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Wohin gehören außerordentliche Tätigkeiten im Zeugnis?

Ein gutes Arbeitszeugnis bringt Pluspunkte bei der Jobsuche und bringt Sie im Idealfall dem Job einen großen Schritt näher. Entsprechend wünschen sich Arbeitnehmer, dass alle Aufgabenbereiche, um die sich gekümmert wurde, im Zeugnis erwähnt werden – gerade dann, wenn diese über den Arbeitsvertrag hinaus gehen. Aber haben solch außerordentliche Tätigkeiten wirklich einen Platz im Zeugnis? Dabei ist in jedem Fall Vorsicht geboten, um nicht den falschen Eindruck zu machen. Wir zeigen, wo außerordentliche Tätigkeiten im Zeugnis angebracht werden können und wie mögliche Formulierungen aussehen…


Wohin gehören außerordentliche Tätigkeiten im Zeugnis?

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Sollte ich außerordentliche Tätigkeiten im Zeugnis erwähnen?

Wenn Sie sich im Guten von Ihrem Arbeitgeber trennen und nachweislich mehr getan haben, als in Ihrem Arbeitsvertrag verlangt wird, hat der Chef vermutlich keine Einwände, die außerordentlichen Tätigkeiten im Zeugnis zu vermerken. Die Frage ist vielmehr: Sollten Sie Ihren Chef darum bitten, außerordentliche Tätigkeiten zu vermerken?

Die erste Intention ist ein klares Ja, auf jeden Fall! Schließlich zeigen Sie damit Ihr großes Engagement und eine Motivation, sich für den Erfolg des Unternehmens einzusetzen – selbst über die vertraglichen Pflichten hinaus. Für den potenziellen Arbeitgeber ein positives Signal: Wer möchte nicht einen Mitarbeiter einstellen, der sich über die Maßen einbringt und bereit ist, 120 Prozent zu geben, um das Unternehmen voran zu bringen?

Doch sollte Sie vorsichtig sein. Die Wirkung von außerordentlichen Tätigkeiten im Arbeitszeugnis muss längst nicht so positiv ausfallen, wie Sie vielleicht denken. Denn auf der einen Seite sehen Personaler zwar die zusätzlichen Aufgaben, auf der anderen Seite steht aber die große Frage: Was war dann mit dem eigentlichen Job und den Hauptverantwortungen nach Arbeitsvertrag?

Wer viel Zeit und Energie in zusätzliche Tätigkeiten investieren konnte, hat dafür vielleicht anderes vernachlässigt. Beim Lesen des Zeugnisses sind Personaler stets kritisch und suchen nach Hinweisen. Wird darin groß und breit von außerordentlichen Tätigkeiten berichtet, nährt dies Zweifel an der Arbeit und den Leistungen in den Hauptbereichen.

Dahinter steht ein klassischer Code im Zeugnis: Werden entweder Selbstverständlichkeiten oder Nebensächlichkeiten hervorgehoben, soll signalisiert werden, dass es im Kernjob kaum Positives zu berichten gibt.

Zudem ist es eine Frage des Umfangs und des tatsächlichen Zeit- und Arbeitsaufwands, den Sie für außerordentliche Tätigkeiten betrieben haben. Waren es regelmäßig mehrere Stunden, die Sie investiert haben, kann es sinnvoll sein, darauf einzugehen. Haben Sie hingegen lediglich ein oder zwei Mal im Jahr für einen halben Vormittag geholfen, ist es nicht unbedingt der Rede wert.

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Wo können außerordentliche Tätigkeiten im Zeugnis erwähnt werden?

Sollten Sie sich dafür entscheiden, außerordentliche Tätigkeiten im Zeugnis aufzuführen, kommt es deshalb auf die richtige Präsentation an. Die wichtigste Regel dabei lautet: Zuerst sollte auf die Prioritäten eingegangen werden. Im ersten Hauptabschnitt Ihres Arbeitszeugnisses sollten sich entsprechend die Kernaufgaben Ihres Tätigkeitsbereichs finden.

Außerordentliche Tätigkeiten können immer nur ein Zusatz sein, der zu einem späteren Zeitpunkt im Zeugnis angehängt wird. So können Sie verhindern, dass die Arbeiten außerhalb Ihrer Hauptverantwortungen einen negativen Beigeschmack bekommen – denn vorneweg wurde Ihnen bereits gute Leistung und hohes Engagement in diesen Punkten bescheinigt.

Die Reihenfolge im Aufbau könnte dann beispielsweise so aussehen:

  • Persönliche Daten, Zeit der Beschäftigung und Jobtitel
  • Tätigkeitsbeschreibung
  • Beurteilung von Leistungen und Arbeitsverhalten
  • Beurteilung von Soft Skills und Sozialverhalten
  • Angabe von außerordentlichen Tätigkeiten
  • Schlussformel, Dank und Zukunftswünsche
  • Unterschrift

Erst im Anschluss an eine vollständige Aufzählung und Beurteilung der Hauptverantwortungen können außerordentliche Tätigkeiten angebracht werden, ohne den Verdacht zu erwecken, es sollte von schlechten Leistungen im Aufgabenbereich abgelenkt werden.

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Wie kann ich sie im Zeugnis formulieren?

Im Grunde gibt es für die Formulierung und Gestaltung von außerordentlichen Tätigkeiten im Zeugnis zwei Optionen: Diese können im Fließtext eingebunden oder als kurze Auflistung mit Bulletpoints hervorgehoben werden.

  • Beispiel im Fließtext

    Darüber hinaus engagierte sich Herr Müller in den Bereichen _______, _________ und ________. Dieses Engagement ging über die Verpflichtungen seines Arbeitsvertrages hinaus, wofür wir an dieser Stelle noch einmal unseren Dank aussprechen wollen

    Zusätzlich zum Erfolg in seinem Kernarbeitsbereich unterstützte Frau Schmidt bei _______, _______ und _________.

  • Beispiel als Liste

    Auch engagiert sich Herr Maier in folgenden Bereichen:

    • _______
    • _______
    • _______

Besonders gut wirken außerordentliche Tätigkeiten, wenn der Arbeitgeber die besondere Leistung mit einem zusätzlichen Vermerk betont. Hier gibt es viele mögliche Formulierungen, mit denen ein Unternehmen verdeutlichen kann, dass die Tätigkeiten über die erwarteten Leistungen hinaus gingen – und das die Leistungen im Kernjob nicht darunter gelitten hat.

Einige Beispiele sind:

  • Zusätzlich zu seinen Leistungen, die unsere Erwartungen stets erfüllten, konnte sich Herr Schulz in folgenden Bereichen einsetzen:
  • Neben ihren hervorragenden Leistungen schaffte es Frau Fischer, die Bereiche ____ und ____ erfolgreich und mit großem Engagement zu unterstützen.
  • Über seine vertraglichen Pflichten hinaus leistete Herr Weber einen wertvollen Beitrag in den Bereichen ____ und ____. Durch seine große Motivation und Einsatzbereitschaft erledigte er dies freiwillig und zusätzlich zu den ohnehin stets sehr guten Leistungen in unserem Unternehmen.
[Bildnachweis: Ersler Dmitry by Shutterstock.com]

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