Falsche Angaben in der Bewerbung: Was nun?

So mancher Bewerber greift bei seinen Bewerbungsunterlagen gerne mal in den Schminktopf und hübscht seinen tabellarischen Lebenslauf etwas auf. Gegen geringfügige Werdegang-Kosmetik lässt sich wenig einwenden. Mit falschen Angaben in der Bewerbung ist aber nicht zu spaßen. Diese können Bewerber auch Jahre später noch den Job kosten. Arbeitsrichter verstehen bei arglistiger Täuschung oder echter Hochstapelei kein Pardon: Die fristlose Kündigung ist dann die Folge. Damit es nicht soweit kommt, sollten Sie relevante Falschangaben in der Bewerbung umgehend richtigstellen und korrigieren…

Falsche Angaben in der Bewerbung: Was nun?

Was passiert bei falschen Angaben in der Bewerbung?

Falsche Angaben in der Bewerbung sind kein Kavaliersdelikt. Waren die genannten Qualifikationen, Erfahrungen, Kompetenzen oder Kenntnisse für die Einstellung des Bewerbers ausschlaggebend, so handelt es sich um eine arglistige Täuschung. Wurden dazu sogar noch Zeugnisse gefälscht und Noten frisiert, liegt sogar eine Urkundenfälschung vor, die mit Freiheits- oder Geldstrafe belegt ist.

Bleiben Sie in Ihrem Lebenslauf also unbedingt bei der Wahrheit. Hobbys lassen sich schon mal aufmotzen, Freizeitinteressen beeindruckender darstellen, als sie sind. Auch bei Fremdsprachenkenntnissen wird schon mal übertrieben. Das geht in den meisten Fällen noch durch.

Ganz anders sieht es aus, wenn Sie falsche Angaben machen zu…

  • Zeitangaben (von wann bis wann haben Sie wo gearbeitet)
  • Qualifikationen (Abschlüsse, Zeugnisse, Zertifikate)
  • Kompetenzen (Erfahrungen, Erfolge, Verantwortungsbereiche)
  • Bisherige Arbeitgeber

Diese Aussagen sind praktisch immer relevant. Von ihnen hängt ab, ob man Sie zum Vorstellungsgespräch einlädt und auch später einstellt. Es handelt sich dabei in der Regel um sogenannte Muss-Qualifikationen. Sie sind Bedingung für die spätere Einstellung und werden schon in der Stellenanzeige explizit genannt.

Entsprechend riskiert jeder Bewerber, der an diesen Stellen lügt, die spätere Kündigung. Selbst dann, wenn er oder sie schon mehr als zehn Jahre erfolgreich für das Unternehmen arbeitet.

Und täuschen Sie sich da bitte nicht: Es kommt immer wieder vor, dass Unternehmen in wirtschaftliche Schieflage geraten und Mitarbeiter im großen Stil entlassen müssen. Oder Sie fallen aufgrund eines Fehlers mal in Ungnade. In all diesen Fällen liefern Sie mit Ihren falschen Angaben in der Bewerbung einen billigen Kündigungsgrund. Wird das nachgeprüft, und Sie fliegen auf, können Sie gefeuert werden – ohne Frist, ohne Abfindung und dazu noch mit einem miesen Arbeitszeugnis wegen Betrug oder arglistiger Täuschung. Das hängt Ihnen eine Karriere lang nach… Unnötigerweise.

Stellen Sie die falschen Angaben also am besten schon im Vorstellungsgespräch wieder richtig. Noch besser, Sie machen das schriftlich.

Wie kann ich falsche Angaben in der Bewerbung korrigieren?

Der beste Weg, falsche Angaben in der Bewerbung zu korrigieren, ist, diese schriftlich richtigzustellen. Da gibt Ihnen auch einen späteren Beweis, dass Sie es getan haben und der Arbeitgeber kann sich nicht rausreden, Sie wider besseren Wissens eingestellt zu haben.

Ob Sie das per E-Mail tun oder per Brief, ist zweitrangig. Idealerweise schreiben Sie eine kurze Entschuldigung und begründen den Fauxpas.

Bei kleineren Schummeleien gelingt das meist schon mit Erinnerungslücken oder indem Sie einen Irrtum zugeben. Ja, das war schlampig und Sie bitten die mangelnde Sorgfalt zu entschuldigen. Kommt nicht wieder vor und ist Ihnen peinlich… Auf diese Weise ergreifen Sie aber wenigstens die Initiative, lassen den Fehler nicht auf sich beruhen und gehen offen und konstruktiv mit Ihren Schwächen um. Wenigstens das!

Falls Sie aber zu tief in den Schminktopf gegriffen und regelrecht gelogen haben – zum Beispiel bei Arbeitgebern, für die Sie nie gearbeitet haben oder bei Qualifikationen, die Sie nicht besitzen -, hilft Ehrlichkeit kaum noch. Wer derart hochstapelt, ist in der Regel raus.

Hier hilft dann allenfalls noch Schadensbegrenzung: Ziehen Sie Ihre Bewerbung zurück. Etwa, weil Sie sich für einen anderen Arbeitgeber entschieden haben. Oder weil Sie sich beruflich neuorientieren wollen (was vermutlich sogar ehrlicher ist). Der Job ist so zwar auch weg, aber Sie riskieren keine Anzeige wegen Urkundenfälschung und auch keine Kündigung und einen fetten Fleck im Lebenslauf.

Und das nächste Mal bleiben Sie lieber gleich bei der Wahrheit in der Bewerbung.

[Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]
2. November 2019 Karrierefragen Redaktion Icon Autor: Karrierefragen Redaktion

Die Redaktion der Karrierefragen besteht aus ausgewiesenen Job- und Karriereexperten mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung. Sie sind zudem regelmäßige Autoren der Schwesterseite Karrierebibel.de mit mehr als 4 Millionen Lesern im Monat.

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