Darf ich im Meeting offen Kritik üben?

So manches Meeting läuft schon mal heiß. Die Diskussionen werden zunehmen unsachlich, die Emotionen kochen hoch. Es wird laut, sehr laut. Sicher, Besprechungen sind dazu da, um Meinungen auszutauschen, Argumente abzuwägen, zu diskutieren und zu kritisieren. Aber wie offen darf man im Meeting Kritik üben? Tipps, für eine heikle Mission…

Darf ich im Meeting offen Kritik üben?

Wie offen darf man im Meeting offen Kritik üben?

Kurze Antwort: Das kommt darauf an, gegenüber WEM und WIE.

  • Gegenüber dem Chef, womöglich noch so, dass der danach doof dasteht, ist das keine gute Idee. Das gehört – wenn überhaupt – in ein 4-Augen-Gespräch. Wenn Sie anderer Meinung sind als Ihr Chef, formulieren Sie das lieber neutral: „Das ist natürlich eine Sicht. Ich sehe auch Ihre Argumente dafür. Man kann es aber auch so betrachten…“ Damit eröffnen Sie einen Austausch auf Augenhöhe und lassen Raum für Argumente. Vielleicht auch durch die Kollegen.
  • Gegenüber Kollegen und im Rahmen einer Ideendiskussion? Natürlich! Das ist ja auch keine unsachliche Kritik, vielmehr ein Disput in der Sache. Nur persönliche Kritik gehört nicht ins Meeting. Nie. Motto: „Ich finde nicht gut, wie du das machst…“ Oder: „Deine Vorschläge sind Blödsinn…“ Auf solche Schläge unter die Gürtellinie kann man nur auf eine Art reagieren: indem man eine solche Stillosigkeit als eben diese aufdeckt. Und dann stehen Sie selbst blöd da. Bleiben Sie also stets sachlich, respektvoll und konstruktiv.

Entscheidend ist zudem das WIE: Wie schon angesprochen, sollte Kritik (nicht nur im Meeting) immer respektvoll, konkret und nie pauschal geäußert werden. Damit Kritik überdies konstruktiv wird, sollte sie zudem mit einem Alternativorschlag gepaart werden.

Zu sagen, das man etwas nicht gut findet, nutzt niemandem. Meetings sind ja gerade dazu da, dass sich alle den Kopf darüber zerbrechen, wie es besser geht. Zwar gefallen sich manche Kollegen in der Rolle des achso kritischen Nachdenkers. Bedenkenträger tragen aber erst dann zur Verbesserung bei, wenn Sie selbst ein paar Vorschläge machen (und dadurch ihrerseits angreifbar werden).

Niemand wird gerne auf seine Fehler und Schwächen hingewiesen. Schon gar nicht öffentlich. Möchten Sie Grundsatzdiskussionen führen oder vergangene Entscheidungen in Zweifel ziehen, tun Sie dies lieber in einem persönlichen Gespräch unter vier Augen mit den Verantwortlichen.

Stellen Sie Ihre Kollegen oder Ihren Chef bitte nie vor versammelter Mannschaft bloß. Das wird immer zum Bumerang.

[Bildnachweis: Jacob Lund by Shutterstock.com]
8. November 2019 Karrierefragen Redaktion Icon Autor: Karrierefragen Redaktion

Die Redaktion der Karrierefragen besteht aus ausgewiesenen Job- und Karriereexperten mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung. Sie sind zudem regelmäßige Autoren der Schwesterseite Karrierebibel.de mit mehr als 4 Millionen Lesern im Monat.

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