Arbeitsrecht

Welche Rechte beim Arbeitszeugnis bestehen?

Gefragt am 31. Januar 2017, 10:52 Uhr von flubber Blau0 votes, average: 0,00 out of 50 votes, average: 0,00 out of 50 votes, average: 0,00 out of 50 votes, average: 0,00 out of 50 votes, average: 0,00 out of 5
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Hallo,

ich war nun 4 Jahre bei meinem Arbeitgeber. Ich habe jedes Jahr sehr gute Leistungen abgeliefert, dafür auch immer Prämien erhalten und wurde auch immer gelobt. Leider weiß ich, dass mein AG Kündigungen immer sehr persönlich nimmt, obwohl es zum täglichen Leben dazu gehört. Da ich kurz vor meiner Kündigung stehe, wollte ich mal fragen, worauf ich hinsichtlich eines Abschlusszeugnis Anrecht habe?

Habe ich Anrecht auf ein qualifiziertes Zeugnis oder nur ein einfaches?
Darf ich mein Zeugnis selbst schreiben oder darf mein AG mir das verwehren?
Hat der AG das Recht, mir nur ein „gutes“ Zeugnis auszustellen, obwohl ich immer „sehr gute“ Leistung erbracht habe?

Welche Möglichkeiten habe, ein sehr gutes, vollständiges und qualifiziertes Zeugnis zu erhalten? Es wäre schade, wenn die Arbeit der letzten 4 Jahre in einem einfachen Wisch abgetan werden würde, nur weil der AG persönliche Befindlichkeiten bzgl. meiner Kündigung hat.

Vielen Dank!


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Natürlich hast du Recht auf ein Arbeitszeugnis – sogar auf ein qualifiziertes. Das darfst du – vorausgesetzt der Arbeitgeber bietet dir das an – auch selber schreiben. Sonst ist das die Aufgabe des Arbeitgebers und er kann dir das verwehren. Allerdings werden beim Selberschreiben oft Fehler gemacht, sodass sich manche – unbewusst – ein schlechteres Zeugnis ausstellen, als sie könnten.

Du hast laut einigen Urteilen Anspruch auf ein mindestens „befriedigendes“ Zeugnis. Wäre es schlechter, liegt die Beweislast beim Arbeitgeber. Möchtest du ein „gutes“ oder gar „sehr gutes“ Zeugnis liegt die Beweislast bei dir – also der Nachweis sehr guter Leistungen.

Am besten schaust du dir dazu auch diese umfangreichen Ratgeber zum Arbeitszeugnis an:


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Du hast Anspruch auf ein wohlwollendes und qualifiziertes Arbeitszeugnis. Dies bedeutet, dass der Arbeitgeber dir ein Zeugnis ausstellen muss, welches dich beruflich fördert und darüber hinaus qualifiziert ist, d.h. deine Tätigkeit ausführlich wiedergibt. Dies alles ist in § 109 GewO geregelt. Was auf den ersten Blick sehr positiv erscheint ist es allerdings nicht. Ein wohlwollend qualifiziertes Zeugnis besagt noch nichts über eine bestimmte Benotung. Es gibt auch betreffend die Benotung keinerlei gesetzliche Vorgabe. Diese muss lediglich dem Grundsatz der Zeugniswahrheit gerecht werden.

Kommt es wegen der Benotung eines Zeugnisses zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung ist es im Prinzip so, dass Du dem Arbeitgeber nachweisen musst, dass du eine bessere Benotung als eine drei verdient hast. Es gibt hier Beweiserleichterungen, aber dieser Grundsatz gilt immer noch. Willst du eine Benotung zwei oder gar eins musst du schon gewichtige Argumente ins Feld führen. Solche sind allerdings auch denkbar. Ein sehr gutes Zwischenzeugnis, ein hoher Bonus oder eine andere Beglaubigung kann hier ein taugliches Indiz sein.

Dennoch meine Empfehlung: versuche ich hier eine gütliche Einigung herbeizuführen. Arbeitsgerichtlich Auseinandersetzungen über die Benotung eines Zeugnisses sind nicht wirklich zielführend. Arbeitgebern kann es helfen, wenn du den Entwurf eines Zeugnisses stellst. Du nimmst Arbeit ab und sorgt für eine Weichensstellung. Dies setzt natürlich voraus, dass du entsprechend bewandert bist.

Anbei ein Link mit ausführlichen Hinweisen:

http://www.kanzlei-mudter.de/zeugnis.html


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