Woran erkenne ich einen unseriösen Headhunter?

Der Begriff „Headhunter“ stammt ursprünglich aus dem Englischen. Übersetzt bedeutet er Kopfjäger. Synonym werden Headhunter oft auch Personalberater genannt und handeln in der Regel im Auftrag eines Unternehmens. Sie suchen – gegen ein Honorar – nach hochqualifizierten Fach- und Führungskräften. Das Problem daran: Die Berufsbezeichnung „Headhunter“ ist nicht geschützt. Theoretisch darf sich jeder Personalvermittler so nennen. Entsprechend gibt es auch einige schwarze Schafe in der Branche. Wie also können Sie einen seriösen von einem unseriösen Headhunter unterscheiden? Es gibt da tatsächlich ein paar Indizien…

Woran erkenne ich einen unseriösen Headhunter?

Wie kann ich einen unseriösen Headhunter erkennen?

Wenn der Headhunter anruft, geht es um Ihre berufliche Zukunft. Die sollten Sie nicht irgendwem anvertrauen. Deswegen sollten Sie bei einem Erstkontakt immer zunächst nach folgenden Indizien für einen seriösen Namen fragen, bevor Sie sich offenbaren:

  • Vollständiger Name des Headhunter
  • Name seiner Personalberatung
  • Adresse der Website der Firma
  • Die Telefonnummer des Headhunters
  • Etwaige Referenzen in der Branche

Als Orientierungshilfe zur Qualität des Personalberaters können Sie zudem nach dessen Mitgliedschaft in einem der namhaften Berufsverbände oder in einem Headhunter-Netzwerk fragen. Dazu gehört beispielsweise der Bund Deutscher Unternehmensberater (BDU).

All diese Daten sind beim Erstkontakt wichtig, damit Sie sich über den Personalberater vorab erkundigen können (was Sie auch tun sollten). Wer hier ins Stottern gerät oder geheimniskrämerisch tut – Finger weg! Das ist ein starkes Indiz für einen unseriösen Headhunter. Schließlich ist es Ihr gutes Recht, zu erfahren, mit wem Sie es zu tun haben.

Neben den Kontaktdaten und dem Hintergrund gibt es aber noch einen zweiten Aspekt, der für Kandidaten entscheidend ist: die Diskretion des Headhunter. Auch diese ist ein starkes Indiz für dessen Seriosität:

  • Seriöse Headhunter spielen mit offenen Karten. Falls Sie sich nicht schon kennen, wird er Sie nur anrufen, wenn er einen konkreten Suchauftrag hat.
  • Seriöse Headhunter bieten Ihnen an, Sie zurückzurufen, wenn Sie frei sprechen können. Und wenn Sie Zeit hatten, sich über den Personalberater zu informieren. Kurz: Sie drängeln nicht.
  • Seriöse Headhunter plaudern beim ersten Telefonat nicht über ihre Auftraggeber oder die Art und Weise, wie sie deine Kontaktdaten recherchiert haben. Auch wenn Sie vielleicht neugierig sind: Seriöse Headhunter werden beim ersten Telefonat zunächst zurückhaltend agieren und erst mal nur überprüfen, ob Sie generelles Interesse an einem Jobwechsel haben.
  • Seriöse Headhunter werden auch nicht gleich nach Ihrem Lebenslauf fragen und ob Sie ihm diesen schicken können. Das spricht eher für einen sogenannten Lebenslauf-Händler – unseriös! Die Frage nach dem Lebenslauf kommt in der Regel erst im zweiten oder dritten Gespräch. Dann, wenn Sie schon etwas mehr über die Position wissen und weiterhin grundsätzliches Interesse besteht.

Umgekehrt ist es auch ein verräterisches Merkmal für einen unseriösen Headhunter, wenn der Ihnen eine Stelle anbietet, die überhaupt keinen Karriereschritt darstellt, sondern eher das Gegenteil.

Entweder bedeutet das, der Headhunter kennt sich in Ihrem Markt und Ihrer Branche überhaupt nicht aus. Eine guter Headhunter sollte überdies – erkennbar – in der jeweiligen Zielbranche immer Erfahrungen, Referenzen und ein Netzwerk nachweisen können. Oder er interessiert sich mehr für seine Provision als für Ihre berufliche Zukunft und Entwicklung.

Nehmen Sie derlei Warnzeichen verstärkt wahr, sollten Sie die Notbremse ziehen und den Kontakt abbrechen – höflich, aber bestimmt. Wenn Sie einen besonders unseriösen Eindruck vom Headhunter haben, können Sie diesen zudem schriftlich auffordern, Ihre persönlichen Daten zu löschen, dies schriftlich zu bestätigen sowie seine Vermittlungsversuche einzustellen.

Lassen Sie sich Ihre berufliche Reputation keinesfalls von den schwarzen Schafen der Branche ruinieren!


Extra-Tipp

Sie können den Spieß auch umdrehen und dem Headhunter ein paar Fragen stellen. Durch ebenso clevere wie geschickte Rückfragen können Sie ebenfalls überprüfen, ob der Headhunter unseriös ist. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Wie sieht Ihr Hintergrund in der Branche aus?
  • Welche Branchenkenntniss / Referenzen bringen Sie mit?
  • Haben Sie einen exklusiven Suchauftrag?
  • Wie wird Ihr Mandat bezahlt?
  • Warum stellt das Angebot für mich aus Ihrer Sicht einen wichtigen Entwicklungsschritt dar?

Ein seriöser Headhunter wird Ihnen diese Fragen nicht übel nehmen, sondern – im Gegenteil – als Zeichen Ihrer Professionalität werten. Sobald Sie aber merken, dass der Headhunter auf solche Fragen eher zögerlich bis unwillig antwortet, sollten die Alarmglocken schrillen.

[Bildnachweis: marvent by Shutterstock.com]
4. November 2019 Karrierefragen Redaktion Icon Autor: Karrierefragen Redaktion

Die Redaktion der Karrierefragen besteht aus ausgewiesenen Job- und Karriereexperten mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung. Sie sind zudem regelmäßige Autoren der Schwesterseite Karrierebibel.de mit mehr als 4 Millionen Lesern im Monat.

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