Wie kann ich besser Netzwerken?

Ein Gastbeitrag von Julian Kehrer

Die Frage stellen sich jeden Tag viele Menschen. Warum eigentlich? Die Gründe dafür sind vielfältig: Manche streben einen beruflichen Wechsel an oder möchten die Karriereleiter hinaufklettern. Andere möchten neue Kunden gewinnen oder sich als Experte in einem Bereich positionieren. Für all diese Ziele ist ein gutes Netzwerk unerlässlich. Studien belegen, dass etwa ein Drittel aller Jobs über persönliche Kontakte vergeben werden. Netzwerken ist keine Magie! Damit auch Sie in Zukunft von einem starken persönlichen Netzwerk profitieren können, brauchen Sie nur etwas Übung und ein wenig Grundwissen…

Wie kann ich besser Netzwerken?

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Welche Kontakte bringen mich beruflich weiter?

Um effektiv Netzwerken zu können, ist es entscheidend zwischen den verschiedenen Qualitätsstufen eines Kontakts zu unterscheiden. Dabei sollten Sie unbedingt darauf achten, zwischen der persönlichen Sympathie für eine Person und dessen Wert für Ihr Netzwerk zu differenzieren. Nur weil Sie mit einem Menschen gut auskommen, heißt es leider noch lange nicht, dass er Ihnen beruflich weiterhelfen kann. Das kann unter anderem daran liegen, dass derjenige selbst kaum nützliche Kontakte hat oder aus einer anderen Branche oder auch Region kommt.

Damit ist nicht gemeint, dass Sie nicht auch solche Kontakte pflegen sollten. Das können und sollten Sie auf jeden Fall, sofern es zeitlich klappt. Nichtsdestotrotz sollten Sie Kontakten, die über ein besseres und passenderes Netzwerk verfügen, den (beruflichen) Vorrang geben. Denn diese bringen Sie am Ende mit einer höheren Wahrscheinlichkeit näher an Ihr Ziel.

Machen Sie sich am besten eine kleine Liste mit Ihren beruflichen Kontakten und bewerten Sie diese anhand von beispielsweise drei Kriterien:

  1. Berufliche Position und Branche des Kontakts
    Diese Information finden Sie am einfachsten heraus. Entweder sehen Sie sich das Profil der Person beispielsweise auf Linkedin an oder Sie fragen Ihren Kontakt einfach, wenn Sie sich treffen.
  2. Netzwerk-Größe des Kontakts
    Schätzen Sie auf Basis Ihrer Gespräche mit dem jeweiligen Kontakt, wie groß dessen Netzwerk ist. Tipp: Sehen Sie sich die Anzahl der Follower der Person auf Linkedin an. Diese Zahl gibt Ihnen bereits einen ersten Anhaltspunkt. Sollte Ihr Kontakt nur wenige Kontakte haben und sich selbst als großen Netzwerker darstellen, kann das unter Umständen auf einen Blender hindeuten.
  3. Netzwerk-Qualität des Kontakts
    Achten Sie neben der Anzahl auch auf die Qualität der Kontakte. Dies ist allerdings deutlich schwieriger einzuschätzen als die Netzwerk-Größe. Gute Anhaltspunkte können aber Ihre persönlichen Gespräche bieten. Hören Sie Ihrem Gegenüber also gut zu!

Am Ende können Sie eine Rangliste erstellen und entscheiden, welchen Kontakten Sie mehr Zeit widmen möchten und welchen weniger.

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Kann man Netzwerken lernen?

Ein guter Start ist es, sich mit dem Thema grundsätzlich vertraut zu machen. Verwenden Sie allerdings nicht zu viel Zeit mit der theoretischen Lektüre, denn Netzwerken lebt vom Machen. Man kann es nur lernen, indem man es praktiziert. Wenn Sie sich das erste Mal mit einem noch unbekannten Menschen treffen, fühlen Sie sich gegebenenfalls noch etwas unwohl. Das ist ganz normal!

Denken Sie nur daran, wie Sie Fahrrad fahren gelernt haben: Am Anfang noch ganz unsicher mit Stützrad und wackligen Beinen. Nach einigen Übungseinheiten ist es für viele das normalste der Welt. Genauso ist es auch beim Networking. Wagen Sie den Sprung ins kalte Wasser und Sie werden sehen, wie es mal zu mal wärmer wird und Sie sich bald pudelwohl fühlen. Starten Sie am besten gleich heute!

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Wie geht Networking?

Beginnen Sie mit dem Aufbau Ihres beruflichen Netzwerks am besten in Ihrer direkten Lebenswelt. Das heißt: in Ihrer Arbeit. Versuchen Sie auch Kollegen außerhalb Ihrer eigenen Abteilung zum Beispiel bei einem gemeinsamen Mittagessen kennenzulernen. Anschließend, wenn Sie sich etwas wohler fühlen, können Sie den nächsten Schritt gehen und sich auf einschlägigen sozialen Netzwerken mit beruflichem Fokus anmelden.

Der unangefochtene Marktführer ist dabei Linkedin mit über 700 Millionen Mitgliedern weltweit. Ein weiteres berufliches Netzwerk ist Xing. Allerdings ist dieses vor allem im deutschsprachigen Raum verbreitet. Darüber hinaus können Sie auch diverse (virtuelle) Veranstaltungen zum Netzwerken besuchen. Besonders geeignet sind dabei Vorträge, Tagungen oder Konferenzen, die in Ihrer Branche beziehungsweise in Ihrem Berufsfeld liegen.

Nutzen Sie auch privat jede Gelegenheit mit neuen Leuten ins Gespräch zu kommen. Diese Begegnungen finden in der Regel in einer entspannten und ungezwungenen Atmosphäre statt und Sie brauchen keine Angst davor zu haben, da Sie das Gespräch zu jedem Zeitpunkt leicht beenden können. Auf diese Weise können jedoch auch sehr gute Kontakte entstehen. Versuchen Sie es!

TIPP: Nehmen Sie sich nach jedem Gespräch ein paar Minuten Zeit, um Ihr Treffen kurz zu reflektieren und sich Notizen zu machen. Sehen Sie sich diese am besten vor Ihrem nächsten Treffen mit dieser Person kurz an. Sie werden sehen, dass sich Ihr Kontakt sehr wertgeschätzt fühlt, wenn Sie sich an Details aus Ihrem letzten Gespräch erinnern können.

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Was ist qualitatives und quantitatives Networking?

Sie haben von den Begriffen „Quantität“ und „Qualität“ vermutlich schon in anderen Kontexten gehört. Mit Quantität ist die Größe oder auch Anzahl von etwas gemeint. Als Alternative können daher auch Begriffe wie „zahlenmäßig“ oder „mengenmäßig“ verwendet werden. Ein weiterer Aspekt ist die „Qualität“. Dabei handelt es sich um die Summe aller Eigenschaften einer Sache oder auch Person.

Sie können auch Ihr berufliches Netzwerk auf Basis von Quantität und Qualität bewerten.

  • Mit Quantität ist in diesem Zusammenhang die Anzahl Ihrer beruflichen Kontakte gemeint. Demnach ist es das Ziel von quantitativem Networking, ein möglichst großes Netzwerk aufzubauen.
  • Auf der anderen Seite steht das qualitative Networking. Der Fokus liegt dabei nicht auf der Anzahl, sondern vielmehr auf der Qualität der Kontakte. Damit ist nicht nur die Netzwerk-Größe, Netzwerk-Qualität sowie die berufliche Position des jeweiligen Kontakts gemeint, sondern auch die Länge und Intensivität Ihrer Beziehung zueinander. Ein Kontakt, den Sie erst seit Kurzem kennen, ist in der Regel weniger gewillt Ihnen wirklich weiterzuhelfen als ein Kontakt, den Sie bereits seit langem pflegen. Das Ziel des qualitativen Netzwerkens ist es demnach insbesondere neue und bestehende Kontakte stetig zu pflegen und weiterzuentwickeln, sodass Sie Ihr „Kleines-aber-Feines“ Netzwerk immer stärker wird.

Abschließend kann gesagt werden, dass sowohl quantitatives als auch qualitatives Networking seinen Raum und seine Berechtigung hat. Ideal ist eine kluge Kombination beider Arten. Dies ist allerdings mit einem erheblichen Zeitaufwand verbunden, weshalb insbesondere Networking-Einsteiger eher auf qualitatives Networking setzen sollten.

Über den Autor
Julian Kehrer ist Gründer & CEO der Networking-App Meet@Lunch, welche Ihre Nutzer beim Finden von spannenden Netzwerkkontakten und dem Netzwerkmanagement unterstützt – ohne dabei viel Zeit in der App verbringen zu müssen.

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