Kann Mitnahme der Urlaubstage durch den neuen Arbeitgeber verweigert werden?

Hallo liebes karrierefragen-Team! Kann der neue Arbeitgeber verweigern, dass der beim alten Arbeitgeber nicht genommene Urlaub verweigert wird?

Der alte Arbeitgeber versicherte schriftlich, dass keine Urlaubstage im aktuellen Jahr genommen wurden, daraufhin wurden dennoch nur 23 von regulären 30 Urlaubstagen genannt, da das Arbeitsverhältnis erst zu April begann. Der neue Arbeitgeber sagt jetzt, dass man die Auszahlung dafür vom alten Arbeitgeber einfordern soll, leider werden die Urlaubstage dringend für den bereits gebuchten Jahresurlaub benötigt… (der dem neuen Arbeitgeber bereits von Anfang an vorlag…)

Über in einem anderen Artikel im Netz dazu heißt es lediglich, dass „(2) Der Arbeitgeber ist verpflichtet, bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses dem Arbeitnehmer eine Bescheinigung über den im laufenden Kalenderjahr gewährten oder abgegoltenen Urlaub auszuhändigen“ das sagt aber nicht direkt aus, dass der neue Arbeitgeber dies auch gewähren muss, oder?

Ich freue mich, wenn ihr Licht ins Dunkle bringt 🙂 danke im voraus!

 

 

Nicht genommener Urlaub ist vom ALTEN Arbeitgeber abzugelten bzw. zu vergüten. Nicht jedoch vom neuen. Heißt: Man kann (nicht genommenen) Urlaub nicht einfach zum NEUEN Arbeitgeber mitnehmen und dann abfeiern. Warum auch? Du schließt hier doch einen völlig neuen Arbeitsvertrag. Der Urlaubsanspruch wiederum ergibt sich aus den dort geleisteten Arbeitstagen. Auf welcher (rechtlichen, vertraglichen) Basis sollte denn dann der neue Arbeitgeber Urlaub vom bisherigen Arbeitgeber gewähren? Eben.

Damit kann er natürlich verweigern, dass du sagst: „Ich hatte beim alten AG noch 23 Tage offen, die müssen Sie mir jetzt frei geben!“ Das wäre ja auch zu schön: Der neue AG bezahlt den Urlaub für den alten AG. Geht aber nicht. Der neue AG hat also völlig recht, wenn er sagt, dass du dir das vom alten AG auszahlen lassen musst – denn nur hier besteht auch ein Rechtsanspruch.

Einzige Ausnahme: Du hast natürlich auch einen gesetzlichen Urlaubsanspruch (https://karrierebibel.de/gesetzlicher-urlaubsanspruch/) beim neuen Arbeitgeber aus den geleisteten Arbeitstagen. Der volle Urlaubsanspruch besteht bei einem neuen Arbeitgeber erst nach einer Wartezeit von sechs Monaten. Vor Ablauf der Wartezeit kann man pro vollem Monat des Bestehens des Arbeitsverhältnisses aber schon ein Zwölftel des Jahresurlaubs beanspruchen (siehe: https://karrierebibel.de/arbeitsrecht-urlaub/). Nach vier Monaten können damit zum Beispiel 4/12 des gesetzlichen Urlaubsanspruchs von 20 Urlaubstagen und damit 6,66 Urlaubstage genommen werden. Bruchteile von Urlaubstagen, die mindestens einen halben Tag ergeben, sind auf volle Urlaubstage aufzurunden. Im obigen Beispiel also 7 Tage.

Diese Urlaubstage kann dir der neue Arbeitgeber – etwa mit Hinweis auf die Probezeit – nicht verweigern. Erst recht nicht, wenn du im laufenden Jahr noch keinen Urlaub (beim alten Arbeitgeber) hattest. Dafür wäre dann die Bescheinigung nützlich. Aber es gibt eben keinen Doppelurlaub (Motto: beim alten auszahlen lassen und beim neuen abfeiern) oder eine Art Urlaubs-Vorschuss.

 

 

Hallo liebes karrierefragen-Team! Kann der neue Arbeitgeber verweigern, dass der beim alten Arbeitgeber nicht genommene Urlaub verweigert wird?

Der alte Arbeitgeber versicherte schriftlich, dass keine Urlaubstage im aktuellen Jahr genommen wurden, daraufhin wurden dennoch nur 23 von regulären 30 Urlaubstagen genannt, da das Arbeitsverhältnis erst zu April begann. Der neue Arbeitgeber sagt jetzt, dass man die Auszahlung dafür vom alten Arbeitgeber einfordern soll, leider werden die Urlaubstage dringend für den bereits gebuchten Jahresurlaub benötigt… (der dem neuen Arbeitgeber bereits von Anfang an vorlag…)

Über in einem anderen Artikel im Netz dazu heißt es lediglich, dass „(2) Der Arbeitgeber ist verpflichtet, bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses dem Arbeitnehmer eine Bescheinigung über den im laufenden Kalenderjahr gewährten oder abgegoltenen Urlaub auszuhändigen“ das sagt aber nicht direkt aus, dass der neue Arbeitgeber dies auch gewähren muss, oder?

Ich freue mich, wenn ihr Licht ins Dunkle bringt 🙂 danke im voraus!

 

 

Nicht genommener Urlaub ist vom ALTEN Arbeitgeber abzugelten bzw. zu vergüten. Nicht jedoch vom neuen. Heißt: Man kann (nicht genommenen) Urlaub nicht einfach zum NEUEN Arbeitgeber mitnehmen und dann abfeiern. Warum auch? Du schließt hier doch einen völlig neuen Arbeitsvertrag. Der Urlaubsanspruch wiederum ergibt sich aus den dort geleisteten Arbeitstagen. Auf welcher (rechtlichen, vertraglichen) Basis sollte denn dann der neue Arbeitgeber Urlaub vom bisherigen Arbeitgeber gewähren? Eben.

Damit kann er natürlich verweigern, dass du sagst: „Ich hatte beim alten AG noch 23 Tage offen, die müssen Sie mir jetzt frei geben!“ Das wäre ja auch zu schön: Der neue AG bezahlt den Urlaub für den alten AG. Geht aber nicht. Der neue AG hat also völlig recht, wenn er sagt, dass du dir das vom alten AG auszahlen lassen musst – denn nur hier besteht auch ein Rechtsanspruch.

Einzige Ausnahme: Du hast natürlich auch einen gesetzlichen Urlaubsanspruch (https://karrierebibel.de/gesetzlicher-urlaubsanspruch/) beim neuen Arbeitgeber aus den geleisteten Arbeitstagen. Der volle Urlaubsanspruch besteht bei einem neuen Arbeitgeber erst nach einer Wartezeit von sechs Monaten. Vor Ablauf der Wartezeit kann man pro vollem Monat des Bestehens des Arbeitsverhältnisses aber schon ein Zwölftel des Jahresurlaubs beanspruchen (siehe: https://karrierebibel.de/arbeitsrecht-urlaub/). Nach vier Monaten können damit zum Beispiel 4/12 des gesetzlichen Urlaubsanspruchs von 20 Urlaubstagen und damit 6,66 Urlaubstage genommen werden. Bruchteile von Urlaubstagen, die mindestens einen halben Tag ergeben, sind auf volle Urlaubstage aufzurunden. Im obigen Beispiel also 7 Tage.

Diese Urlaubstage kann dir der neue Arbeitgeber – etwa mit Hinweis auf die Probezeit – nicht verweigern. Erst recht nicht, wenn du im laufenden Jahr noch keinen Urlaub (beim alten Arbeitgeber) hattest. Dafür wäre dann die Bescheinigung nützlich. Aber es gibt eben keinen Doppelurlaub (Motto: beim alten auszahlen lassen und beim neuen abfeiern) oder eine Art Urlaubs-Vorschuss.

 

 

25. Oktober 2019 Karrierefragen Redaktion Icon Autor: Karrierefragen Redaktion

Die Redaktion der Karrierefragen besteht aus ausgewiesenen Job- und Karriereexperten mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung. Sie sind zudem regelmäßige Autoren der Schwesterseite Karrierebibel.de mit mehr als 4 Millionen Lesern im Monat.

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