Arbeit & Kollegen

Gehaltserhöhung verhandeln oder nicht?

Gefragt am 09. September 2016, 07:05 Uhr von TheWayne Blau2 votes, average: 5,00 out of 52 votes, average: 5,00 out of 52 votes, average: 5,00 out of 52 votes, average: 5,00 out of 52 votes, average: 5,00 out of 5
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Ich arbeite gern in meinem Job (seit 4 Jahren) und der Arbeitgeber ist super. Im Februar hatte ich das 1. Mitarbeitergespräch, bei dem mir die Chefs von sich aus eine Mini-Gehaltserhöhung gegeben haben, die jedoch nicht mal die Inflation der letzten 3 Jahre ausgleicht.

Jetzt habe ich mich belesen und gute Argumente für eine richtige Gehaltsverhandlung zurecht gelegt. Das letzte Jahr war ein Rekordjahr für die Firma. Dieses Jahr ist eher normal und deshalb befürchte ich, nächstes Jahr auf Granit zu beißen, wenn ich bis zum nächsten Mitarbeitergespräch warte.
Ich will bei meinen Chefs aber auch nicht maßlos erscheinen, weil ich dieses Jahr ja schon diese „Erhöhung“ bekommen habe und ich gute Aussichten auf eine Beförderung in 1-2 Jahren habe.

Nun weiß ich nicht ob ich jetzt noch um einen Termin bitten und neu verhandeln soll oder ob ich bis zur nächsten Chance warten sollte.

Kann mir jemand nen Rat geben?


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Hi TheWayne,

Arbeitgeber geben von sich aus oft diese kleinen Gehaltserhöhungen, um Forderungen vom Arbeitnehmer zuvorzukommen.
Es ist ein wenig ungünstig, dass Du nicht gleich eine anständige Erhöhung gefordert hast bei dem letzten Gespräch. Daher kommt es jetzt ganz darauf an, wie Dein Verhältnis zu den Vorgesetzten ist. Bei einem guten und offenen Verhältnis würde ich es definitiv ansprechen. Es wird Dich sonst unterbewusst weiter verfolgen.

Viele Grüße
Mark


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In der Tat: Strategisch hast du ein Problem – innerhalb eines Jahres noch mal mehr Gehalt verlangen? Das geht nur mit deutlich erhöhter Leistung. Denn wie Mark schon sagt: Da hättest du beim ersten Mal gleich mehr verlangen müssen. Jetzt geht das eigentlich nicht mehr ohne gierig zu wirken und damit die Beförderung zu gefährden.

Wenn dein Verhältnis zum Chef also nicht wirklich gut ist, würde ich davon eher abraten.


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Ja. Ist ne Zwickmühle.
Aber als ich ohne Vorankündigung, kurz vor Feierabend zu den Chefs gerufen wurde, war ich so perplex, dass ich schon froh war, das es nix schlimmes war.

Das Verhältnis zu meinen Chefs ist ziemlich gut und sie sagen auch immer, dass wir zu ihnen kommen sollen wenn was ist – egal was.

Ich möchte eine gerechte Gegenleistung für die Überstunden, neuen Funktionen und übererfüllten Projekte. „Meine“ Produkte der letzten 4 Jahre, haben einen 7-stelligen Umsatz gemacht.
Ich weiß aber auch nicht, wie sie drauf reagieren und wie ich das Thema diplomatisch ansprechen kann.

Ich werde mal noch ein paar Nächte drüber schlafen.

Vielen Dank für Eure Antworten.


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Hallo,

vielen Dank noch einmal für die Antworten!
Ich haben danach noch 2 Wochen über das Thema und meine Alternativen nachgedacht.
Letztendlich habe ich es offen angesprochen und hatte ein Gespräch.

Ich sah mich erwartungsgemäß unserem CEO und dem CFO gegenüber.
Das Gespräch war freundlich und sachlich – letztendlich aber aus meiner Sicht ein kompletter Reinfall ohne Ergebnis.
Nun weiß ich nicht, ob meine Sicht der Dinge korrekt bzw. vollständig ist (und ich mir besser einen neuen Job suche) oder ob ich vielleicht doch noch abwarten sollte.

Zu den Details:

Meine Argumente hatte ich „für 3-jährige oder Manager“ geeignet auf eine Din-A4 Seite zusammengefasst.
Die Liste enthielt:
– alles was ich über die normalen Pflichten hinaus gemacht habe + konkrete Benefits daraus
– erzielte Umsätze „meiner“ Projekte (fast 7-stellig in 4 Jahren)
– Ziele für das nächste Jahr (Ohne die Beförderung)

Im 1. Schritt wurde natürlich auf die viel schlechteren Umsätze in diesem Jahr verwiesen. Was ich entkräftete (2015 = Rekordjahr, 2016 viele interne Projekte = weniger Umsatz).
Dann wurden alle meine Extra-Leistungen als normale Erfüllung meines Arbeitsvertrages „abgetan“, weil es ja mein Job wäre unsere Produkte ständig zu verbessern und da ich (abgesehen von einigen Recherchen) alles während meiner Arbeitszeit gemacht habe, wäre das damit dann alles auch abgegolten.

Ich habe natürlich nicht locker gelassen, woraufhin mir sinngemäß (und natürlich „durch die Blume“) gesagt wurde, dass es meine Pflicht sei die Arbeitszeit möglichst effektiv zu nutzen.
Danach wurde auf das Thema der erbrachten Leistungen nicht mehr eingegangen und es wurde gezielt auf die Beförderung verwiesen, weil die Firma nicht in Vorleistung gehen kann und es ja nur einen „Gehaltssprung“ rechtfertigen würde, wenn ich auch mehr Aufgaben/Verantwortung übernehme.

Ich habe dann darauf hingewiesen, dass das für mich 2 verschiedene Themen sind (angemessenes Gehalt für meine Leistungen und mehr Gehalt bei mehr Aufgaben).
Aber darauf wurde gar nicht erst eingegangen. Stattdessen:
– Mein Abteilungsleiter (dessen Job ich übernehmen könnte/soll) werde „ins Vertrauen gezogen“, weil nur er meine „sehr fachliche Liste richtig werten und einordnen könne“ (Zitat)
– Man schaue welche konkreten Aufgaben ich zusätzlich übernehmen könnte (also wieder der Verweis auf die Beförderung)
– Wir reden in 3 Monaten noch einmal und schauen auf Veränderungen (Ich stehe also unter Beobachtung und soll noch eine Schippe nachlegen)

Nachdem mein Abteilungsleiter „ins Vertrauen gezogen“ wurde, habe ich natürlich mit ihm geredet.
Er sagte mir, dass er meine Leistungen in dem Gespräch wahrheitsgemäß einstufen musste (was mir vollkommen klar war).
Reell wäre ich seiner Meinung nach auf dem Niveau anderer Kollegen mit 3-4 Jahren mehr Berufserfahrung und längerer Firmenzugehörigkeit (Projektspezifische Erfahrung). Allerdings könnte er mir auch bedenkenlos „harte Knochen“ geben, die er sonst selbst machen müsste. Und er ist sich dennoch sicher, dass ich die Aufgaben gut erledige, ohne dass er viele Hinweise geben oder viel erklären muss.
Er verriet mir dann noch, dass ich nicht der Einzige bin, der bei der Gehaltsfrage derart „abgefertigt“ wurde. Es sei wohl gängige Praxis hier, dass es nur bei Beförderungen mehr Geld gäbe oder wenn man extrem hartnäckig bleibt und unentbehrlich ist. Sonst – wenn überhaupt – fast immer nur einen Inflationsausgleich. Und er hätte auch erst mehr Geld bekommen, als er die Leitung der Abteilung übernommen hat.

Nach dem Ganzen war ich so bedient, dass ich am liebsten gleich gekündigt hätte!
DENN was ich mit Sicherheit weiß ist:
– dass ich nicht mehr viel drauflegen kann, weil ich (immer) alles gegeben habe und zu Hause nicht mehr machen kann (wegen Familie und meiner kleinen Kinder).
– dass ich die Beförderung eigentlich nicht will (mein jetziger Job ist meine Passion)
– dass ich aktuell schon 15-20% unterbezahlt bin
(Unterbezahlt, im Vergleich zur KEINSTEN im Internet auffindbaren Summe für meine Berufsgruppe, Bildung und Region UND da ich weiß was meine Kollegen in der Abteilung etwa verdienen)

Nach allem was ich weiß, müsste ich mind. 10-15% mehr verdienen, damit ich mein Gehalt als „angemessen“ bezeichnen würde.
Gleichzeitig muss ich annehmen (so wie bisher „gemauert“ wurde), dass meine Chefs unter dem „Gehaltssprung“ bei der Beförderung auch nicht mehr als 10-15% verstehen werden. Allerdings müsste ich mit der Beförderung schon mindestens 25-30% mehr „verlangen“, damit das Gehalt wiederum der neuen Position angemessen wäre.

Somit sehe ich zur Zeit nur 3 Möglichkeiten:
1. Hoffnungslos unterbezahlt meinen jetzigen (Traum-)Job weitermachen
2. Die 3 Monate warten und versuchen 30% mehr bei Beförderung auszuhandeln
3. Mir einen anderen Job suchen (wovor ich mich scheue, weil ich schon VIEL schlimmere Arbeitgeber hatte)

Ich bin zur Zeit ziemlich deprimiert und fürchte, dass ich etwas über- oder falsch sehe.
Was würdet Ihr in meiner Situation machen?


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Im Grunde lautet die Antwort immer gleich: Love it, leave it or change it… Die Alternativen hast du schon genannt – und auch schon erkannt, dass das Gras woanders nicht unbedingt grüner sein muss.

Geld bedeutet nicht alles. Was nutzen dir 30% mehr Gehalt in einem Job oder Klima, dass mieser ist? Schließlich gehst du da 5 Tage die Woche hin – 46 Wochen im Jahr. Meine Empfehlung ist dieselbe wie eingangs: abwarten bis zur Beförderung. Nicht immer alles jetzt-gleich-sofort haben wollen. Wer derart drängelt stellt sich meist selbst ein Bein. Mein Eindruck (der sich natürlich nur auf deine Schilderungen beziehen kann) ist ohnehin, dass dir die Verhandlung und das „Drängeln“ nicht gerade genutzt hat. Die geschilderten Reaktion klingen jedenfalls schon ziemlich angezickt – insb. wenn man dich schon auf deine regulären Pflichten hinweist.

Parallel nach einem anderen Job suchen kannst du immer. Aber ob dann auch alles sofort in Butter ist und sich in dem Tempo entwickelt, wie du dir das wünscht, ist eben eine andere Geschichte. Ich würde also besser abwarten…


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