Was ist besser: Xing oder Linkedin?

Xing und Linkedin haben viele Gemeinsamkeiten. User vernetzen sich auf den Business-Plattformen, setzen ihr Profil und ihre Expertise in Szene, lassen sich Jobs vorschlagen. Sie lesen individualisierte News, nehmen an E-Learning-Seminaren teil, kommunizieren in Gruppen und suchen Veranstaltungen. Xing und Linkedin sind Zwillinge, aber keine eineiigen. Es gibt Differenzen zwischen den Twins. Aber was ist besser: Xing oder Linkedin?

Was ist besser: Xing oder Linkedin?

Was sind die Vorteile von Xing?

Xing ist das führende Business-Netzwerk im deutschsprachigen Raum. Im Jahr 2019 durchbrach die Plattform die Marke von 17 Millionen Mitgliedern, mittlerweile tummeln sich 17,6 Millionen Menschen bei Xing (Stand: März 2020). Im Grunde kommen all die, die einen Job in Deutschland, Österreich oder der Schweiz suchen, an Xing nicht vorbei.

Der Beweis:

  • Laut einer Auswertung des Personaldienstleisters Adecco wurde von 774.000 offenen Stellen, die die Bundesagentur für Arbeit im Jahr 2019 registrierte, ungefähr jede Dritte (257.000) bei Xing ausgeschrieben.
  • Auf Linkedin dagegen waren es nur 74.000 Stellenanzeigen.

In diesen Branchen finden Sie demnach bei Xing deutlich mehr Stellenanzeigen aus Deutschland als bei Linkedin:

  • Technische Berufe (z.B. Ingenieur, Architekt)
  • Finanz- und Rechnungswesen, Versicherungen (zB. Controller)
  • Office Management, Administration (z.B. Sekretärin)
  • Bauwesen, Handwerk, Umwelt
  • Transport, Verkehr, Logistik, Lager

Auch finden Studenten und Praktikanten bei Xing sehr viel leichter einen Job als bei Linkedin.

Xing gehört zur New Work SE – genauso wie das Arbeitgeberbewertungsportal Kununu. Dabei ergeben sich Synergien. So sammelt Kununu Unternehmensbewertungen von Mitarbeitern, Daten zur Firmenkultur und Gehaltsstruktur – und verknüpft sie mit Xing. Für Arbeitnehmer sind diese Daten wertvoll, um ein Unternehmen zu finden, das zu ihnen passt. Auch die Unternehmen selbst rekrutieren über Xing aktiv Nachwuchs- und Fachkräfte.

Darüber hinaus können User bei Xing eine sogenannte Portfolio-Seite anlegen – mit Infos zu ihrer Tätigkeit, Fachgebiet, Werdegang. Ein nützliches Marketing-Instrument, zum Beispiel für Freiberufler und Unternehmer.

Die Vorteile von Xing auf einen Blick:

  • Zahlreiche Jobs in Deutschland, Österreich und der Schweiz
  • Portfolio-Seite fürs Selbstmarketing
  • Viele Aufträge für Freelancer
  • Premium-Mitgliedschaft günstiger als bei Linkedin

Was sind die Nachteile von Xing?

Viele Xing-Funktionen sind nur für Premium-Mitglieder zugänglich. Ein Premium-Profil kostet 95,40 Euro im Jahr. Kosten, die sich nicht jeder leisten will, die aber immerhin deutlich unter denen von Linkedin liegen.

Einfachen Xing-Mitgliedern bleiben dagegen viele nützliche Funktionen verwehrt. Sie können nicht alle Mitglieder finden, nicht jedem Mitglied eine Nachricht schreiben, nicht alle Besucher des eigenen Profils nachverfolgen.

Und: Im Gegensatz zu Linkedin können Xing-Mitglieder keine Beiträge frei verfassen. Es ist bei Xing also deutlich schwieriger, sich über Inhalte zu profilieren und eine Followerschaft aufzubauen. Mitglieder können allenfalls Vorschläge für das Publikations-Format Klartext einreichen. Manche werden angenommen, andere abgelehnt, wieder andere völlig ignoriert (wir sprechen aus eigener Erfahrung).

Die (positive) Kehrseite der Medaille: Wer veröffentlichen darf, erzielt vergleichsweise hohe Reichweiten und Interaktionen. Zudem stellt die Kuration der Inhalte ein Mindestmaß an Qualität sicher.

Das sind die Nachteile von Xing auf einen Blick:

  • Begrenzte Funktionen ohne Premium-Mitgliedschaft
  • Nutzlos für alle, die einen Job oder Kontakte außerhalb Deutschlands suchen
  • Nur wenig Interaktion zwischen Mitgliedern

Was sind die Vorteile von Linkedin?

Linkedin ist international ausgerichtet. Das Unternehmen gehört Microsoft, hat seinen Hauptsitz im Silicon Valley und zählt nach eigenen Angaben über 645 Millionen Mitglieder in 200 Ländern und Regionen dieser Welt – deutlich mehr als Xing.

Aber: Im deutschsprachigen Raum liegt Xing (17 Mio.) vorne, hier versammelt Linkedin „nur“ rund 14 Millionen Mitglieder (Stand: Februar 2020). Die meisten Mitglieder hat Linkedin in den USA, Indien, China, Brasilien, Großbritannien, Frankreich und Kanada.

Wer einen Job oder Kontakte im (nicht-deutschsprachigen) Ausland sucht, steuert Linkedin an. In Deutschland selbst wird man aber auch fündig. In diesen Branchen finden Sie laut Adecco-Analyse bei Linkedin deutlich mehr Stellenanzeigen aus dem DACH-Raum als bei Xing:

  • IT, Telekommunikation (z.B. Softwareentwickler)
  • Vertrieb, Verkauf (z.B. Sales Manager
  • Unternehmensführung, Management
  • Forschung, Entwicklung, High-Tech, naturwissenschaftliche Berufe
  • Marketing, Werbung, Design, Multimedia (z.B. Marketing Manager

Die Auswertung von Adecco zeigt: Gerade hochqualifizierte Arbeitnehmer mit akademischer Ausbildung finden neue Jobs eher bei Linkedin als bei Xing – auch innerhalb Deutschlands.

Bei Linkedin hat zudem jedes Mitglied die Möglichkeit, eigene Beiträge zu publizieren. So kann sich jeder eine Reputation als Experte im eigenen Fachgebiet aufbauen. Die Reichweiten einzelner Beiträge sind teilweise enorm, auch viele CEOs und Vorstände deutscher DAX-Firmen treten regelmäßig als Autoren in Erscheinung. Wer dabei gute Hashtags setzt, erhöht die Auffindbarkeit und spricht die richtigen Leser an. Außerdem macht das Schreiben auf Linkedin großen Spaß – es ist unkompliziert, wartet mit vielen Spielereien auf (Tagging, Feedback-Smileys etc.) und generiert Feedback.

Darüber hinaus bietet Linked die Möglichkeit, anderen Mitgliedern per Mausklick Referenzen zu erteilen. Im englischsprachigen Raum sind Referenzen extrem relevant, in Deutschland (noch) nicht. Nicht von der Hand zu weisen ist die Gefahr von Gefälligkeits-Referenzen, wenn Mitglieder gegenseitig positive Bewertungen austauschen.

Was sind die Nachteile von Linkedin?

Linkedin ist teuer. Der Tarif Premium-Career kostet aktuell 29,49 Euro – pro Monat! Premium Business schlägt mit 44,25 Euro monatlich zu Buche, der Sales-Tarif kostet 59,00 Euro und der Recruiter-Tarif stolze 88,50 Euro.

Ein Phänomen, das für Linkedin-User Alltag ist, sind Kontaktanfragen von unbekannten Mitgliedern aus Ländern wie China, Indien, dem Iran oder Russland. Sogar der Verfassungsschutz wies schon darauf hin, dass der chinesische Geheimdienst soziale Netze intensiv nutzt, um etwa an Unternehmensgeheimnisse heranzukommen. Linkedin scheint dabei ein besonders populäres Tool zu sein.

Das sind die Nachteile von Linkedin auf einen Blick:

  • Extrem kostspielige Premium-Mitgliedschaft
  • Ohne Premium-Mitgliedschaft nur eingeschränkte Funktionen
  • Erhöhte Spam-und Spionage-Gefahr von Usern aus aller Herren Länder
  • Bei Konzentration auf den deutschsprachigen Raum im Grunde überflüssig

Was ist besser: Xing oder Linkedin?

Fazit: Beide Netzwerke haben ihre Daseinsberechtigung. Mehr noch, sie sind unverzichtbare Bausteine, um sich auf dem heutigen Arbeitsmarkt zu positionieren. Es spricht nichts dagegen, ein Profil bei Xing UND Linkedin zu pflegen.

Auch Recruiter bespielen und durchforsten in der Regel beide Netzwerke. Der Fachkräfte-Pool ist sowohl bei Xing als auch bei Linkedin so groß, dass es geradezu fahrlässig wäre, auf eines von beiden zu verzichten.

Wenn Sie aber als Arbeitnehmer, Absolvent oder Jobsuchender Geld in die Hand nehmen und Premium-Mitglied werden wollen, können Sie sich getrost auf EINEN Dienst beschränken.

Linkedin ist ein Multitalent und Karrierebeschleuniger, Xing vor allem bei der Jobsuche und Auftragsakquise stark. Beschränken sich Ihre Geschäftsbeziehungen auf Deutschland, dann ist Xing die Nummer eins. Zieht es Sie ins Ausland, zum Beispiel in die USA, dann setzen Sie besser auf Linkedin.

[Bildnachweis: Andrii Yalanskyi by Shutterstock.com]

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28. März 2020 Karrierefragen Redaktion Icon Autor: Karrierefragen Redaktion

Die Redaktion der Karrierefragen besteht aus ausgewiesenen Job- und Karriereexperten mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung. Sie sind zudem regelmäßige Autoren der Schwesterseite Karrierebibel.de mit mehr als 4 Millionen Lesern im Monat.

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