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Was ist eine Selbstpräsentation?

Die sogenannte Selbstpräsentation (auch Selbstvorstellung oder Selbstdarstellung genannt) kann Teil eines Assessment Centers oder eines typischen Vorstellungsgesprächs sein. Sie wird üblicherweise eingeleitet mit Fragen oder Aufforderungen wie: „Warum bewerben Sie sich bei uns?“ Oder: „Erzählen Sie etwas über sich.“. In dieser Phase wird der Kandidat oder Bewerber gebeten sich selbst, seine Qualifikationen und Eignung für die Stelle in einem kompakten Vortrag zu präsentieren. Jetzt einfach nur die Stationen im Lebenslauf runterzubeten, wäre jedoch ein Fehler. Tatsächlich geht es in der Selbstpräsentation um etwas anderes…


Was ist eine Selbstpräsentation?

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Warum gibt es überhaupt die Selbstpräsentation?

Die Selbstpräsentation gehört zu JEDEM Bewerbungsgespräch. Sie ist deshalb für Personaler so wichtig, weil sie dabei die Chance bekommen, den Kandidaten oder die Kandidatin live zu erleben und zwar im Rahmen jener Fakten, die sie schon aus der Bewerbung beziehungsweise aus dem Lebenslauf kennen.

Sie können den Bewerber dabei genau beobachten und überprüfen, ob es Widersprüche gibt und ob der Kandidat bei seinen schriftlichen Angaben irgendwo geschummelt hat. Zugleich erlaubt die Selbstpräsentation einen Blick auf die Persönlichkeit und das Engagement des Kandidaten (während der von sich und seinen Erfolgen erzählt).

Und natürlich interessiert die Personalentscheider, ob der Bewerber in dieser Gesprächsphase einen Bezug zum Unternehmen und der ausgeschriebenen Stelle herstellen kann. Also ob er oder sie sich gründliche Gedanken gemacht hat, was ihn im Job erwartet und wie die eigenen Kompetenzen und Stärken einen Mehrwert für die Position schaffen können.

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Wann kommt die Selbstpräsentation im Vorstellungsgespräch?

Da die Selbstpräsentation einen zentralen Stellenwert im Vorstellungsgespräch oder Assessment Center einnimmt, kommt sie in der Regel ziemlich am Anfang. Oft schon nach einer kurzen Aufwärmphase und etwas Smalltalk. Meist stellt sich danach – aus Höflichkeit – der Gastgeber, also der Arbeitgeber, mit allen Vertretern und Anwesenden vor. Danach aber wird schon der oder die Bewerberin gebeten, sich vorzustellen.

Und das ist der Moment, in dem Sie die Bühne beschreiten und einnehmen sollten…

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Wie wird die Selbstpräsentation aufgebaut?

In aller Regel kennen die anwesenden Personalentscheider den Lebenslauf des oder der Kandidaten. Eine reine Wiederholung wäre also redundant und auch langweilig.

In der Selbstpräsentation geht es vielmehr um die prägenden Highlights im Lebenslauf. Also die allein relevanten Positionen, Erfahrungen und Kompetenzen, die den Bewerber für die vakante Stelle des potenziellen Arbeitgebers empfehlen.

Oder anders formuliert: Sie müssen den Personalentscheidern die Arbeit abnehmen und Ihren beruflichen Werdegang so übersetzen, dass Ihre Qualifikationen, Soft Skills und Erfolge optimal auf das Anforderungsprofil der Stelle passen.

Selbstpraesentation Inhalt Aufbau Beispiel Grafik

Klassischerweise beginnt die Selbstpräsentation damit, dass man sich selbst kurz vorstellt: Name, Alter, höchster Ausbildungsabschluss (zum Beispiel Bachelor, Master oder Doktor). Danach folgt eine klassische Gliederung, sozusagen ein Drama in drei Akten – oder nach der Formel Ich bin – ich kann – ich will.

Konkret kann das so aussehen:

  • Ich bin

    Stellen Sie sich kurz mit Namen und Alter vor. Dann beschreiben Sie kurz Ihre aktuelle berufliche und persönliche Situation.

    Ein Beispiel: „Ich bin Susanne Mustermann, 25 Jahre alt, und ich werde in diesem Semester mein Studium an der Universität Köln mit dem Master of Science abschließen. Das Thema meiner Thesis lautet: …“

  • Ich kann

    Das ist der Hauptteil. Hier führen Sie die relevanten Stationen Ihres Lebenslaufs auf, nennen die Kernkompetenzen und bisher erzielten Erfolge.

    Ein Beispiel: „Als Key Account Manager war ich in den vergangenen zwei Jahren dafür verantwortlich, neue Kunden im Bereich XY zu finden und diese nachhaltig zu betreuen. Dabei konnte ich nicht nur die Umsätze um rund 20 Prozent steigern, sondern auch einige Punkte im Kundenbeziehungsmanagement verbessern, was Sie in der ausgeschriebenen Position vor allem interessieren dürfte…“

  • Ich will

    Zum Abschluss garnieren Sie Ihr Plädoyer noch mit den Motiven, warum Sie sich hier beworben haben und was Sie sich mit der Position versprechen oder welchen Mehrwert Sie bieten können.

    Ein Beispiel: „Diese Erfahrungen möchte ich nun gerne nutzen, um mich in Ihrem Haus weiterzuentwickeln. Meine Stärken passen gut zu Ihrer Marke und den Herausforderungen der Position, die ich gerne so und so einsetzen würde.“


Extra-Tipp

Sie können Ihre Selbstpräsentation auch gerne optisch und graphisch mit ein paar Folien unterstützen. Entweder – falls vorhanden – malen Sie dazu ein paar Bilder auf ein Flipchart. Oder Sie bringen ein Tablet mit, auf dem Sie schon eine kleine Präsentation vorbereitet haben (am besten auch gleich an Adapter denken. Viele Unternehmen haben in den Konferenzräumen Fernseher stehen, die sich mit dem Tablet koppeln lassen).

In diesem Fall könnten die knappen Folien zum Beispiel so aussehen:

  • Folie 1: Die Zusammenfassung des Lebenslaufs als Kompetenz- und Werdegang-Wolke aus Stichwörtern.
  • Folie 2: Die eigenen Kernkompetenzen und Erfahrungen (dargestellt in Stichwörtern in einem Kreis). Der Rest liegt außerhalb des Kreises. Sie fokussieren also Ihre Aussagen und Stärken auf diesen Kreis.
  • Folie 3: Die Anforderungen des Jobs werden nun in einem zweiten Kreis dargestellt.
  • Folie 4: Erfolgt die Magie und Sie führen mit einer Animation die beiden Kreise zusammen. Wie bei der Mengenlehre entsteht nun eine Schnittmenge. Der Trick ist: Diese Schnittmenge sollte möglichst groß sein (suggestiv!) – so sieht jeder: Sie passen maximal gut auf diese Stelle.
  • Folie 5: Einfach nur ein Satz: „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit!“ – Mehr steht da nicht. Stattdessen beenden Sie allein auf der Tonspur die Präsentation und versuchen nun wieder zurück in den Dialog mit den Anwesenden zu kommen. Gerne auch mit ein paar Fragen vom Typ: „Wo sehen Sie noch weitere Schnittmengen?“ Oder: „Welche Schnittmengen wären Ihnen noch wichtig?“
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Wie lange dauert die Selbstpräsentation?

Klassischerweise dauert eine solche Selbstvorstellung zwischen zwei und sieben Minuten. Als optimal haben sich rund fünf Minuten erwiesen. Entscheidend ist, dass Sie diese wirklich gut vorbereiten und sich auf das Wesentliche konzentrieren. Also kein Gelaber, kein Schnickschnack – sondern eine pointierte Kurzpräsentation.

Die Selbstpräsentation ist am ehesten vergleichbar mit einem sogenannten Elevator Pitch: Auch hier müssen (allerdings meist in nur 60 Sekunden) Bewerber oder Gründer sagen, warum Sie die Bestbesetzung für eine Stelle beziehungsweise ein aussichtsreiches Startup sind, dass eine Millionenfinanzierung verdient.

Wer hierbei nur die üblichen Floskeln verwendet, verliert. Ein solcher Vortrag lebt von einer persönlichen Darstellung mit einer großen Portion Leidenschaft und Enthusiasmus.


Extra-Tipp

In Assessment Centern kann die Selbstpräsentation übrigens auch Teil einer ersten Teamwork-Übung sein. Das läuft dann so ab, dass nicht Sie sich selbst vorstellen, sondern die Teilnehmer sich vorbereiten können und zuvor miteinander bekannt machen. In der eigentlichen Präsentationsphase stellt dann jeder Bewerber einen anderen anhand der gewonnenen Informationen vor. Bei einer Gruppenpräsentation mit mehreren Bewerbern dauert das gesamte Prozedere natürlich etwas länger; die Vorstellungsphase des Einzelnen bleibt aber bei etwa drei bis fünf Minuten.

Wie lässt sich die Selbstpräsentation vorbereiten?

Zwar können Sie Ihren Namen und Ihre Ausbildung oder Studium vermutlich im Schlaf herunterbeten – allerdings das alleine reicht nicht. Für die Selbstpräsentation im Rahmen eines Vorstellungsgespräches oder Assessment Centers brauchen Sie eine solide Vorbereitung, die nicht in letzter Minute stattfinden sollte.

Setzen Sie sich dafür intensiv mit der Stellenanzeige auseinander und vergleichen Sie – wie fürs Anschreiben zuvor – die geforderten Fähigkeiten und Kenntnisse. Für detaillierte Informationen zu Jobprofilen und Gehältern nutzen Sie auch unsere Schwesterportal, www.karrieresprung.de.

Ziehen Sie zur Vorbereitung Informationen über das Unternehmen aus der firmeneigenen Webseite (gegebenenfalls der eigenen Karriereseite), aus der Fachpresse oder Unternehmensprofilen auf Social-Media-Kanälen wie Xing, Linkedin und Facebook. Eine gute Selbstpräsentation können Sie anhand folgender Schritte vorbereiten:

  • Abgleich mit dem Lebenslauf

    Klären Sie:

    • Was ist für die Branche typisch?
    • Was zeichnet das Unternehmen aus?
    • Welche Aufgaben werden anfallen?
    • Welche Kompetenzen sind für die Stelle wichtig?
    • Und: Inwiefern deckt sich das mit Ihrem Lebenslauf?

    Sie wären nicht zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen worden, würde das Unternehmen nicht einen potenziellen Kandidaten in Ihren sehen. Es gilt genau das herauszuarbeiten und mit Ihren bisherigen Leistungen zu untermauern.

  • Auflisten der Punkte

    Je mehr Überschneidungen Sie zwischen der ausgeschriebenen Stelle und Ihrem Lebenslauf sehen, umso besser. Schreiben Sie diese Highlights aus Ihrem Lebenslauf heraus, die für Sie als ideale Besetzung sprechen. Das können Schwerpunkte im Studium sein, praktisches Wissen oder konkrete Erfahrung mit bestimmten Projekten.

  • Formulieren einer Zusammenfassung

    Als letzten Punkt formulieren Sie ganze Sätze zu diesen Punkten und bringen sie in eine sinnvolle Reihenfolge. Haben Sie viele Überschneidungen, sollten Sie die wichtigsten und aktuellsten nehmen – bei zu vielen Beispielen könnte Ihre Selbstpräsentation anderenfalls zu lang werden. Achten Sie darauf, dass Sie bei Soft Skills nicht einfach nur auflisten. Es reicht nicht zu sagen, dass Sie ein Teamplayer sind, Sie müssen immer auch entsprechende Belege anbringen, also Situationen schildern, in denen Sie bestimmte Fähigkeiten unter Beweis stellen konnten.

  • Üben der Selbstpräsentation

    Okay – einerseits soll das Ganze am Ende nicht auswendig heruntergerattert werden. Es sollte Ihnen aber schon möglich sein, die wichtigen Kernbotschaften mühelos erinnern zu können. Daher ist es klug, die Zusammenfassung sich selbst vor dem Spiegel vorzusagen und nach Möglichkeit auch vor Freunden oder Familie zu üben. Die können Ihnen außerdem ein Feedback geben, wie Sie wirken.


Extra-Tipp

Als Stütze für Ihre Vorbereitungen für die Selbstpräsentation haben wir außerdem diese Leitfragen entwickelt, die wir Ihnen als kostenloses PDF zur Verfügung stellen. Zum Download einfach folgenden Link klicken:

Worauf sollten Sie in sprachlicher Hinsicht achten?

In sprachlicher und körpersprachlicher Hinsicht gibt es noch einige Tricks und Kniffe, die Ihre Selbstpräsentation positiv unterstützen. Fachlich kommen Sie bereits in die engere Auswahl – Sinn und Zweck ist es, vor allem in menschlicher Hinsicht sympathisch herüberzukommen:

  • Verzichten Sie auf Füllwörter

    Wer es nicht gewohnt ist, vor anderen Menschen zu sprechen, neigt zu Füllwörtern wie „ja“ oder „halt“ und Verlegenheitslauten wie „äh“ oder „ähm“. Im ungünstigsten Fall wird Ihnen das als mangelnde Konzentration ausgelegt. Achten Sie beim Üben Ihrer Selbstpräsentation einmal darauf, wie diese bei Ihnen vorkommen und versuchen Sie es nach Möglichkeit zu vermeiden. Besser, Sie reden langsam und pausieren kurz. Das mehrmalige Üben Ihrer Selbstpräsentation hilft Ihnen außerdem dabei, die notwendigen Inhalte frei und mühelos vortragen zu können.

  • Vermeiden Sie Einschränkungen

    Bescheidenheit ist eine Zier…, heißt es. Dummerweise ist bei der Selbstpräsentation genau das Gegenteil gefragt. Zu sehr von sich selbst eingenommen will aber auch keiner wirken – das führt häufig dazu, dass Menschen ihre Botschaft mit einer Einschränkung einleiten, Motto: Ich will ja nicht angeben, aber… oder Das soll jetzt keine Kritik sein, aber… – Sie merken schon: Bereits durch das nachfolgende „aber“ kommt eben genau das beim Gegenüber an, was eigentlich vermieden werden soll. Besser: Lassen Sie solche Floskeln einfach weg. Reden Sie Klartext: Ich habe dieses und jenes Projekt geleitet. – Oder: Als Teil eines großartigen Teams konnte ich mit meinen Kollegen das Unternehmen aus der Flaute holen. Das gelang, indem wir…

  • Bewahren Sie Haltung

    Nicht zusammengesackt im Stuhl sitzen, dürfte selbstverständlich sein. Achten Sie aber auch auf Ihre Körpersprache: Die Hände sollten weder wild herumfuchteln noch sich um die Stuhllehne klammern! Idealerweise bewegen sie sich beim Sprechen auf Brusthöhe. Damit sie etwas „zu tun“ haben, können Sie einen Stift in die Hand nehmen – doch Vorsicht: Kugelschreiber verführen zu nervösem Klicken, daher besser einen Bleistift halten! Bedenken Sie Ihre Mimik: Versuchen Sie freundlich und offen auf Ihre Gesprächspartner zu wirken. Lächeln Sie in die Runde, halten Sie Blickkontakt.

[Bildnachweis: Africa Studio by Shutterstock.com]

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