Welche Fragen im Vorstellungsgespräch kommen auf mich zu?

Für Bewerber fühlt sich ein Jobinterview oftmals wie ein Verhör an. Es werden zahlreiche Fragen im Vorstellungsgespräch gestellt und wer eine Chance auf die freie Stelle haben möchte, sollte darauf die richtigen Antwort finden. Eine gute Vorbereitung ist wichtig, doch die gelingt nur, wenn Sie halbwegs wissen, was Sie erwartet. Welche Fragen im Vorstellungsgespräch kommen auf Sie zu? Auf jeden Fall diese, aber vielleicht auch die hier…

Welche Fragen im Vorstellungsgespräch kommen auf mich zu?

Was sollen die Fragen im Vorstellungsgespräch?

Durch die Fragen im Vorstellungsgespräch will Ihr Gegenüber möglichst viel über Sie erfahren. Ihre Reaktionen und Antworten helfen ihm bei der Einschätzung, ob Sie die beste Besetzung für die freie Stelle sind. Es geht nicht darum, einen Bewerber zu quälen oder das Gespräch zur möglichst großen Herausforderung zu machen. Für Arbeitgeber kommt es darauf an, die richtige Personalentscheidung zu treffen und einen Mitarbeiter einzustellen, der möglichst langfristig und tatkräftig zum Erfolg des Unternehmens beiträgt. Einen ersten Eindruck hat das Unternehmen bereits durch Ihre Bewerbungsunterlagen gewonnen. Im persönlichen Gespräch geht es nun darum, diesen zu festigen und den potenziellen neuen Mitarbeiter noch besser kennenzulernen.

Welche Fragen im Jobinterview werden am häufigsten gestellt?

Viele Fragen werden Bewerbern immer und immer wieder gestellt. Manche finden sich sogar in fast jedem Vorstellungsgespräch wieder. Wenn Sie sich auf mehrere der folgende Fragen ausreichend vorbereiten, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Sie im Jobinterview einen guten Eindruck hinterlassen.

Hier sind über 50 typische Fragen im Vorstellungsgespräch:

Welche Fragen im Vorstellungsgespräch werden zur Person gestellt?

Im Kern steht die Frage: Wer sind Sie? Es geht um Ihre Selbsteinschätzung und darum, wie Sie sich selbst sehen und beschreiben. Typischerweise werden Fragen zur Person im Vorstellungsgespräch ganz am Anfang gestellt. Hier stellen Sie sich ein wenig vor, erzählen von Ihrem bisherigen Werdegang und nennen die wichtigsten Punkte, die der Arbeitgeber über Sie wissen sollte.

Typische Fragen im Bewerbungsgespräch zur Person sind:

  • Können Sie uns ein wenig über sich erzählen?
  • Wie sieht Ihr bisheriger Karriereweg aus?
  • Warum sollten wir genau Sie einstellen?
  • Aus welchen Gründen sind Sie die richtige Besetzung für den Job?
  • Führen Sie uns durch Ihren Lebenslauf?
  • Warum haben Sie hier eine Lücke im Lebenslauf?
  • Warum waren Sie im Zeitraum XY arbeitslos?
  • Wann könnten Sie bei uns anfangen?
  • Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?
  • Welche Hobbys haben Sie?

Wie antworte ich?

Wer Personaler von sich überzeugen möchte, muss selbstbewusst auftreten, die eigenen Stärken und Qualitäten in den Mittelpunkt rücken und das eigene Licht nicht unter den Scheffel stellen. Bescheidenheit ist ein sympathischer Charakterzug, doch sind die Fragen im Vorstellungsgespräch kein guter Zeitpunkt, um diesen zu zeigen. Natürlich sollen Sie nicht übertreiben, egozentrisch und arrogant auftreten. Doch ein gesundes Selbstbewusstsein darf es ruhig sein. Verzichten Sie unbedingt darauf, eigene Leistungen klein zu reden. Sie dürfen gerne die Beteiligung ehemaliger Kollegen erwähnen, doch sollte immer mitschwingen, dass es auch Ihre Erfolge sind.

Welche Fragen im Vorstellungsgespräch werden zur Qualifikation gestellt?

Mit Fragen zur Qualifikation überprüfen Personaler, ob Sie über das nötige Fachwissen verfügen, um die ausgeschriebene Stelle und die Aufgaben bewältigen zu können. Selbst wenn Ihr Lebenslauf vorliegt, kann es sein, dass der Inhalt dem Personaler entweder nicht mehr präsent ist oder aber dass er kontrolliert, inwieweit Ihre Angaben auch den Tatsachen entsprechen. Wer sich selbst eine hohe Kompetenz in Schlüsselbereichen zuschreibt, wichtige Fachbegriffe aber nicht zuordnen kann, wird so entlarvt.

Typische Fragen im Bewerbungsgespräch zur Qualifikation sind:

  • Was zeichnet Sie für diese Stelle aus?
  • Welche Programme/Anwendungen/Verfahren haben Sie bisher genutzt?
  • Welches Know-how bringen Sie für die ausgeschriebene Tätigkeit mit?
  • In welchen vergleichbaren Jobs haben Sie bereits gearbeitet?
  • Wie bilden Sie sich in dem Bereich weiter?
  • Was sind Ihre größten Erfolge?
  • Welche Führungserfahrungen haben Sie?

Wie antworte ich?

Sie sollten einerseits darlegen, dass Sie die für den Job wichtigsten Qualifikationen mitbringen. Vor allem die Muss-Anforderungen zählen. Wenn Sie eine Kann-Anforderung nicht erfüllen, dann betonen Sie, dass Sie bereits daran arbeiten, sich zusätzliches Knowhow zu erarbeiten. So richten Sie den Blick auch schon in die Zukunft und signalisieren Engagement und Lernbereitschaft.

Welche Fragen im Vorstellungsgespräch werden zur Motivation gestellt?

Arbeitgeber suchen engagierte Mitarbeiter, die Einsatz zeigen, Ziele verfolgen und das Unternehmen voranbringen. Entsprechend wichtig ist bei der Personalauswahl die Motivation des Bewerbers. Bei diesbezüglichen Fragen im Vorstellungsgespräch sollten Sie verdeutlichen, warum Sie sich genau auf diesen Job und bei diesem Unternehmen beworben haben.

Typische Fragen im Bewerbungsgespräch zur Motivation sind:

  • Was sind Ihre Ziele im neuen Job?
  • Warum haben Sie sich bei uns beworben?
  • Wieso haben Sie Ihren letzten Job gekündigt?
  • Was ist Ihre größte Motivation für den neuen Job?
  • Warum haben Sie noch keine andere Position gefunden?
  • Was bringen Sie mit, was andere nicht haben?
  • Warum wollen Sie sich beruflich verändern?
  • Wann sind Sie über die reine Pflicht hinausgegangen?
  • Was bringt Sie dazu, morgens aufzustehen?

Wie antworte ich?

Besonders beliebt sind Bewerber, die eine intrinsische Motivation mitbringen. Die man also nicht zu ihrer Arbeit zwingen muss, sondern die das, was sie tun, gerne tun und die sich für das, was sie hauptberuflich machen, auch wirklich interessieren. Sprechen Sie im Bewerbungsgespräch die Aspekte an, die Sie am neuen Job reizen. Das zahlt auf Ihre Hin-zu-Motivation ein, die im Gegensatz zur Weg-von-Motivation steht. Sie wollen die Stelle nicht, weil sie einfach nur weg von Ihrem alten Job wollen, sondern weil die vakante Stelle genau die richtige für Sie ist.

Welche Fragen im Vorstellungsgespräch werden zum Unternehmen gestellt?

Was zeichnet den potenziellen Arbeitgeber aus, wofür ist das Unternehmen bekannt? Mit Fragen zum Unternehmen testet der Personaler Ihr Wissen über die Firma und ihre Produkte, ob Sie angemessen recherchiert und sich auf das Gespräch vorbereitet und wie intensiv Sie sich mit der ausgeschriebenen Stelle und ihren Anforderungen beschäftigt haben. Verlassen Sie sich dabei nicht nur auf die Eigenangaben auf der firmeneigenen Website, sondern verfolgen Sie auch die Tagespresse, um über eventuelle Übernahmen und Fusionen sowie Erweiterungen der Produktpalette Bescheid zu wissen.

Typische Fragen im Bewerbungsgespräch zum Unternehmen sind:

  • Wie sind Sie auf unser Unternehmen gekommen?
  • Was wissen Sie über unser Unternehmen?
  • Wer sind unsere Wettbewerber?
  • Wie heißt unser Geschäftsführer?
  • Was gefällt Ihnen an unserer Branche?
  • Wie stehen Sie dazu, dass wir fortan nur noch in Europa produzieren werden?
  • Was halten Sie von Produkt XY?
  • Wie schätzen Sie die Entwicklungsmöglichkeiten der Branche ein?
  • Was halten Sie von der Konkurrenz?
  • Was würden Sie an unserem Internetauftritt ändern?

Wie antworte ich?

Sie müssen nicht jedes Detail zum Unternehmen kennen, aber die Basics sollten sitzen. Eine gewisse Identifikation mit dem Arbeitgeber ist ebenfalls wünschenswert. Ein Veganer, der sich im Schlachthof bewirbt oder ein „Carwalker“, der seine Bewerbung an Volkswagen verschickt – das passt nicht. Und Sie sollten in Bezug aufs Tagesgeschehen einigermaßen auf dem Laufenden sein. Wer sich in der Automobilindustrie bewirbt, sollte mit Vokabeln wie Elektromobilität oder Lithium-Ionen-Akku etwas anfangen können.

Welche Fragen im Vorstellungsgespräch werden zur Persönlichkeit gestellt?

Alle Qualifikationen sind vorhanden und die Motivation stimmt – wenn es auf der persönlichen Ebene nicht passt, wird es dennoch große Probleme geben. Personaler interessieren sich deshalb auch für die Persönlichkeit des Bewerbers, seine Stärken, Schwächen und Eigenarten. Fragen im Vorstellungsgespräch, die darauf abzielen, sollten die Passgenauigkeit und den Cultural Fit des neuen Mitarbeiters sicherstellen.

Typische Fragen im Bewerbungsgespräch zur Persönlichkeit sind:

  • Was sind Ihre Stärken?
  • Was sind Ihre Schwächen?
  • Nennen Sie drei positive Eigenschaften, die Ihre Ex-Kollegen über Sie sagen würden.
  • Was ist der größte Fehler, den Sie bisher gemacht haben?
  • Wo sehen Sie in einem Team das größte Konfliktpotential?
  • Wie würden Sie Ihren Charakter beschreiben?
  • Was könnten Sie im neuen Job besser machen als in Ihrem alten?
  • Wann waren Sie mit Ihrem letzten Chef nicht einer Meinung?
  • Sind Sie bereit, für den Job umzuziehen?
  • Wer war Ihr Mentor?
  • Wie stehen Sie zu Überstunden?

Wie antworte ich?

Die für den Job wesentlichen Eigenschaften müssen sich in Ihrer Persönlichkeit wiederfinden. Sie sollten darüber hinaus ein positives Grundbild von sich vermitteln. Dass Sie jemand sind, mit dem man im Büro gut klar kommt und nach Feierabend gerne mal ein Bier (oder alkoholfreien Cocktail) trinken gehen würde. Sympathie ist mitentscheidend für Personalentscheidungen.

Welche Fragen im Vorstellungsgespräch werden zur Arbeitsweise gestellt?

Unternehmen interessieren sich für Ihre Arbeitsweise und Ihren Arbeitsstil. Sind Sie besonders gut im Organisieren großer Teams und umfangreicher Projekte? Oder arbeiten Sie lieber konzentriert alleine, bevor Ergebnisse im Team zusammengestellt werden? Personaler suchen nach Mitarbeitern, deren Arbeitsweise zur den täglichen Aufgaben und zum restlichen Team passt.

Typische Fragen im Bewerbungsgespräch zur Arbeitsweise sind:

  • Wie stellen Sie sich den idealen Arbeitsplatz vor?
  • Worauf legen Sie bei der Arbeit großen Wert?
  • Wie reagieren Sie auf Schwierigkeiten?
  • Welches große Projekt haben Sie als letztes erfolgreich abgeschlossen?
  • Wie überzeugen Sie andere von Ihren Ideen?
  • Was tun Sie, wenn Sie merken, dass Sie eine Deadline nicht einhalten können?
  • Stellen Sie sich vor, Sie müssten einem Kollegen negatives Feedback geben. Wie gehen Sie das an?
  • Welche Aufgaben machen Ihnen am meisten Spaß?
  • In welchen Situationen fühlen Sie sich unwohl?
  • Was macht ein gutes Team für Sie aus?
  • Wie stellen Sie sich Ihren absoluten Traumjob vor?
  • Sind Sie bereit zu reisen?

Wie antworte ich?

Machen Sie klar, dass Sie mit Ihrer Arbeitsweise bestens ins Team und ins Unternehmen passen – oder dass Sie mit ihrer Expertise dazu beitragen können, den Workflow zum Positiven zu verändern. Die Anforderungen sind natürlich stets von Beruf, Branche oder Arbeitgeber abhängig. Von einem Scrum Master wird eine andere Arbeitsweise erwartet als von einem Kundenberater.

Welche Fragen im Vorstellungsgespräch werden zu Zielen gestellt?

Elementar ist für Personaler die Frage, ob sich ein Bewerber für die Zukunft ans Unternehmen binden möchte oder es nur als Sprosse auf der Aufstiegsleiter ansieht. Welche Pläne und langfristigen Ziele verfolgt der Kandidat – hat er Visionen, die im Einklang mit der Firmenpolitik stehen oder will er das Unternehmen lediglich als Sprungbrett nutzen?

Typische Fragen im Bewerbungsgespräch zu Zielen sind:

  • Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
  • Wie sehen Ihre Ziele in den nächsten Jahren aus?
  • Wie sieht der perfekte Job für Sie aus?
  • Welche Herausforderungen wollen Sie angehen?
  • In welchen Bereichen Ihrer Tätigkeit wollen Sie sich weiterbilden?
  • Welche Veränderungen erwarten Sie in Ihrem Arbeitsfeld?
  • Wie sind Ihre Gehaltsvorstellungen?

Wie antworte ich?

Die meisten Unternehmen sind auf der Suche nach langfristigen Mitarbeitern, nicht nach Jobhoppern. Personalsuche ist aufwendig und teuer, also sollen Angestellte nicht nach ein paar Monaten schon wieder wechseln. Schildern Sie Ihre Ideen, die Sie im Unternehmen umsetzen wollen und welche Pläne Sie im Unternehmen über mehrere Jahre verfolgen.

Was sind Stressfragen?

Stress- beziehungsweise Spontanitätsfragen unterziehen den Bewerber einem Stresstest und holen ihn aus seiner Komfortzone. Der Personaler will herausfinden, wie Sie mit Drucksituationen umgehen, wie souverän und/oder schlagfertig Sie sind und ob Sie auch dann einen kühlen Kopf bewahren, wenn Sie mit Unvorhergesehenem konfrontiert werden.

Unterschieden werden können folgende Typen von Stressfragen:

  • Fangfragen, zum Beispiel: Wie reagieren Sie auf Kritik anderer? Was machen Sie, wenn Ihnen ein Fehler unterlaufen ist?
  • Brainteaser, zum Beispiel: Wie viele Smarties passen in einen SUV? Welcher Tag ist morgen, wenn vorgestern der Tag nach Montag war?
  • Analogiefragen, zum Beispiel: Wenn Sie ein Tier wären, welches wären Sie? Wie schätzen Sie Ihre bisherige Performance in diesem Gespräch ein?
  • Trichterfragen, zum Beispiel: Erzählen Sie doch kurz etwas von Ihrem letzten Projekt. Wer war involviert? Wie groß war Ihr Anteil daran? Hat es den erwünschten Erfolg gebracht?
  • Provokationsfragen, zum Beispiel: Hui, Sie haben aber ganz schön lange studiert. Erzählen Sie mir mal was von sich, das ich noch nicht weiß.

Wie reagiere ich auf Stressfragen?

Entscheidend ist bei Stressfragen: Bewahren Sie Ruhe, lassen Sie sich nicht aus der Reserve locken. Für die Mehrzahl der Fragen gilt, dass es kein Richtig oder Falsch gibt. Brainteaser oder Schätzfragen zielen ohnehin nicht auf das korrekte Endergebnis ab. Vielmehr wollen Unternehmen nachvollziehen können, welchen Lösungsansatz der Bewerber wählt und warum.

Auf Analogiefragen reagieren:

Natürlich sollten Sie sich auf die Frage, welches Tier Sie wären, schon überlegen, wie Sie darauf antworten und in welchem Licht Sie die Antwort erscheinen lässt. Ein Tyrannosaurus Rex als bevorzugte Tierart mag nicht gerade Sympathien wecken, auch wenn Sie eigentlich Stärke symbolisieren wollen.

Auf Trichterfragen reagieren:

Trichterfragen fangen harmlos an, meist wird nach etwas aus Ihrer letzten Arbeitsstelle gefragt. Dann aber dringt der Personaler mit seinen Fragen tiefer – und Sie sollten ebenfalls tief in die Materie einsteigen können. Wer seinen Lebenslauf etwas zu stark ausgeschmückt hat, kommt an solchen Stellen ins Trudeln. Ganz wichtig daher: Immer bei der Wahrheit bleiben! Wird nach belastbaren Zahlen bei einem Projekt gefragt, das Sie geleitet haben, sollten Sie die zur Hand haben.

Auf Provokationsfragen reagieren:

Provokationsfragen sind fies. Sie sind oft gar keine Fragen, sondern Feststellungen, auf die ein Kommentar erwartet wird. Meist wird auf etwas zurückgegriffen, dass im gesellschaftlichen Ansehen strittig oder besonders wichtig ist. Wenn Sie also beispielsweise keine Auslandserfahrungen bisher gesammelt haben, obwohl das mittlerweile zum Standard in Ihrem Studienfach gehört. Lassen Sie sich nicht in die Defensive drängen und stehen Sie selbstbewusst zu Ihren bisherigen Entscheidungen.

Welche Fragen im Vorstellungsgespräch sind verboten?

Es kann vorkommen, dass Sie Fragen gestellt bekommen, die in einem Vorstellungsgespräch nichts zu suchen haben. Dazu zählen etwa Fragen zur sexuellen Orientierung oder zu religiösen oder politischen Überzeugungen. Sie müssen auf diese Fragen nicht wahrheitsgetreu antworten. Es sei denn, die Fragen stehen in einem beruflichen Kontext.

Beispiel:

Schwangere Frauen im Job werden als besonders schutzwürdig gesehen. Bestimmte Aufgaben dürfen sie daher nicht ausüben. Dazu zählen körperlich anstrengende und potenziell gefährliche Tätigkeiten. Bewirbt sich nun eine schwangere Frau auf eine Stelle als Chemielaborantin, wird sie wahrheitsgemäß antworten müssen. Ähnliches gilt beispielsweise für eine Person, die wegen Drogenmissbrauchs verurteilt ist und sich als Apotheker oder PTA bewirbt.

Diese Fragen im Vorstellungsgespräch sind nicht gestattet:

  • Sind Sie schwanger?
  • Wollen Sie in absehbarer Zeit Kinder bekommen?
  • Sind Sie homo- oder heterosexuell?
  • Was macht Ihr Partner beruflich?
  • Wie häufig waren Sie im letzten Jahr krank?
  • Ist Ihre Familie reich?
  • Haben Sie Schulden?
  • Können Sie gut mit Geld umgehen?
  • Sind Sie religiös?
  • Sind Sie Mitglied einer politischen Partei?
  • Sind Sie Gewerkschaftsmitglied?
  • Wurden Sie bereits wegen eines Vergehens verurteilt?
  • Waren Sie schon einmal im Gefängnis?

Wie reagiere ich auf verbotene Fragen?

Wichtigste Maxime: Immer höflich bleiben. Auch wenn es innerlich in Ihnen brodelt und Sie am liebsten „Das dürfen Sie gar nicht fragen“ antworten würden – diesem Impuls nachzugeben ist nicht unbedingt die beste Option.

Warum?

Ganz einfach: In der Regel wissen Arbeitgeber (erst recht Personaler in größeren Konzernen) sehr wohl, welche Fragen im Vorstellungsgespräch erlaubt sind und welche nicht. Die Tatsache, dass Ihnen dennoch unerlaubte Fragen gestellt werden, weist meistens auf einen psychologischen Kniff beziehungsweise Test hin.

Wie reagiere ich?

Eine möglichst ruhige, gelassene Reaktion ist in den meisten Fällen die beste Wahl. Damit zeigen Sie, dass Sie auch am Arbeitsplatz in schwierigen Situationen cool bleiben können. Wer hingegen bei ungerechtfertigten Fragen im Vorstellungsgespräch aus der Haut fährt, hat sich womöglich auch beim Kundenkontakt nicht im Griff.

Wie antworte ich?

In dieser besonderen Situation dürfen Sie zur Notlüge greifen. Im Gegensatz zu eindeutigen Falschangaben in der Bewerbung – etwa einem gefälschten Lebenslauf – ist die Notlüge bei nicht zulässigen Fragen im Vorstellungsgespräch erlaubt. Nennen Sie also einfach die Antwort, die der Personaler auf die jeweilige Frage hören möchte. Beispiel: Sind Sie schwanger? Ihre Antwort: Nein – unabhängig davon, ob Sie nun schwanger sind oder nicht.

Welche Alternativen habe ich?

Sie sollten immer abschätzen: War diese Frage ein Test? Oder steckt etwas anderes dahinter? Möchten Sie für dieses Unternehmen wirklich arbeiten? Ihnen steht natürlich immer die Option offen, den Raum zu verlassen. In dem Fall ist allerdings auch klar, dass ein anderer Kandidat das Rennen machen wird.

Wie bereite ich mich auf das Bewerbungsgespräch vor?

Zur Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch gehört, dass Sie sich Gedanken zu Ihrer Motivation, Ihrem potenziellen Nutzen für das Unternehmen, aber auch über das Unternehmen an sich machen. Sie sollten über den potenziellen Arbeitgeber informiert sein, die Branche und Arbeitsbereiche kennen und wissen, wie das Unternehmen aufgestellt ist. Das A und O, um die Fragen im Vorstellungsgespräch souverän und überzeugend beantworten zu können, ist eine gute Vorbereitung.

Tipp 1:

Je gründlicher Sie sich bereits mit möglichen Situationen und konkreten Fragen beschäftigt haben, desto sicherer können Sie im Ernstfall darauf reagieren. Das reduziert den Stress, verbessert Ihre Antworten und hilft bei einem überzeugenden Auftritt.

Tipp 2:

Lernen Sie bitte keine Antworten auf Fragen im Vorstellungsgespräch auswendig. Das wirkt im Gespräch alles andere als authentisch und glaubwürdig. Machen Sie sich Gedanken, wie Sie auf verschiedene Fragen im Vorstellungsgespräch reagieren könnten und reagieren Sie dann möglichst natürlich und unverkrampft.

[Bildnachweis: sebra by Shutterstock.com]

vgwort

17. März 2021 Karrierefragen Redaktion Icon Autor: Karrierefragen Redaktion

Die Redaktion der Karrierefragen besteht aus ausgewiesenen Job- und Karriereexperten mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung. Sie sind zudem regelmäßige Autoren der Schwesterseite Karrierebibel.de mit mehr als 4 Millionen Lesern im Monat.

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