Wie hinterlasse ich einen guten Eindruck am ersten Tag im Job?

Egal, ob Sie den Job wechseln oder frisch ins Berufsleben einsteigen: Der erste Arbeitstag im neuen Unternehmen lässt sich nicht vermeiden. Eine gewisse Unsicherheit und Nervosität ist dabei übrigens völlig normal. Als Neue(r) heißt es erstmal: viele Hände schütteln, sich selbst vorstellen, Namen merken, den Arbeitsplatz besichtigen und besetzen und loslegen… Wie Sie alles tun können um am ersten Tag im Job einen möglichst guten Eindruck zu hinterlassen und die Feuerprobe mit Bravour zu bestehen, zeigen wir Ihnen hier…

Wie hinterlasse ich einen guten Eindruck am ersten Tag im Job?

Wie hinterlasse ich am ersten Tag im Job einen guten Eindruck?

Der erste Arbeitstag im neuen Job kann ganz schön anstrengend sein. So manche(r) weiß nicht, was er oder sie tun soll oder man sich am besten verhält. Schließlich sind die Gepflogenheiten und die Firmenkultur noch etwas überwiegend Unbekanntes.

Zugleich bietet der erste Tag im Job eine exzellente Gelegenheit, einen perfekten Start hinzulegen und die neuen Kollegen von der Eignung fürs Team zu überzeugen. Auf dieser perfekten Basis lässt sich auch noch eine wunderbare Karriere aufbauen.

Damit Sie es sich zu Beginn nicht gleich mit allen verscherzen und in jeden denkbaren Fettnapf treten, gibt es ein paar Regeln und Tipps, die Sie am ersten Arbeitstag unbedingt beachten sollten:

  • Erscheinen Sie pünktlich

    Eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Doch kommt es zuweilen vor, dass sich Berufseinsteiger am ersten Tag verspäten, weil sie den Berufsverkehr unterschätzt haben oder den Weg noch nicht genau kannten. Das sind faule Ausreden – und sie hinterlassen gleich einen schlechten Eindruck. Laut Arbeitsrecht liegt das sogenannte Wegerisiko nämlich beim Arbeitnehmer. Der hat dafür zu sorgen, dass er rechtzeitig zur Arbeit erscheint. Bereiten Sie sich also entsprechend vor oder fahren Sie die Strecke vorher zur Sicherheit mal ab. Hauptsache, Sie erscheinen pünktlich. Ein Überpünktlich gibt es dabei allerdings auch: Länger als 15 Minuten vor dem vereinbarten Starttermin sollten Sie nicht erscheinen.

  • Kleiden Sie sich angemessen

    Erinnern Sie sich am besten nochmal an das Vorstellungsgespräch: Was haben die Personaler und Kollegen in spe damals getragen? Konnten Sie einen Dresscode ausmachen? Dann halten Sie sich daran. Ansonsten gilt: Lieber over- als underdressed. Mit einem Anzug oder Hosenanzug machen Sie am ersten Tag im Job keinen Fehler. Sie sollten halt nur nicht so aussehen, als hätten Sie schon Feierabend oder gegen gleich auf eine Party.

  • Stellen Sie sich aktiv vor

    Eine gelungene Selbstvorstellung ist die halbe Miete. Stellen Sie sich freundlich und immer (!) mit einem Lächeln und mit Namen vor, sagen Sie kurz etwas zu Ihrem beruflichen Hintergrund oder Ihrer Ausbildung und dass Sie sich auf die Zusammenarbeit freuen. Das reicht völlig für das erste Hallo. Versuchen Sie bitte nicht, die Kollegen gleich bei der Vorstellung mit irgendwelchen Leistungen oder Abschlüssen zu beeindrucken. Das wirkt eitel bis arrogant. Überzeugen Sie lieber später durch hervorragende Teamarbeit und Fleiß.


    Extra-Tipp

    Merken Sie sich möglichst viele Namen! Wenn Sie morgens von Büro zu Büro geführt werden, um jedem Kollegen mal die Hand zu schütteln, versuchen Sie den Namen der Kollegen gleich zu wiederholen: „Frau Müller, richtig? Ich freue mich auf die Zusammenarbeit!“ Dadurch lernen Sie die Namen schneller. Und es hat enorme psychologische Wirkung, wenn Menschen ihren eigenen Namen hören. Deshalb sollten Sie sich auch abends beim Rausgehen namentlich verabschieden: „Dann bis morgen, Frau Müller!“. Sie werden so einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

  • Stellen Sie Fragen

    Sie sind der oder die Neue, also wissen Sie vieles noch nicht. Können Sie auch nicht. Stellen Sie daher Fragen – und schreiben Sie sich alles auf, was Ihnen wichtig erscheint. Als Neue(r) genießt jede(r) Welpenschutz. Man darf also ruhig zugeben, etwas nicht zu wissen oder noch nicht verstanden zu haben. Es ist daher keine Schande, einen Notizblock zu zücken und sich ständig Notizen zu machen, im Gegenteil: Das beweist Interesse, Sorgfalt und Gründlichkeit. Auch wenn Sie später am Tag mal nicht weiterwissen: Nie die Daumen drehen, sondern aktiv werden und fragen.

  • Verbringen Sie die Mittagspause mit Kollegen

    Mittagspause – der halbe Tag ist schon mal geschafft. Verziehen Sie sich jetzt aber bitte nicht mit der Butterstulle an den Schreibtisch, sondern fragen Sie Kollegen, ob die Sie zum Mittagessen mitnehmen. So lernen Sie diese auch gleich etwas privater kennen und können zugleich mehr von sich erzählen (was die Kollegen ja auch brennend interessiert). Außerdem gibt es beim Kaffee meist noch ein paar praktische Tipps von den erfahrenen Hasen. Übrigens: Die Mittagsgesellschaft sollten Sie in den ersten Wochen ruhig häufiger wechseln. So lernen Sie mehr Kollegen kennen, erweitern Ihr Netzwerk und kommen viel besser und tiefer in den Job hinein.

  • Bieten Sie Hilfe an

    Zum Einstand gehört auch, dass Sie am ersten Tag vermutlich nicht gleich alle Hände voll zu tun haben werden. In dem Fall sollten Sie den Leerlauf unbedingt dazu nutzen, Ihre Hilfe anderen Kollegen anzubieten. Däumchen drehen und warten, bis andere auf einen zukommen, wirkt immer latent faul und unengagiert. Hilfsbereitschaft und erkennen, wo Ihre Arbeitskraft gebraucht werden könnte, zeichnet einen Leistungsträger in spe aus. So machen Sie sich gleich viele Freunde. Und seien Sie sich bitte bloß nicht für irgendeine Arbeit zu fein! Auch mit Hochschulstudium dürfen Sie am ersten (oder zweiten oder dritten) Tag ein paar Kopien oder Botengänge machen.

  • Bleiben Sie etwas länger

    Der Tag ist so gut wie geschafft. Der Feierabend steht vor der Tür – und Sie haben schon wieder nichts mehr zu tun. Die Versuchung ist jetzt groß, einfach den Stift fallen zu lassen und nach Hause zu gehen. Fehler! So sieht nicht gerade ein engagierter Mitarbeiter aus, sondern jemand, der nur seinen Job macht. Bleiben Sie noch ein bisschen länger, bieten Sie erneut Hilfe an oder wandern Sie über die Flure und lernen Sie noch ein paar Kollegen kennen. Alles sieht besser aus, als jemand, der schon am ersten Tag im Job um 17 Uhr schon wieder das Boot verlässt. Natürlich sollten Sie auch nicht der letzte sein, der das Licht ausmacht. Gehen Sie eher so im Mittelfeld.

Alles in allem: Bleiben Sie an Ihrem ersten Tag im Job stets authentisch, möglichst unverkrampft, aufgeschlossen und neugierig. Keine Sorge: Jeder hat mal so angefangen. Das wissen die anderen auch oder können sich noch gut daran erinnern, weil es noch nicht solange her ist.

Versuchen Sie einfach in die Kultur des Unternehmens einzutauchen. Seien Sie dankbar für alle Tipps und Ratschläge (auch wenn die Ihnen doof erscheinen – die anderen meinen es nur gut). Und machen Sie einen Bogen um negativen Tratsch. Verlieren Sie auch kein schlechtes Wort über alte Arbeitgeber. Von dem Dreck bleibt immer was am Werfer kleben.

Genießen Sie lieber den ersten Tag. Sie haben jetzt einen neuen Job. Sie entwickeln sich beruflich weiter. Und Ihnen stehen alle Chancen noch offen. Mit der Einstellung können Sie nur gewinnen.

[Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]
10. November 2019 Karrierefragen Redaktion Icon Autor: Karrierefragen Redaktion

Die Redaktion der Karrierefragen besteht aus ausgewiesenen Job- und Karriereexperten mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung. Sie sind zudem regelmäßige Autoren der Schwesterseite Karrierebibel.de mit mehr als 4 Millionen Lesern im Monat.

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