Wie bekomme ich meine Wut in den Griff?

Die Kollegen nerven, das Telefon klingelt ständig, der Chef setzt einen mit knappen Abgabefristen unter Druck, die E-Mails stapeln sich im Posteingang und Kundentermine warten zu allem Überfluss ebenfalls noch: Es ist zum aus der Haut fahren. An manchen Tagen will die Wut einfach raus. Aber im normalen Büroalltag wird verlangt, dass man sie kontrolliert. Doch manchmal mag dies partout nicht gelingen. Es gibt dennoch Mittel und Wege, seine Wut in den Griff zu bekommen.

Wie bekomme ich meine Wut in den Griff?

Inhaltsverzeichnis: Das erwartet Sie in diesem Artikel

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Was ist Wut?

Wut wird in unserer Gesellschaft als etwas Negatives betrachtet. Der Begriff „Wutbürger“, der sich in den letzten Jahren durchgesetzt hat, bezeichnet zornige Menschen, die undifferenziert, heftig und aggressiv ihrer Unzufriedenheit Luft machen. Diese heftige Reaktion wird häufig durch Kränkungen oder akute Stresssituationen ausgelöst, schwelt aber in den meisten Fällen bereits schon latent in den Betroffenen, ehe sie sich offen zeigt.

Wütende Menschen gelten als impulsiv und schwer beherrschbar. In vielen Kulturen (zum Beispiel in Asien) ist sie sogar ein gesellschaftliches No-Go und absolut verwerflich. Daher sollte es nach Möglichkeit vermieden werden, seine Wut allzu oft an den Tag zu legen.

Auf der anderen Seite kann sie manchmal auch dabei hilfreich sein, seinen Willen durchzusetzen. Jedoch zu dem Preis, dass man im Kollegenkreis bald den Ruf genießt, kein angenehmer Zeitgenosse zu sein. Als Folge wird man den „Wüterich“ eher meiden. Wut kann also einsam machen.

Was hilft gegen meine Wut?

Wenn die Emotion der Wut gärt und ausbricht, ist der große Knall meist nicht mehr zu verhindern. Man merkt förmlich, wie man die Kontrolle über seinen Körper verliert. Wenn Sie also wissen, dass Sie zu schnellen Wutausbrüchen neigen, ist es wichtig, vorher etwas dagegen zu unternehmen, um Ihre Gelassenheit zu trainieren. Einige Möglichkeiten, um langfristig Ihre Wut in den Griff zu bekommen sind:

  • Hobby

    Eine entspannende Freizeitbeschäftigung, die Ihnen Spaß bereitet, ist der beste Weg, um ein ausgeglichener Mensch zu werden. Auf diese Art haben Sie in stressigen Zeiten etwas, auf Sie sich freuen können und das Ihnen hilft, abzuschalten.

  • Musik

    Unzählige Untersuchungen haben gezeigt, dass uns Musik gute Laune verschaffen kann. An manchen Arbeitsplätzen ist es sogar erlaubt, Radio zu hören. Andernfalls hilft Ihnen Ihre Lieblingsmusik spätestens auf dem Heimweg dabei, schlagartig Ihre Stimmung zu verbessern.

  • Bewegung

    Der menschliche Körper hat sich seit der Steinzeit nicht weiterentwickelt. Das bedeutet, dass er das Bedürfnis hat, einen erhöhten Adrenalinspiegel schnellstmöglich in Bewegung umsetzen zu wollen. Dies war damals überlebensnotwendig, um Beute zu jagen oder vor Gefahr zu fliehen. Im Büroalltag ist es zwar höchstwahrscheinlich unmöglich, jedes Mal einmal um den Block zu joggen, wenn man sich aufregt, allerdings kann regelmäßige Bewegung tatsächlich dazu beitragen, ausgeglichener zu werden. Dazu reichen schon 30 Minuten pro Tag – egal, ob morgens oder abends.

  • Reflexion

    Wenn Sie zu häufigen Wutausbrüchen neigen, sollten Sie reflektieren, was Ihre Wut in Ihnen auslöst. Überlegen Sie, welche Ihrer Grundbedürfnisse verletzt werden und wo Ihre Achillesferse liegt. Schreiben Sie diese Gedanken auf, um sie nicht zu verlieren.

  • Abgrenzung

    Manchmal wird Wut durch Überforderung ausgelöst. Überlegen Sie daher, welche Aufgaben Sie zu stark belasten und kommunizieren dies bei Zeiten. Ein frühzeitiges, freundliches aber bestimmtes „Nein“ verhindert mitunter einen späteren Wutausbruch.

  • Sprechen

    Machen Sie Ihren Gedanken Luft. Sprechen Sie mit Freunden oder Ihrem Partner über Ihre Gefühlswelt. Dies macht es Ihnen zum einen selbst leichter, mit Ihrer Wut umzugehen, zum anderen machen Sie nebenbei Ihrem Umfeld Ihre roten Linien deutlich.

  • Entspannungsübungen

    Meditation, Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation, Yoga – die Liste der möglichen Entspannungsübungen ist lang. Probieren Sie einige aus – vielleicht ist die eine oder andere dabei, die Ihnen liegt.

  • Pausen

    Planen Sie regelmäßige Pausen ein. Verlassen Sie in diesen bewusst Ihren Arbeitsplatz. Am besten gehen Sie für ein paar Minuten an die frische Luft. Solch eine kleine Auszeit wirkt Wunder.

Was tun, bevor ich gleich explodiere?

All die oben genannten Tipps sollen Ihnen helfen, ausgeglichener zu werden. Dennoch mag es nach wie vor zu Situationen kommen, in denen Sie spüren, wie Sie die Situation überfordert und Sie sich gerne Luft verschaffen würden. Auch für diesen akuten Fall gibt es einige Möglichkeiten, damit Sie Ihre Wut in den Griff bekommen:

  • Lächeln

    Das klingt vielleicht seltsam, funktioniert jedoch wunderbar. Wenn Sie sich gerade furchtbar aufregen und am liebsten laut losschimpfen würden, lächeln Sie. Allein die Bewegung der entsprechenden Muskelpartien im Gesicht signalisiert dem restlichen Körper: „Alles nicht so schlimm“.

  • Vorfreude

    Freuen Sie sich auf positive Erlebnisse. Das dürfen gerne Kleinigkeiten sein. Wenn Sie merken, dass Sie drauf und dran sind, sich so richtig aufzuregen, werfen Sie einen Blick auf den vor Ihnen liegenden Tag. Konzentrieren Sie sich dabei vor allem auf die noch anstehenden schönen Ereignisse und Aktivitäten, stellen Sie sich diese möglichst plastisch vor und genießen Sie die Vorfreude. Ihr Ärger hat dagegen keine echte Chance.

  • Atmen

    Der Klassiker um seine akute Wut in den Griff zu bekommen: Atmen Sie einige Male tief durch und konzentrieren Sie sich auf Ihre Atmung. Stellen Sie sich vor, wie der Ärger Ihren Körper bei jedem Atemzug verlässt.

Seine Wut in den Griff zu bekommen, ist ein Prozess. Dies geht nicht von heute auf morgen. Aber es ist schon ein erster Schritt, wenn Sie sich dessen bewusst sind. Ansonsten hätten Sie diesen Artikel wohl kaum gelesen…

[Bildnachweis: BOSS BTKPHOTOGRAPHY by Shutterstock.com]
21. November 2019 Karrierefragen Redaktion Icon Autor: Karrierefragen Redaktion

Die Redaktion der Karrierefragen besteht aus ausgewiesenen Job- und Karriereexperten mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung. Sie sind zudem regelmäßige Autoren der Schwesterseite Karrierebibel.de mit mehr als 4 Millionen Lesern im Monat.

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