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Skandalkonzern: Schadet das meinem Lebenslauf?

Manche Arbeitgeber geraten durch öffentliche Skandale erst ins Zwielicht, dann in die Krise. Auch für die Arbeitnehmer ist das unschön: Bewerben Sie sich auf eine neue Stelle, könnte das schlechte Image auf Sie abfärben. Aber schadet es Ihrem Lebenslauf, wenn Sie für ein Skandalunternehmen arbeiten? Wir klären auf und geben Tipps…


Skandalkonzern: Schadet das meinem Lebenslauf?

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Definition: Was ist ein Skandalkonzern?

Ein Skandalkonzern ist ein Unternehmen, das durch Fehlverhalten, Gesetzesverstöße, moralisch fragwürdige Praktiken oder teilweise auch durch extreme wirtschaftliche Probleme negativ aufgefallen ist. Die genauen Skandale variieren enorm – Finanzbetrug, gefälschte Zahlen, Bestechung, Diskriminierung am Arbeitsplatz, Umweltsünden oder Steuervergehen.

Unabhängig von der konkreten Situation gibt es typische Merkmale bei einem Skandalkonzern:

  • Öffentliche Kritik und Berichte in den Medien
  • Vertrauensverlust bei Kunden, Partnern und Mitarbeitern
  • Spürbare Rufschädigung des Unternehmens
  • Maßnahmen zur Schadensbegrenzung
  • Strafen oder juristische Verfahren

Teilweise erschüttern Skandale auch ganze Branchen und damit viele Unternehmen. Das hat natürlich direkte Konsequenzen für den Arbeitgeber, unter den Folgen leiden aber auch Angestellte.

Welche Arbeitgeberskandale sind besonders problematisch?

Kein Skandal im Unternehmen ist schön oder vorteilhaft – doch nicht jedes Szenario ist gleichermaßen schädlich. Entscheidend ist vor allem, wie gravierend und moralisch aufgeladen der Unternehmensskandal ist.

Bei wirtschaftlichen Problemen und Massenentlassungen gibt es meist einen kurzen Aufschrei, der schnell wieder abklingt. Heikler sind Skandale, die gegen Gesetze oder ethische Grundsätze verstoßen, direkt das Kerngeschäft des Unternehmens betreffen oder öffentlich schlechten Umgang mit Arbeitsbedingungen oder Arbeitnehmerrechten zeigen. Beispiele:

  • Finanzskandale: Bilanzfälschung, Insiderhandel
  • Umweltskandale: Illegale Entsorgung, Greenwashing
  • Korruptionsfälle: Bestechung, Vorteilsnahme, Veruntreuung
  • Datenschutzverstöße: Umgang mit Kundendaten, Veröffentlichung sensibler Informationen
  • Arbeitsrechtsskandale: Ausbeutung, MobbingDiskriminierung

Je stärker der Skandal das Vertrauen der Öffentlichkeit beschädigt, desto größer ist das Risiko, dass Mitarbeiter mit in den Ruf des Unternehmens hineingezogen werden.

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Was tun, wenn ich bei einem Skandalkonzern arbeite?

Wenn Ihr Arbeitgeber in einen Skandal verwickelt ist, stehen Sie vor einer schwierigen Entscheidung. Sie müssen abwägen, ob Sie bleiben oder sich beruflich neu orientieren. Diese Tipps helfen in dieser Phase:

  • Ruhe bewahren und informieren

    Lassen Sie sich nicht nur von Schlagzeilen leiten. Prüfen Sie, was tatsächlich passiert ist, welche Abteilungen betroffen sind und wie das Unternehmen reagiert. Handeln Sie nicht, bevor Sie nicht alle Fakten kennen.

  • Interne Kommunikation beobachten

    Hören Sie nicht nur auf Berichte von außen, sondern auf die interne Kommunikation. Wie geht die Geschäftsführung mit dem Vorfall um? Wie transparent sind die Informationen? Gibt es glaubwürdige Aufklärung, Konsequenzen oder Verbesserungsmaßnahmen? Das ist entscheidend für Ihre Bewertung.

  • Eigene Position reflektieren

    Es ist Ihr Arbeitgeber, aber Sie selbst sind nicht zwangsläufig direkt mit dem Skandal verbunden. Je weniger Sie mit dem Bereich zu tun haben, desto klarer können und sollten Sie sich davon distanzieren – auch in der Außendarstellung.

  • Imagepflege betreiben

    Achten Sie auf Ihr berufliches Profil, etwa auf Linkedin oder Xing. Kommunizieren Sie klar, wofür Sie selbst und unabhängig vom Arbeitgeber stehen.

  • Wechsel prüfen

    Ist das Vertrauen dauerhaft zerstört oder der Schaden zu groß, bleibt nur ein Jobwechsel als Konsequenz. Bereiten Sie diesen Schritt vor und suchen Sie nach beruflichen Alternativen.

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Skandalkonzern: Ein Problem bei der Jobsuche?

Die Sorge bei Bewerbern ist groß: Schadet es mir, wenn ich bei einem Skandalkonzern gearbeitet habe? Die Antwort lautet: Nicht zwingend, es kommt aber auf die richtige Darstellung an. Personalverantwortliche wissen, dass Sie als Mitarbeiter keinen Einfluss auf Unternehmensentscheidungen haben und keine Mitschuld tragen.

Trotzdem kann der Name eines Skandalunternehmens Fragen aufwerfen. So gehen Sie souverän damit um:

  • Bleiben Sie sachlich

    Gehen Sie nicht auf die Kontroversen ein, sondern konzentrieren Sie sich auf Ihre persönliche Eignung.

  • Distanzieren Sie sich elegant

    Sie können zum Beispiel sagen, dass Sie „aus unternehmensstrategischen Gründen“ wechseln oder sich beruflich neu orientieren.

  • Fokussieren Sie auf Positives

    In der Bewerbung geht es um Ihre Qualifikation, Leistung und Entwicklung. Der Ruf der Konzerns ist dafür unerheblich.

So zeigen Sie, dass Sie reflektiert, professionell und loyal agieren ohne sich mit dem Fehlverhalten zu identifizieren.

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Skandalkonzern in der Bewerbung

Sie haben bei einem Skandalkonzern bearbeitet, nun schreiben Sie die Bewerbung für den nächsten Job? Ziel ist jetzt: Steuern Sie Ihr Bewerbungsnarrativ bewusst. So lassen Sie keinen Raum für Spekulationen und schaffen Vertrauen.

Dies gilt für die gesamte Bewerbungsstrategie. Angefangen von Bewerbungsschreiben und Lebenslauf bis zum Vorstellungsgespräch fahren Sie eine klare Linie:

Tipps für Lebenslauf und Anschreiben

Für die schriftliche Bewerbung gilt: Sprechen Sie von sich, Ihren Qualifikationen, Fähigkeiten und Ihrem passgenauen Profil für die offene Stelle. Mögliche Skandale haben hier keinen Platz und spielen auch keine Rolle – Sie argumentieren, warum Sie die beste Besetzung für die neue Position sind:

    • Nennen Sie den Ex-Arbeitgeber immer neutral. Kein Zusatz oder Kommentar.
    • Vermeiden Sie jeden Bezug durch Begriffe wie Skandal, Krise oder Konflikt.
    • Beschreiben Sie Ihre Hin-zu-Motivation – niemals eine Weg-von-Attitüde.

Wollen Sie sich offener und direkter positionieren, können Sie durch subtile Formulierungen ein Statement setzen. Zum Beispiel: „Ich lege großen Wert auf eine werteorientierte Unternehmenskultur und langfristige Vertrauensarbeit. Ich suche eine Position, in der diese Prinzipien aktiv gelebt werden.“

Tipps im Vorstellungsgespräch

Im Vorstellungsgespräch haben Sie weniger Einfluss auf den genauen Verlauf. Manche Personaler fragen gezielt in Richtung des Skandalkonzerns: mal offen und direkt, mal auf Umwegen. Zum Beispiel mit Fragen, wie: „Warum haben Sie gekündigt?“ Oder: „Warum wollen Sie den Job wechseln?

Hier punkten Sie mit Selbstbewusstsein. Bleiben Sie souverän ohne das Thema zu vertiefen. Wird der Skandalkonzern thematisiert, helfen diese Tipps:

  • Antworten Sie kurz, sachlich und ohne Schuldzuweisungen.
  • Signalisieren Sie Ihre Haltung: Sie stehen für Ethik, Professionalität und Transparenz.
  • Distanzieren Sie sich. Sie waren Mitarbeiter, mit dem Fehlverhalten und den Verstößen haben Sie nichts zu tun!
  • Lenken Sie das Gespräch zurück auf sich: Gehen Sie stärker auf Ihre Kompetenzen und Ziele ein.

Mit ehrlichen und professionellen Antworten überzeugen Sie Ihren Gesprächspartner. Die meisten Personaler nehmen das schnell zur Kenntnis und fragen nicht weiter nach. Solange die Qualifikationen und Arbeitseinstellung stimmen, hat der Skandalkonzern dauerhaft keine negativen Konsequenzen.


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