Chef

Jahresgespräch mit dem Chef – Mitarbeiterbindung

Gefragt am 21. Dezember 2016, 16:06 Uhr von Thomas Bronze12 votes, average: 4,08 out of 512 votes, average: 4,08 out of 512 votes, average: 4,08 out of 512 votes, average: 4,08 out of 512 votes, average: 4,08 out of 5
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Ein Beispiel aus meinem beruflichen Alltag in der Beratungsbranche, die ja naturgemäß und erfahrungsgemäß stets mit einem tollen Firmennamen aufwartet, aber eine hohe Fluktuation aufweist, weil die Stimmung schlecht ist und man nur verheizt wird. Attraktiv ist es nur für die Häuptlinge, nicht für die Indianer, die aber nie Häuptlinge werden können oder anders – die Partner trommeln und die Galeerensklaven rudern. Wenn die Trommel immer schneller geht, aber die Sklaven keine Gegenleistung erhalten, sind diese unzufrieden. Daher wechseln diese ständig, zum Glück ist man ja nicht an das Unternehmen gekettet. Zitat meines Chefs, als ich ihn im Jahresgespräch auf Mitarbeiterbindung ansprach und wie das Unternehmen diese erreichen will: Tut mir leid, der Run for Talents ist bei mir noch nicht angekommen. Wenn Du gehen musst, halten wir dich nicht auf! Soviel zur BINDUNG! Freiwillig kommt da gar nix. Vor den Jahresgesprächen meinte er beim lunch, dass das letzte Jahr so gut gelaufen sei, dass er sich noch einen Bentley holen wird – also geht man davon aus, dass man als Teil des Teams auch davon profitiert. Im Gespräch log er einem dann ins Gesicht, dass das Jahr leider schlecht gelaufen sei und der Bonus daher gering ausfiele (bei einem geringeren Fixgehalt ist man auf den Bonus mehr angewiesen). Bei solchen Vorfällen und wenn man mehrere Jahre in Folge auf Granit beißt, kann sich wirklich keiner beschweren, wenn man das Unternehmen verlassen will.

Jetzt gerade vor Weihnachten wurde bei uns im gesamten Team von jedem pflichtweise Geld aus der privaten Tasche eingesammelt, um den Assistentinnen Geschenke zu machen – und zwar bei jedem GLEICHVIEL vom Berufsanfänger, der wirklich nicht viel verdient bis zum Partner! Das finde ich mies. Der Chef müsste vielmehr den Mitarbeitern Geschenke machen, um sich bei diesen zu bedanken und nicht anders. Warum schenkt der Chef nicht alleine den Assistentinnen etwas oder jeder gibt so viel wie er will und der Chef füllt den Rest auf bis zu der Summe, die er haben will. aber so …??! Das geilste war noch, als ein Kollege das Geld bei ihm einsammelte, dass er meinte, ach, das ist aber wenig (mir läge da auf der Zunge: Ja, für Sie, aber nicht für Ihre Mitarbeiter).

Tatsache ist, dass man für den Chef wohl nur eine Excel Zelle ist, die ggf. nicht performt und dann eben gelöscht wird, wenn man wechselt. Erst, wenn der Chef selbst für sich einen Schaden befürchtet, wenn der Mitarbeiter geht, da dann ein Zugpferd wegfällt, dass ihm Bonus beschert, fängt er an, sich für Dich zu interessieren. Sonst ist die Antwort bei jeden Anliegen nur: Interessiert mich nicht! Vertrauen ist aber keine Einbahnstraße – es muss auch etwas vom Chef/ vom Unternehmen zurück kommen! Und abends fährt er dann mit seinem Porsche zu seiner Villa im Taunus, während die Mitarbeiter noch bis 22:00 bleiben und dann mit der Bahn nach Hause fahren müssen, weil sie weder einen Firmenwagen bekommen, noch ein Gehalt, dass die Anschaffung eines sicheren modernen Autos ermöglicht, von Familienplanung ganz zu schweigen. Noch Fragen?

Wünschenswert wäre ein offener Dialog mit dem Chef über o. g. Themen (Mitarbeiterbindung & Co. ) und nicht nur ein Monolog, wo der Chef immer nur sagt, was nicht läuft und gar nicht zuhört. ZUSAMMENarbeit sieht meiner Meinung nach anders aus.

Wie schafft man es, dass der Chef einem zuhört, damit man überhaupt über solche Themen reden kann? Tatsache ist, dass ist nicht der erste Chef, bei dem ich das so erlebe … und bitte glaubt jetzt mal, dass das alles wahr und richtig ist, was ich berichte und sagt mir bitte nicht, ich sei zu anspruchsvoll, ein Mindestmaß an Wertschätzung kann man wohl erwarten, auch wenn man erst 3 Jahre in diesem Job konkreten Job dabei ist.

Danke und Grüße

Thomas


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Öffentlich




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Wenn du dieses Verhalten schon mehrmals erlebt hast, scheint es an der Branche zu liegen. Die Beratungsbranche gilt ja im Allgemein als hart was die Arbeitsbedingungen betrifft. Kannst du nicht die Branche wechseln?


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