Welche Schulabschlüsse muss ich in der Bewerbung erwähnen?

Zeugnisse sind in der vollständigen Bewerbung unerlässlich. Sie dokumentieren, dass die Angaben im Lebenslauf und Anschreiben richtig sind – und bestätigen durch einen neutralen Dritten Qualifikationen und Kompetenzen. Gerade Berufseinsteiger, die logischerweise noch kaum Arbeitszeugnisse mitbringen, sollten ihrer Bewerbung daher auch Schulzeugnisse beifügen. Doch welche und wie viele? Personaler wollen sich aber nicht durch zig Schulabschlüsse wühlen. Daher gilt für jede Bewerbungsmappe: Auf die richtige Auswahl kommt es an…

Welche Schulabschlüsse muss ich in der Bewerbung erwähnen?

Welche Schulzeugnisse gehören in die Bewerbung?

Ausgehend von einem Berufseinsteiger mit noch keinerlei Berufserfahrung (außer Praktika) und entsprechend keinem Arbeitszeugnis (oder nur wenigen Praktikumszeugnissen), sollten Sie Ihrer Bewerbung unbedingt einen Nachweis über Ihren schulischen Werdegang beifügen. Sprich: Schul- beziehungsweise Abschlusszeugnisse.

Jedoch nicht mehr als maximal zwei Schulzeugnisse. Relevant ist auch nur der aktuellste und ranghöchste Schulabschluss.

Den Leser Ihrer Bewerbung interessiert nicht, welche Noten Sie jedes Schuljahr hatten, sondern vor allem die Noten des höchsten Abschlusses (Abitur, Mittlere Reife, …) sowie vielleicht noch des zweithöchsten Abschlusses. Letzterer dient dann dazu, sich im schulischen Werdegang ein Bild über die bisherige Entwicklung zu verschaffen.

Oder anders formuliert: Haben Sie sich in den vergangenen Jahren eher verbessert oder verschlechtert?

Gut ist natürlich immer, wenn sich die Noten und Abschlüsse jeweils steigern. Also so in der Art:

  • Mittlere Reife: 2,7
  • Abitur: 1,8

Darin offenbart sich dann insgesamt eine „positive Entwicklung„.

Grundschulzeugnisse müssen Sie Ihrer Bewerbung dagegen nicht beifügen. Sie sind irrelevant. Aus Ihrer Schulzeit zählt allein das höchste Abschlusszeugnis. Also Hauptschulabschluss, Realschulabschluss, Abitur und noch ein weiteres.

Wie lange muss ich die Schule in der Bewerbung angeben?

Die Schulzeugnisse werden der Bewerbung nur angefügt, wenn Sie noch jung sind und der Abschluss nicht mehr als fünf Jahre zurückliegt.

Wer zunehmend mehr Berufserfahrung sammelt, kann die Schulzeugnisse auch zunehmend weglassen. Denn sie sich bei Weitem nicht so wichtig wie praktische Erfahrungen und Arbeitszeugnisse im Job und Lebenslauf.

Und sobald Sie einen Hochschulabschluss besitzen, brauchen Sie natürlich auch nicht mehr zwingend ein Schulzeugnis hinzuzufügen. Wer von der Uni einen Abschluss hat, besitzt ganz offensichtlich die dazugehörige Hochschulreife.

Hier gilt also maximal das oben schon Gesagte: Fügen Sie allenfalls Ihr Abitur- oder Fachbabitur-Zeugnis hinzu, um eine positive Entwicklung zu dokumentieren.

Wie erwähne ich einen Abschluss, den ich noch gar nicht besitze?

Falls Sie sich schon bewerben, obwohl Sie erst kurz vor Ihrem Schulabschluss sind, können sie das auch im Lebenslauf angeben. Üblicherweise werden im Lebenslauf zwar nur abgeschlossene Stationen erwähnt. Wer sich aber beispielsweise auf einen Ausbildungsplatz bewirbt, muss das in der Regel ein halbes Jahr vor dem Abitur oder vor der Mittleren Reife tun.

In dem Fall schreiben Sie bitte in Ihren tabellarischen Lebenslauf in die linke Spalte das voraussichtliche Datum des Abschlusses (Schema: MM/JJJJ). In die rechte Spalte kommt dann die Art des Abschlusses.

Also zum Beispiel so:

MM/JJJJ
(voraussichtlich)
Abitur
(Beispiel Gymnasium)

Wie gehe ich mit schlechten Abschlussnoten um?

Falls Sie nicht gerade mit Bestnoten glänzen können, ist das auch kein Beinbruch. Nur verschweigen sollten Sie das nicht (und schon gar nicht dabei lügen!). Das kommt spätestens im Vorstellungsgespräch zur Sprache. Jede Personaler weiß: Wer Noten weglässt, hat hierbei vermutlich etwas zu verbergen oder ein schlechtes Gewissen.

Geben Sie Noten also kommentarlos im Lebenslauf an und erklären Sie diese im Anschreiben. Jedoch bitte auch, ohne sich lang zu rechtfertigen. Je mehr Worte Sie darüber verlieren, desto deutlicher wird die Scham darüber. Erklären Sie lieber kurz die Umstände: Fächer, die Ihnen nicht lagen; Probleme mit dem Lehrer; familiäre Probleme… Solange die Erklärung schlüssig und glaubwürdig ist, reicht das völlig.

Und machen Sie sich keine allzu großen Sorgen: Mit der Zeit und zunehmender Berufserfahrung (oder Praktika) treten Noten ebenso zunehmend in den Hintergrund. Nach fünf Jahren interessieren die Arbeitgeber kaum noch bis gar nicht.

[Bildnachweis: Perfect Wave by Shutterstock.com]
1. Dezember 2019 Karrierefragen Redaktion Icon Autor: Karrierefragen Redaktion

Die Redaktion der Karrierefragen besteht aus ausgewiesenen Job- und Karriereexperten mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung. Sie sind zudem regelmäßige Autoren der Schwesterseite Karrierebibel.de mit mehr als 4 Millionen Lesern im Monat.

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