Was ist eine Selbstpräsentation?

Die sogenannte Selbstpräsentation (auch Selbstvorstellung oder Selbstdarstellung genannt) kann Teil eines Assessment Centers oder eines typischen Vorstellungsgesprächs sein. Sie wird üblicherweise eingeleitet mit Fragen oder Aufforderungen wie: „Warum bewerben Sie sich bei uns?“ Oder: „Erzählen Sie etwas über sich.“. In dieser Phase wird der Kandidat oder Bewerber gebeten sich selbst, seine Qualifikationen und Eignung für die Stelle in einem kompakten Vortrag zu präsentieren. Jetzt einfach nur die Stationen im Lebenslauf runterzubeten, wäre jedoch ein Fehler. Tatsächlich geht es in der Selbstpräsentation um etwas anderes…

Was ist eine Selbstpräsentation?

Wann kommt die Selbstpräsentation im Vorstellungsgespräch?

Da die Selbstpräsentation einen zentralen Stellenwert im Vorstellungsgespräch oder Assessment Center einnimmt, kommt sie in der Regel ziemlich am Anfang. Oft schon nach einer kurzen Aufwärmphase und etwas Smalltalk. Meist stellt sich danach – aus Höflichkeit – der Gastgeber, also der Arbeitgeber, mit allen Vertretern und Anwesenden vor. Danach aber wird schon der oder die Bewerberin gebeten, sich vorzustellen.

Und das ist der Moment, in dem Sie die Bühne beschreiten und einnehmen sollten…

Wie wird die Selbstpräsentation aufgebaut?

In aller Regel kennen die anwesenden Personalentscheider den Lebenslauf des oder der Kandidaten. Eine reine Wiederholung wäre also redundant und auch langweilig.

In der Selbstpräsentation geht es vielmehr um die prägenden Highlights im Lebenslauf. Also die allein relevanten Positionen, Erfahrungen und Kompetenzen, die den Bewerber für die vakante Stelle des potenziellen Arbeitgebers empfehlen.

Oder anders formuliert: Sie müssen den Personalentscheidern die Arbeit abnehmen und Ihren beruflichen Werdegang so übersetzen, dass Ihre Qualifikationen, Soft Skills und Erfolge optimal auf das Anforderungsprofil der Stelle passen.

Klassischerweise beginnt die Selbstpräsentation damit, dass man sich selbst kurz vorstellt: Name, Alter, höchste Ausbildungsabschluss (zum Beispiel Bachelor, Master oder Doktor). Danach folgt eine klassische Gliederung, sozusagen ein Drama in drei Akten – oder nach der Formel Ich bin – ich kann – ich will.

Konkret kann das so aussehen:

  • Ich bin

    Stellen Sie sich kurz mit Namen und Alter vor. Dann beschreiben Sie kurz Ihre aktuelle berufliche und persönliche Situation.

    Ein Beispiel: „Ich bin Susanne Mustermann, 25 Jahre alt, und ich werde in diesem Semester mein Studium an der Universität Köln mit dem Master of Science abschließen. Das Thema meiner Thesis lautet: …“

  • Ich kann

    Das ist der Hauptteil. Hier führen Sie die relevanten Stationen Ihres Lebenslaufs auf, nennen die Kernkompetenzen und bisher erzielten Erfolge.

    Ein Beispiel: „Als Key Account Manager war ich in den vergangenen zwei Jahren dafür verantwortlich neue Kunden im Bereich XY zu finden und diese nachhaltig zu betreuen. Dabei konnte ich nicht nur die Umsätze um rund 20 Prozent steigern, sondern auch einige Punkte im Kundenbeziehungsmanagement verbessern, was Sie in der ausgeschriebenen Position vor allem interessieren dürfte…“

  • Ich will

    Zum Abschluss garnieren Sie Ihr Plädoyer noch mit den Motiven, warum Sie sich hier beworben haben und was Sie sich mit der Position versprechen oder welchen Mehrwert Sie bieten können.

    Ein Beispiel: „Diese Erfahrungen möchte ich nun gerne nutzen, um mich in Ihrem Haus weiterzuentwickeln. Meine Stärken passen gut zu Ihrer Marke und den Herausforderungen der Position, die ich gerne so und so einsetzen würde.“


Extra-Tipp

Sie können Ihre Selbstpräsentation auch gerne optisch und graphisch mit ein paar Folien unterstützen. Entweder – falls vorhanden – malen Sie dazu ein paar Bilder auf ein Flipchart. Oder Sie bringen ein Tablet mit, auf dem Sie schon eine kleine Präsentation vorbereitet haben (am besten auch gleich an Adapter denken. Viele Unternehmen haben in den Konferenzräumen Fernseher stehen, die sich mit dem Tablet koppeln lassen).

In diesem Fall könnten die knappen Folien zum Beispiel so aussehen:

  • Folie 1: Die Zusammenfassung des Lebenslaufs als Kompetenz- und Werdegang-Wolke aus Stichwörtern.
  • Folie 2: Die eigenen Kernkompetenzen und Erfahrungen (dargestellt in Stichwörtern in einem Kreis). Der Rest liegt außerhalb des Kreises. Sie fokussieren also Ihre Aussagen und Stärken auf diesen Kreis.
  • Folie 3: Die Anforderungen des Jobs werden nun in einem zweiten Kreis dargestellt.
  • Folie 4: Erfolgt die Magie und Sie führen mit einer Animation die beiden Kreise zusammen. Wie bei der Mengenlehre entsteht nun eine Schnittmenge. Der Trick ist: Diese Schnittmenge sollte möglichst groß sein (suggestiv!) – so sieht jeder: Sie passen maximal gut auf diese Stelle.
  • Folie 5: Einfach nur ein Satz: „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit!“ – Mehr steht da nicht. Stattdessen beenden Sie allein auf der Tonspur die Präsentation und versuchen nun wieder zurück in den Dialog mit den Anwesenden zu kommen. Gerne auch mit ein paar Fragen vom Typ: „Wo sehen Sie noch weitere Schnittmengen?“ Oder: „Welche Schnittmengen wären Ihnen noch wichtig?“

Wie lange dauert die Selbstpräsentation?

Klassischerweise dauert eine solche Selbstvorstellung zwischen zwei und sieben Minuten. Als optimal haben sich rund fünf Minuten erwiesen. Entscheidend ist, dass Sie diese wirklich gut vorbereiten und sich auf das Wesentliche konzentrieren. Also kein Gelaber, kein Schnickschnack – sondern eine pointierte Kurzpräsentation.

Die Selbstpräsentation ist am ehesten vergleichbar mit einem sogenannten Elevator Pitch: Auch hier müssen (allerdings meist in nur 60 Sekunden) Bewerber oder Gründer sagen, warum Sie die Bestbesetzung für eine Stelle beziehungsweise ein aussichtsreiches Startup sind, dass eine Millionenfinanzierung verdient.

Wer hierbei nur die üblichen Floskeln verwendet, verliert. Ein solcher Vortrag lebt von einer persönlichen Darstellung mit einer großen Portion Leidenschaft und Enthusiasmus.

Warum gibt es überhaupt die Selbstpräsentation?

Die Selbstpräsentation gehört zu JEDEM Bewerbungsgespräch. Sie ist deshalb für Personaler so wichtig, weil sie dabei die Chance bekommen, den Kandidaten oder die Kandidatin live zu erleben und zwar im Rahmen jener Fakten, die sie schon aus der Bewerbung beziehungsweise aus dem Lebenslauf kennen.

Sie können den Bewerber dabei genau beobachten und überprüfen, ob es Widersprüche gibt und ob der Kandidat bei seinen schriftlichen Angaben irgendwo geschummelt hat. Zugleich erlaubt die Selbstpräsentation einen Blick auf die Persönlichkeit und das Engagement des Kandidaten (während der von sich und seinen Erfolgen erzählt).

Und natürlich interessiert die Personalentscheider, ob der Bewerber in dieser Gesprächsphase einen Bezug zum Unternehmen und der ausgeschriebenen Stelle herstellen kann. Also ob er oder sie sich gründliche Gedanken gemacht hat, was ihn im Job erwartet und wie die eigenen Kompetenzen und Stärken einen Mehrwert für die Position schaffen können.

[Bildnachweis: Africa Studio by Shutterstock.com]
8. November 2019 Karrierefragen Redaktion Icon Autor: Karrierefragen Redaktion

Die Redaktion der Karrierefragen besteht aus ausgewiesenen Job- und Karriereexperten mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung. Sie sind zudem regelmäßige Autoren der Schwesterseite Karrierebibel.de mit mehr als 4 Millionen Lesern im Monat.

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