Sollte ich meine Parteizugehörigkeit im Lebenslauf erwähnen?

Wer politisch aktiv ist oder sich zumindest ehrenamtlich in einer Partei engagiert, mag sich Gedanken darüber machen, ob er seine Parteizugehörigkeit im Lebenslauf erwähnen sollte. Immerhin könnte dies Vorteile und Sympathien verschaffen, andererseits jedoch auch Abneigung beim zukünftigen Arbeitgeber hervor rufen – insbesondere bei gegenteiliger politischer Gesinnung. Ob es sinnvoll ist, seine Parteizugehörigkeit zu erwähnen, klären wir hier.

Sollte ich meine Parteizugehörigkeit im Lebenslauf erwähnen?

Muss man seine Parteizugehörigkeit im Lebenslauf erwähnen?

In einen Lebenslauf gehört grundsätzlich nur Relevantes. Dies gilt nicht nur für die beruflichen Stationen, sondern auch für Hobbys und Interessen. Diese Punkte sollen dazu dienen die eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen zu belegen, die für die angestrebte Position von Nutzen sind.

Eine Pflicht, die Parteizugehörigkeit im Lebenslauf zu erwähnen, besteht nicht. Im Gegenteil: Im kompletten Bewerbungsprozess ist die Frage nach einigen Mitgliedschaften tabu. Dies betrifft insbesondere die Zugehörigkeit zu:

  • Parteien
  • Gewerkschaften
  • Glaubensgemeinschaften

Diese Punkte gehen den zukünftigen Arbeitgeber nichts an – es sei denn, man bewirbt sich um einen Arbeitsplatz in der jeweiligen Institution selbst. Man kann solche Mitgliedschaften zwar von sich aus erwähnen, falls man sich einen Vorteil davon verspricht, der Personaler darf jedoch nicht aktiv danach fragen.

Wann macht es Sinn, seine Parteizugehörigkeit im Lebenslauf zu erwähnen?

Wer unbedingt seine Parteizugehörigkeit im Lebenslauf publik machen möchte, sollte sich fragen, ob sich daraus überhaupt ein Vorteil für den Bewerbungsprozess ergibt.

Falls dies nicht der Fall sein sollte, könnte ansonsten unter Umständen sogar ein negativer Eindruck entstehen. Zum Beispiel sollte man keinesfalls das Bild entstehen lassen, dass ein umfangreiches, ehrenamtliches, politisches Engagement womöglich die Arbeitsleistung negativ beeinflussen könnte.

Der einzige Arbeitgeber, für den eine Parteizugehörigkeit relevant ist, sind politische Parteien beziehungsweise die ihnen nahestehenden Stiftungen. In allen anderen Fällen, sollten Sie für sich folgende Fragen beantworten:

  • Kompetenzen

    Welche Skills können Sie mit der Parteimitgliedschaft belegen, die Sie anders nicht vorweisen können?

  • Relevanz

    Was macht die Angabe so wichtig, dass sie unverzichtbar wird?

  • Namensnennung

    Muss die Partei selbst überhaupt erwähnt werden oder reicht lediglich ein Hinweis auf ein ehrenamtliches, politisches Engagement ohne Nennung des Parteinamens?

Es mag Fälle geben, in denen es die Antworten auf die drei Fragen sinnvoll erscheinen lassen, seine Parteizugehörigkeit im Lebenslauf zu erwähnen. Zum Beispiel wenn man sich im Forst- oder Umweltsektor bewirbt und nebenbei noch bei einer ökologisch orientierten Partei aktiv ist.

Dieser Fall dürfte aber eher die Ausnahme darstellen. In den allermeisten Fällen sollten Sie Ihr politisches Engagement nicht anführen und den knappen Platz im Lebenslauf besser für Relevanteres nutzen.

[Bildnachweis: smolaw by Shutterstock.com]
16. Dezember 2019 Karrierefragen Redaktion Icon Autor: Karrierefragen Redaktion

Die Redaktion der Karrierefragen besteht aus ausgewiesenen Job- und Karriereexperten mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung. Sie sind zudem regelmäßige Autoren der Schwesterseite Karrierebibel.de mit mehr als 4 Millionen Lesern im Monat.

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