Wie lässt sich die berufliche Neuorientierung im Anschreiben begründen?

Manchmal tritt eine Situation auf, in der man merkt, dass der bisherige Berufsweg in eine Sackgasse mündet. Dies kann entweder direkt nach dem Studium beziehungsweise der Ausbildung schon der Fall sein oder erst nach jahrelanger Tätigkeit im Beruf. Eine neuer Weg muss her. In einer Zeit, in der Lebensläufe selten linear sind, dürfte dies kein Problem darstellen. Doch wie lässt sich diese berufliche Neuorientierung im Anschreiben begründen?

Wie lässt sich die berufliche Neuorientierung im Anschreiben begründen?

Warum kann eine berufliche Neuorientierung notwendig werden?

Interessen verändern sich im Lauf des Lebens. Daher kann es vorkommen, dass die berufliche Perspektive mit Ihrer eigenen Neugier nicht Schritt halten kann. Die Lust nach etwas Neuem wächst kontinuierlich – insbesondere wenn Sie merken, dass Sie bislang auf dem Holzweg waren und Ihr Beruf Ihnen keine Zufriedenheit verschafft hat.

Die Gründe können vielfältig sein. Es kann zum einen vorkommen, dass Sie neue Talente an sich entdecken, die Ihnen bislang verborgen geblieben sind. Oder Sie haben sich zum Zeitpunkt Ihrer Berufsentscheidung schlichtweg etwas anderes vorgestellt und Ihre Erwartungen wurden nun enttäuscht.

Wenn Sie das Gefühl haben, in Ihrem Beruf nicht mehr glücklich werden zu können, spricht nichts dagegen, sich neu zu orientieren. Dabei sollten Sie jedoch unbedingt zuvor sowohl Ihre Wünsche, Ihre Stärken und Schwächen, als auch den Arbeitsmarkt eingehend analysieren und die Entscheidung nicht überstürzen. Berufliche Neuorientierung ist keine Schande, sie sollte allerdings nicht allzu häufig im Lebenslauf vorkommen, um nicht den Eindruck der Unstetigkeit zu erzeugen.

Wie macht man die berufliche Neuorientierung im Anschreiben deutlich?

Wenn Sie sich detailliert klar gemacht haben, welche Gründe zum einen für den Abbruch Ihres bisherigen Berufsweges und zum anderen für Ihre Entscheidung zur Neuorientierung sprechen, fällt es Ihnen in der Folge leichter, dies für potentielle Arbeitgeber zu argumentieren.

Dabei ist es zunächst wichtig, dass Sie Ihr Wunschdenken mit der Ausgangslage abgleichen: Werden Ihre Fähigkeiten in der angestrebten Branche gesucht? Welche Ihrer bisherigen Erfahrungen können einem neuen Arbeitgeber nützlich sein, die ein „alter Hase“ nicht mitbringt? Wie sehen Ihre realistischen Erwartungen an die neue Stelle aus? Diese Überlegungen sollten die gedankliche Basis für Ihr Anschreiben bilden.

Darüber hinaus sollten Sie auf einige der folgenden Aspekte näher eingehen, um die Motivation für die berufliche Neuorientierung glaubhaft zu verdeutlichen:

  • Begeisterung

    Es ist wichtig, dass Sie aufzeigen, woher Sie die neue Leidenschaft für den angestrebten Berufswechsel nehmen. Dies zeigt, dass Sie Ihren Weg reflektiert und sich ein Ziel gesteckt haben und nicht bei nächster Gelegenheit wieder abspringen.

    Formulierungsbeispiel: „Meine Begeisterung für Statistiken, die bereits in der Schulzeit geweckt wurde, hat mich nie losgelassen. Die Erstellung unterschiedlicher Leistungscharts ist in unserem Sportverein ein wichtiger Erfolgsbestandteil. Daher bin ich mir sicher, dass ich Ihnen mit dieser Leidenschaft auch als Aktienanalyst dazu verhelfen kann, frühzeitig fundierte Entscheidungen zu treffen, um so einen Vorteil gegenüber den Mitbewerbern zu haben.“

  • Lernfähigkeit

    Zeigen Sie anhand eines kurzen Beispiels, dass Sie nicht nur gewillt sind, sich schnellstmöglich in neue Aufgabengebiete einzuarbeiten, sondern dass Sie auch die Fähigkeit dazu besitzen.

    Formulierungsbeispiel: „In meinem Ehrenamt als Kassenwart des Nachbarschaftsvereins konnte ich mich innerhalb weniger Tage in die Grundlagen der Buchhaltung einarbeiten. Ich bin mir sicher, nicht nur dieses Wissen, sondern auch meine schnelle Auffassungsgabe in der angestrebten Position für Sie ebenfalls gewinnbringend einsetzen zu können“

  • Perspektive

    In dem Sie die eine oder andere Idee ins Spiel bringen, was Sie für den Arbeitgeber in der neuen Stelle bewegen möchten, zeigen Sie nicht nur, dass Sie sich bereits intensiv mit der Herausforderung auseinander gesetzt haben, sondern zusätzlich, dass Sie an einer langfristigen Zusammenarbeit interessiert sind.

    Formulierungsbeispiel: „Als gelernter Werbekaufmann bereichere Ihr Erzieherteam gerne mit dem Fokus auf eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit, um zukünftigen Eltern ein positives Gefühl des Willkommens zu vermitteln“

  • Fähigkeiten

    Welche Soft Skills prädestinieren Sie für den angestrebten Arbeitsplatz? Wo haben Sie diese bereits unter Beweis gestellt? Das muss nicht zwingend der vorherige Beruf sein, auch ein Hobby oder ein früheres Praktikum können Sie als Beleg anführen, wenn Sie es nur entsprechend so formulieren, dass der neue Arbeitgeber darin den Nutzen für sich erkennt.

    Formulierungsbeispiel: „In meiner bisherigen Tätigkeit als Bankkaufmann wurde ich stets von den Kunden und den Kollegen als ehrlicher Ratgeber geschätzt. Da mir häufig zurück gemeldet wurde, dass ich komplizierte Sachverhalte nachvollziehbar auf dem Punkt bringen und erklären kann, wuchs in mir der Wunsch, diese Fähigkeit in meinem neuen Beruf als Lehrer intensiver zu nutzen.“

In einem Anschreiben sollten Sie sich für einen Punkt entscheiden, der bei Ihnen am relevantesten zutrifft. Die Formulierungsbeispiele sollen Ihnen dabei aufzeigen, in welche Richtung es gehen kann und sollten nicht eins zu eins übernommen werden.

Es ist darüber hinaus ratsam, die anderen Argumente nicht zu vernachlässigen, sondern gegebenenfalls auf einer dritten Seite näher auszuführen.

Zu guter Letzt schadet es nie, der Bewerbung die eine oder andere relevante Referenz beizufügen, die Ihre Motivation unterstreicht. Dadurch lässt sich die mangelnde Berufserfahrung weiter ausgleichen.

[Bildnachweis: G-Stock Studio by Shutterstock.com]
10. Dezember 2019 Karrierefragen Redaktion Icon Autor: Karrierefragen Redaktion

Die Redaktion der Karrierefragen besteht aus ausgewiesenen Job- und Karriereexperten mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung. Sie sind zudem regelmäßige Autoren der Schwesterseite Karrierebibel.de mit mehr als 4 Millionen Lesern im Monat.

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