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Hallo,

ich möchte liebend gerne ins Berufsleben einsteigen, bin aber sehr am Zweifeln wie ich das mit meinem Hintergrund anstellen soll. Um mich näher zu erklären: Ich bin 43 Jahre alt, habe aber aufgrund einer psychischen Erkrankung kaum Berufserfahrung vorzuweisen. In meiner Jugend war ich deshalb nicht mal in der Lage gewesen, einen Schulabschluss zu erwerben, weshalb ich ca. 17 Jahre von Sozialhilfe/Hartz 4 leben musste. Ein wenig habe ich die Zeit aber doch genutzt, indem ich meinen Quali sowie meinen Realschulabschluss selbstständig nachholte und mehr als 5 Jahre einer Putztätigkeit auf geringfügiger Basis nachging.

2012 wurde ich dann wegen eines Erbes zur Privatière und habe bis heute von dem Geld leben können. Auch diese Zeit habe ich zu nutzen gewusst, indem ich mich an einer Sprachenschule zur staatlich geprüften Übersetzerin ausbilden ließ. Leider habe ich seit Ende der Ausbildung wieder eine einjährige Lücke in meinem Lebenslauf und ich muss in diesem Zusammenhang auch ehrlich zugeben, dass meine Erkrankung zwar deutlich zurückgegangen, aber noch nicht völlig verschwunden ist. Doch wenn ich eine solch anstrengende Ausbildung absolvieren konnte, müsste ich doch auch ins Berufsleben einsteigen können, denke ich mir so, jedoch muss ich mir das erst noch selber beweisen.

Aufgrund ausgiebiger Internetrecherche würde ich mich im Agenturjargon für eine Person mit Vermittlungshemmnissen halten, da mein Alter, mein Lebenslauf und mein Mangel an Berufserfahrung gegen mich sprechen. Wie könnte ich trotzdem einen Fuß in die Tür zur Berufswelt finden?

Ich befürchte einfach, egal wie perfekt meine Bewerbungsunterlagen auch sind, diese können trotzdem nicht meinen klaffenden Lebenslauf übertünchen. Wie würden Sie meine Chancen einstufen? Oder sollte ich eine andere Strategie wählen und meinen „Trumpf im Ärmel“ nutzen, weil ich ohne den quasi chancenlos bin? Ich habe nämlich eine Behinderung von 30 % und diese wurde von der Agentur gleichgestellt mit Schwerbehinderung von 50 %, um diesbezügliche Vorteile zu erhalten. Sollte ich es gleich auf diesem Wege versuchen und mir entsprechend soziale/integrative Unternehmen suchen oder habe ich so auch nur den Hauch einer Chance? Vielen Dank für Ihre Hilfe und super, dass es diese Möglichkeit hier gibt.

Herzlichst, Halo

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