Was ist ein Expat?

Ein Expat hat einen Job. Ein Expat lebt und arbeitet nicht in seinem Heimatland. Ein Expat kehrt in nicht allzu ferner Zukunft wieder nach Hause zurück. Das sind die wohl wesentlichen Merkmale eines Expatriates. Die Entsendung ins Ausland ist für viele Arbeitnehmer ein Wunschtraum. Sie kann aber auch ein dickes Eigentor sein…

Was ist ein Expat?

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Was ist ein Expat?

Expat ist die Kurzform von Expatriate. Der Begriff setzt sich aus dem lateinischen ex (aus) und patria (Vaterland) zusammen.

Übersetzt ist ein Expatriate also jemand, der aus seinem Vaterland beziehungsweise seiner Heimat weggeht.

Der Duden definiert einen Expatriate als „jemand, der [im Auftrag seiner Firma] längere Zeit im Ausland arbeitet“.

In der Regel handelt es sich bei Expats um hochqualifizierte Fachkräfte, die von ihrer Firma ins Ausland entsandt werden, meist für ein bis drei Jahre, um…

  • eine Niederlassung aufzubauen
  • eine neue Technologie oder ein Fertigungsverfahren an einem ausländischen Standort einzuführen
  • die globalen Strukturen des Konzerns besser kennezlernen und sich das Rüstzeug für eine Führungsaufgabe zu holen

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Welche Vorteile haben Expats?

Das sind die größten Vorteile für Expats:

  • Sprache

    Im Ausland lernen Expatriates eine neue Sprache oder verleihen ihr den Feinschliff. Das ist nicht nur hilfreich für Alltag und Lebenslauf, sondern auch ein persönliches Erfolgserlebnis. Nach Angaben der Expat-Organisation Internations sprechen 84 Prozent der Expats mindestens zwei Sprachen, jeder fünfte sogar mindestens vier.

  • Einkommen

    Angestellte können durch einen Auslandsaufenthalt ihr Einkommen erhöhen und gleichzeitig von den (oftmals) niedrigeren Lebenshaltungskosten vor Ort profitieren. Hierbei kommt es entscheidend auf den Standort an. Jeder zweite Expatriate kann Internations zufolge ein Gehaltsplus verbuchen.

  • Netzwerk

    Expats bauen ein internationales Netzwerk auf. Von der Heimatbasis in Deutschland aus ist das nur bedingt oder gar nicht möglich. In der Fremde knüpfen sie nicht nur Kontakte zu den Menschen vor Ort, sondern oft auch zu anderen Expatriates. Nach der Auslandsstation reichen ihre Verknüpfungen dann im besten Fall in alle möglichen Winkel des Planeten.

  • Horizont

    Reisen bildet und erweitert den Horizont – das ist bekannt. Am größten ist der Erfahrungsschub, wenn man nicht nur zwei Wochen Urlaub macht oder mit dem Rucksack durchs Land fährt, sondern sein Leben komplett neu organisieren, Probleme lösen und Widerstände überwinden muss. Expats holen sich wertvolle Erfahrungen, die sie so schnell nicht vergessen.

  • Lebensqualität

    Die einen wollen Strand und Sonne, die anderen kulinarische Köstlichkeiten und Kultur. In erster Linie konzentrieren sich die Expats natürlich auf ihre Arbeit. In zweiter Linie wollen sie besser leben. Acht Prozent der Expast gehen Internations zufolge ins Ausland, weil sie sich dort eine höhere Lebensqualität versprechen. Jedes Land hat seine ganz eigenen Vorzüge. Die Schattenseiten sollte ein Expat allerdings immer mitbedenken…

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Welche Nachteile haben Expats?

Das sind die größten Nachteile für Expats:

  • Vergessenheit

    Expats geraten in der Konzernzentrale leicht in Vergessenheit. Nach dem Motto: Aus den Augen, aus dem Sinn. Da mögen die Leistungen vor Ort noch so stark sein, in der Zentrale werden sie bisweilen kaum wahrgenommen. Das Phänomen kennen viele übrigens auch aus dem Home Office.

  • Standort

    Es ist wie bei den Verlagen oder öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten. Vom Korrespondenten-Job in Washington träumt jeder, nach Lagos dagegen zieht es nur ausgemachte Abenteurer oder Weltverbesserer. Ob die neue Heimat einen Schub an Lebensqualität bringt oder das genaue Ggenteil bewirkt, kommt stets auf Persönlichkeit, Destination, Aufgabe und Rahmenbedingungen vor Ort an.

  • Familie

    Die Familie kann von einem Umzug für den Job ins Ausland profitieren, keine Frage. Die Erfahrung vieler Expats zeigt aber auch, dass man mitunter ganz neue Herausforderungen meistern muss. Ein klassisches Szenario ist die typische Expat-Ehefrau, die ihrem Mann ins Ausland folgt, sich notgedrungen um Haushalt und Kinder kümmert und die eigene Karriere verwerfen muss, weil es ihr an Jobperspektiven vor Ort mangelt. Auch der Kontakt zu Freunden in der Heimat kann schnell abbrechen.

  • Anpassungsschwierigkeiten

    Die Rückkehr nach Deutschland wird gerne unterschätzt. Sobald der Expat sich in der Fremde akklimatisiert und eingelebt hat, muss er auch schon wieder zurück – und sich rückgewöhnen. Die abermalige Umstellung fällt vielen schwer. Und nicht jedes Unternehmen greift den eigenen Leuten helfend unter die Arme. Faustregel: Je länger der Auslandsaufenthalt, desto schwieriger die Eingewöhnung zuhause.

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Worauf müssen Expats achten?

Darauf müssen Expats ganz besonders achten:

  1. Arbeitsvertrag

    Es gibt grob zwei Möglichkeiten: Entweder bleibt der Arbeitsvertrag des Expatriates in Deutschland bestehen und wird um eine Entsendevereinbarung ergänzt. Darin werden Dauer des Aufenthalts, Funktion, Arbeitszeit, Bezüge und alles Weitere festgehalten.

    Oder der deutsche Arbeitsvertrag wird ruhend gestellt und der Expat schließt einen neuen Kontrakt mit der Tochterfirma im Ausland ab. In einigen Ländern ist dies Voraussetzung, da andernfalls keine Arbeitserlaubnis erteilt wird.

    Grundsätzlich ist es immer riskant, den deutschen Arbeitsvertrag aufzuheben. Das deutsche Arbeitsrecht bietet Arbeitnehmern Vorteile, zum Beispiel den Kündigungschutz oder Mutterschutz.

  2. Sozialversicherung

    Wenn Sie in ein EU-Land oder die Schweiz entsendet werden, gibt es in der Regel keine Probleme. Sie bleiben auch als Expatriate im deutschen Sozialversicherungssystem. Allerdings können Sie nicht ewig im Ausland bleiben. Nach einer gewissen Dauer – normalerweise 24 Monaten – scheiden Sie automatisch aus dem System aus.

    Bei einer Entsendung in einen Drittstaat kommt es darauf an, ob das Land ein bilaterales Sozialversicherungsabkommen mit Deutschland geschlossen hat. Solche Abkommen gibt es zum Beispiel mit Australien, China, Indien, Israel, Japan, Kanada, Südkorea, der Türkei und den USA.

  3. Steuern

    Die Einkommensteuersteuer müssen Sie immer dort entrichten, wo Sie Ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben. Falls Sie als Expat für längere Zeit entsendet werden, müssen Sie im Ausland Ihre Steuern zahlen.

    Bleibt Deutschland der Hauptwohnsitz, versteuern Sie hierzulande Ihr ausländisches Einkommen. Dies ist häufig der Fall, wenn die Entsendung nicht länger als sechs Monate dauert. Grundsätzlich gilt: Bei einer Auslandstätigkeit von weniger als 183 Tagen ist man trotz eines möglichen Umzugs weiterhin in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig.

    Mit zahlreichen Staaten hat die Bundesrepublik Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen, die verhindern, dass Sie als Expat doppelt zur Kasse gebeten werden.

Was sind die besten Ziele für Expats?

15.000 Expats in 181 Ländern hat die Organisation Internations nach ihren Erfahrungen befragt. Herausgekommen ist das Expat City Ranking 2020 mit 66 bewerteten Städten. Die besten 10 Städte der Welt für Expats sind demnach:

  • Valencia (Spanien)
  • Alicante (Spanien)
  • Lissabon (Portugal)
  • Panama City (Panama)
  • Singapur
  • Malaga (Spanien)
  • Buenos Aires (Argentinien)
  • Kuala Lumpur (Malaysia)
  • Madrid (Spanien)
  • Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate)

Die schlechtesten Städte für Expats sind Hongkong, Dublin, Santiago, Johannesburg, Paris, Nairobi, Mailand, Seoul, Rom und Salmiya. Die Stadt in Kuwait belegt den 66. und letzten Platz im Ranking.

[Bildnachweis: Satheesh_Madh by Shutterstock.com]

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