerten in Ihrem Beruf und in Ihrer Branche.
  2. Erfolge: Sie haben messbare Erfolge vorzuweisen, zum Beispiel gute Verkaufszahlen oder die Akquise neuer Kunden.
  3. Verantwortung: Sie haben neue Aufgaben und mehr Verantwortung übernommen – und sind vielleicht sogar befördert worden.
  4. Wissen: Ihr Knowhow haben Sie erweitert – durch eine Weiterbildung etwa – und Ihren Wert fürs Unternehmen dadurch gesteigert.
  5. Erfahrung: Sie leisten einfach gute Arbeit – und das schon seit Jahren.

Lesetipp: Wie bekomme ich mit der Leistungsmappe mehr Gehalt?

[Bildnachweis: Andrey_Popov by Shutterstock.com]

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