0

Um mein Dilemma zu erklären, muss ich etwas ausholen:

Mein Werdegang sieht aktuell nicht gerade rosig aus.  Ich hatte bei einem Arbeitgeber zwei Zeitverträge (12 und 9 Monate). Leider wurde mein Vertrag danach nicht verlängert. Das hatte mich psychisch ziemlich aus der Bahn geworfen.

Zum Glück war ich aber nur 11 Tage arbeitslos. Ich fand eine neue auf ein Jahr befristete Stelle. Bevor ich dort anfing hatte ich allerdings noch eine Bewerbung offen. Da es sich hierbei um die gleiche Tätigkeit wie beim vorherigen AG mit Aussicht auf einen unbefristeten Vertrag handelte und mir der aktuelle Job wider Erwarten überhaupt nicht lag, habe ich die Einladung zum Vorstellungsgespräch mit Freude wahrgenommen – mit Erfolg: Noch in der Probezeit wurde das Arbeitsverhältnis nach 3,5 Monaten durch Aufhebungsvertrag beendet und ich konnte nahtlos bei dem neuen AG anfangen. Die Freude war riesig.

Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall:

Ich fand nicht ins Team. Die Erwartungshaltung war sehr hoch, da ich die gleiche Tätigkeit zuvor ja schon einmal ausgeführt hatte, dementsprechend wurde ich zu Beginn gar nicht richtig eingearbeitet. Die Sachbearbeitung unterschied sich in einigen Teilen aber erheblich, so dass ich ziemlich viel nachfragen musste, was den Kollegen/Innen wohl ziemlich auf die Nerven ging.

Dem unmittelbaren Vorgesetzten ist dieses dann auch aufgefallen und in Windeseile wurde ein Einarbeitungsprogramm erstellt. Die Kolleginnen schlossen mich dennoch zunehmend immer mehr aus, ich fühlte mich am Ende gemobbt – Teamarbeit: Fehlanzeige. Ich hatte gedacht, ich könnte das Problem bis zum Ende der Probezeit einfach aussitzen; hatte mich zurückgenommen, versucht, einfach meine Arbeit zu machen und nicht anzuecken. Das war mein größter Fehler. Ich hätte die Aussprache suchen müssen.

7,5 Wochen vor Ende der Probezeit hat man mich dann zum Gespräch gebeten und mir eröffnet, dass man mir zum 31.03. kündigen wolle (4 Wochen Kündigungsfrist, wurde mir gesagt), da Quantität und Qualität meiner Arbeit nicht den Erwartungen entsprechen würden. Ich bin am nächsten Tag tapfer wieder zur Arbeit gegangen, aber man hat mich komplett ignoriert. Nach Feierabend bin ich weinend nach Hause gefahren.
Ich hatte Zweifel an der Kündigungsfrist und am folgenden Wochenende konnte ich mir die Bestätigung einholen, dass die Kündigungsfrist nur 14 Tage beträgt. Weil ich psychisch wieder völlig am Boden zerstört war, hat mein Arzt mir die vorzeitige Kündigung empfohlen und diesem Rat bin ich auch gefolgt.

Wie verhalte ich mich zukünftig diesbezüglich im Vorstellungsgespräch? Was, wenn der zukünftige AG sich beim vorherigen AG erkundigt und dann erfährt, dass ich mit meiner Eigenkündigung nur der Kündigung durch den AG zuvorgekommen bin? In dieser Branche kennen sich viele der Vorgesetzten.

Den Aufhebungsvertrag kann ich ja noch gut begründen – aber danach?

Answered question