Wie überlebt man die ersten 100 Tage im neuen Job?

Die ersten 100 Tage im neuen Unternehmen sind ein bisschen wie Einschulung: Viele neue Kollegen, Namen und Abläufe, an die man sich erst gewöhnen muss. Es gilt, die Kultur des Unternehmens zu inhalieren, Prozesse kennenzulernen, Gruppendynamiken im neuen Job zu erkennen und die geheimen Spielregeln, die es in jedem Job gibt. Viele Arbeitnehmer treten in den ersten Tagen verkrampft auf – aus Angst, in ein Fettnäpfchen zu treten. Das Gegenteil wäre aber in den ersten 100 Tage im neuen Job besser: locker machen, freundlich sein, Fragen stellen…

Wie überlebt man die ersten 100 Tage im neuen Job?

Worauf kommt es in den ersten 100 Tage im neuen Job an?

Niemand erwartet von Ihnen, dass Sie in der Anfangszeit Wunder vollbringen. Unsicherheit und Aufregung gehören gerade am Anfang dazu. Das wissen auch die Kollegen. Wichtiger für den Jobstart – insbesondere in den ersten Tagen sind folgende Punkte:

  • Bereiten Sie sich vor.

    Wer im Vorfeld die äußeren Bedingungen klärt, ist schon am ersten Arbeitstag entspannter. Sprechen Sie mit Ihrem zukünftigen Chef über die ersten 100 Tage. Erkundigen Sie sich danach, wie die Einarbeitung laufen wird und bitten Sie um Material, um sich auf ersten 100 Tage im neuen Job besser vorbereiten zu können. Die Bewährungsprobe bestehen Einsteiger nicht durch Profilierungssucht, sondern durch Mannschaftsspiel.

  • Wählen Sie passende Kleidung.

    Informieren Sie sich über den Dresscode. Am ersten Tag etwas förmlicher als die Kollegen angezogen zu sein, ist in Ordnung. Danach sollten Sie weder zu förmlich, noch zu nachlässig sein.

  • Seien Sie pünktlich.

    Wer zu spät kommt, ist erst einmal durchgefallen. Sie stressen sich selbst, kommen gehetzt an – und verärgern Kollegen, die vielleicht auf Sie warten. Den Weg zur Arbeitsstelle sollten Sie sich daher unbedingt vorher einprägen, im besten Fall schon mal abgefahren haben. Pünktlichkeit gilt aber auch für Meetings und andere Geschäftstermine. Dahinter steckt letztlich ein wichtiges Indiz für Ihre Verlässlichkeit und Sorgfältigkeit.

  • Stellen Sie sich aktiv vor.

    In vielen Unternehmen ist es üblich, dass neue Mitarbeiter zunächst vom Chef im Kollegenkreis begrüßt werden und die Gelegenheit bekommen, sich kurz vorzustellen. Wem in diesem Moment die Worte fehlen, vertut eine wichtige Chance. Stattdessen sollten Sie in wenigen Sätzen Ihren Werdegang und Ihre Erfahrung schildern, erläutern, an welchen Projekten Sie arbeiten werden und betonen, dass Sie sich auf die Zusammenarbeit freuen.

  • Hören Sie aufmerksam zu.

    Gerade für die ersten 100 Tage im neuen Job gilt: Hören Sie hin, schauen Sie zu und schweigen Sie. Es mag ja sein, dass die Kollegen mit Betriebsblindheit geschlagen sind und die Lamentos auf jeden vernunftbegabten Menschen vollkommen irre wirken. Doch auch dann gilt: Mit Kritik und Verbesserungsvorschlägen sollte man mindestens vier bis sechs Wochen hinterm Berg halten und auch danach sparsam damit umgehen. Wer außerdem nicht lange diskutiert, wenn man ihm sagt, „am besten machen Sie das so und so“, kriegt eine Taktikmedaille.

  • Klären Sie die Erwartungen.

    Sie wurden aufgrund Ihrer Qualifikationen eingestellt und Ihre Vorgesetzten setzen bestimmte Erwartungen in Sie. Sprechen Sie darüber! Das ermöglicht, sich konkrete Ziele für die Anfangszeit zu setzen und an deren Erreichung zu arbeiten.

Übrigens: Laut Studien der Psychologinnen Vanessa Buote und Anne Wilson von der Wilfrid Laurier Universität in Ontario braucht die überwiegende Mehrheit der Arbeitnehmer zwischen zwei und drei Monate, bis sie im neuen Job angekommen ist. Das entspricht in etwa 100 Tage im Job.

Wie kann ich mich in den ersten 100 Tagen im neuen Job profilieren?

Kurze Antwort: Auf Ihre Teamfähigkeit – also das Vermögen, sich in eine vorhandene und etablierte Organisation und Gruppe einzufinden. Und auf das richtig dosierte Selbstmarketing.

Ja, richtig gelesen. Ein bisschen Show muss auch in den ersten 100 Tage im neuen Job sein. Deswegen müssen (und sollen) Sie nicht zum Lautsprecher und Blender mutieren. Aber Sie sind eben der oder die Neue. Das heißt: Die anderen wissen noch nicht, mit wem sie es zu tun haben und wollen Sie entsprechend kennenlernen, Sie einschätzen können – und nicht zuletzt wissen, worin Ihr Mehrwert für das Team liegt. Bescheidenheit ist zwar eine Zier – doch weiter kommt man ohne ihr.

Beim Selbstmarketing geht es in erster Linie darum, dass andere – vorzugsweise Vorgesetzte – mitbekommen, welche Leistungen Sie erbringen (können) und wie groß Ihr (künftiger) Anteil am Erfolg der Abteilung oder des ganzen Unternehmens ist.

Das bedeutet nicht, sich jedes Mal in Szene zu setzen. Aber Sie müssen schon etwas auffallen. Idealerweise positiv. Und das geht in der ersten 100 Tagen im neuen Job zum Beispiel so:

  • Melden Sie sich zu Wort.

    Wer in Meetings immer nur still daneben sitzt und die Rolle des stummen Zuhörers einnimmt, wird schnell übersehen. Nutzen Sie stattdessen die Gelegenheit, um sich mit gut durchdachten und frischen Ideen zu Wort zu melden.

  • Helfen Sie anderen Kollegen.

    Wenn Ihre Kollegen vor einem Problem stehen, bieten Sie Ihr Wissen und Ihre Hilfe an. Das hat den Vorteil, dass später positiv über Sie gesprochen wird. Und wenn es etwas gibt, das noch besser wirkt als Selbstmarketing, dann ist es Mundpropaganda.

  • Wählen Sie geeignete Projekte.

    Nicht alles, was Sie während des Tages tun, ist eine Erwähnung wert. Aber es gibt manchmal sogenannte Leuchtturm-Projekte mit besonderer Bedeutung für das Unternehmen oder dessen Produkte. Bieten Sie sich hierfür an – regelmäßig. Je häufiger Sie an solchen Projekten mitwirken, desto bedeutsamer wird Ihr Ruf und desto heller strahlt auch Ihr Licht.

  • Erstellen Sie Zwischenberichte.

    Ihr Chef soll merken, wie positiv sich Ihre Projekte in den ersten 100 Tage im neuen Job entwickeln? Dann erstellen Sie Zwischenberichte, in denen Sie über die Fortschritte berichten. So bleiben Sie positiv im Gedächtnis und machen gleichzeitig noch einen professionellen Eindruck.

[Bildnachweis: Master1305 by Shutterstock.com]
26. Dezember 2019 Karrierefragen Redaktion Icon Autor: Karrierefragen Redaktion

Die Redaktion der Karrierefragen besteht aus ausgewiesenen Job- und Karriereexperten mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung. Sie sind zudem regelmäßige Autoren der Schwesterseite Karrierebibel.de mit mehr als 4 Millionen Lesern im Monat.

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