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Hallo zusammen,

ich befinde mich zur Zeit in einer Krisensituation, resultierend aus einigen Fehlendscheidungen. Möglicherweise gibt es hier jemanden der etwas ähnliches erlebt hat und/oder einen Lösungsvorschlag hat.

Ich bitte um Entschuldigung, aber um das Ausmaß der Situation greifen zu können, muss ich leider (so kurz wie möglich) ausholen.

Nach Abitur und einer vorangegangenen Ausbildung wollte ich mich beruflich neu orientieren und habe eine zweite Ausbildung als Bankkauffrau gemacht. Alles gut. Die Tätigkeit im finanziellen Bereich macht mir Freude. Der Nachteil, die Extrarunde hat Zeit gekostet. Die ausbildende Bank hätte einen Job für mich gehabt, aber in einer Richtung, in welcher ich mich nicht gesehen habe, auch war dort kein Studium vorgesehen. (Aufstieg gedeckelt), daher hatte ich mich schon frühzeitig anderweitig beworben. Zwei mögliche Beraterstellen in anderen Banken oder in eine Stelle in einer renommierten Investmentgesellschaft (IG). Mein Gedankengang, Beraterstellen sterben aus, also bin ich nach langem pro und Contra in die IG. Die Tätigkeit war allerdings eine Black Box für mich. Doch im Vorstellungsgespräch hat man mir gesagt was alles möglich sei und das ein Studium/Weiterbildung gern gesehen wird. Außerdem habe ich direkt einen unbefristeten Vertrag erhalten.

Es hat sich aber ziemlich schnell herausgestellt, dass meine direkte Kollegin nicht einfach nur still ist, sondern mich mit kleinen Manipulationen, die leider kaum nachweisbar sind, versucht hat klein zu halten. Ich wurde nicht eingearbeitet und absichtlich bloßgestellt. (Die Details kann ich unmöglich alle aufführen) Noch in der Probezeit habe ich das Gespräch mit der Chefin gesucht. Es wurde nicht besser. Es folgten noch zwei Gespräche mit der Chefin und ein vorsichtiges Gespräch mit dem Personaler. (Ich wollte nicht als Nestbeschmutzer dastehen) Es gab keine Gespräche zu dritt, ich habe nur minderwertige Arbeiten bekommen und die Chefin, wie ich leider erst zu spät verstanden habe) hat das alles gedeckt, da ihr die Kollegin sehr wichtig ist. Ich war auch schon bei der Chefin darüber und beim Betriebsrat. Leider musste ich feststellen, das die Kollegin persönlich befreundet ist mit dem Mobbingbeauftragten dort. Daher hat jeder Schritt oder Versuch zur Klärung alles nur noch schlimmer und unerträglicher gemacht.
Ich hatte ein halbes Jahr nach Einstellung in der IG ein berufsbegleitendes Studium angefangen. (Immer am Wochenende und vollständig von mir selbst gezahlt) Gedanke – damit komme ich entweder intern oder extern eher auf eine andere Stelle. Mein Ziel war tatsächlich eher intern, weil ich den Fuß in der Tür hatte. Im zweiten Jahr habe ich Networking betrieben. Leider auch erfolglos. (Also ich kenne einige Leute in anderen Positionen, aber die Schlüsselstellen waren noch nicht dabei)

Akutes Problem Jetzt:
Ich kann es selbst kaum glauben, aber ich habe schon zwei Jahre und drei Monate auf dieser Stelle ausgehalten. (Mit Studium) Inzwischen hatte ich mich intern auf ca. sechs Stellen beworben. Grund = keine Berufserfahrung. Einarbeiten könnte ich mich schnell, aber ich bräuchte die Chance dazu. Das Studium ist 2020 beendet. Bis Mitte des Jahres wird meine Stelle wegen Digitalisierung abgebaut und ich darf gehen. Habe aber auch keine großartigen Wissensfortschritte hier gemacht. Den Bereich, welchen ich anstrebe liegt im Produktmanagement, da ich auch einen guten Draht zu Kunden habe. Aber sowohl bei meinem jetzigen Arbeitgeber, wie auch anderen werde ich ohne Erfahrung und nach den zwei jahren hier keiner nehmen. Berater kann ich mir wahrscheinlich nach der Zeit auch abschminken.

Wie kann ich auf eine Stelle kommen, welche ich mit Einarbeitung und Eigeninitiative durchaus meistern kann. Wenn man motiviert ist und wirklich will, aber einfach nicht die Chance bekommt. Dann noch das Pech, das die Chefin nicht hinter einem steht und schlecht über einen gesprochen wird. Bin leider schon 28 Jahre alt (durch die Extrarunde) und eine Frau, was mit Sicherheit ein Grund ist, auch wenn ich wirklich kein Vertreter der Feministen Bewegung bin. (Also kein metoo von mir…das finde ich zu 95 % Quatsch, ist aber ein anderes Thema) Auch hatte ich schon bei sogenannten Traineestellen angefragt, dafür habe ich paradoxerweise zu viel Erfahrung, würde ein abgeschlossenes Studium benötigen und bin…zu alt. Das Studium halte ich übrigens für essentiell wichtig um beruflich überhaupt weiter zu kommen, daher möchte ich dieses ungern canceln.

Ich erwarte und möchte hier keine Seelsorgeantworten wenn ich das sage, aber ich bin aufgrund der Situation völlig am Ende. Und bitte denkt daran, wenn ihr das lest, hinterher ist man immer schlauer. Ich hätte das ein oder andere im Nachhinein anders gemacht!

Ich bin dankbar für jede Konstruktive Idee!

Viele Grüße & vielen Dank