Bewerbung

Bipolare Störung/psychische Krankheit in Bewerbung angeben?

Gefragt am 03. April 2017, 16:13 Uhr von IneBBenter Blau0 votes, average: 0,00 out of 50 votes, average: 0,00 out of 50 votes, average: 0,00 out of 50 votes, average: 0,00 out of 50 votes, average: 0,00 out of 5
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Hallo Community,

Ich bin Neu hier und freue mich auf eure Antworten. Es ist aber etwas komplizierter und darum bitte ich euch die Situation genau durchzulesen und mir einmal rechtlich zu antworten, und auf eure persönliche Meinungen freue ich mich natürlich auch.

Ich bin gerade dabei, gemeinsam mit meiner Mutter ihre Bewerbungen zu verfassen und zu gestalten. Sie hat seit ca. 15 Jahren (das erste mal als sie in Behandlung war) eine pipolare Störung (manisch-depressiv). Diese ist jetzt bis heute 4mal ausgebrochen, aber nie aus beruflichen Gründen, sondern immer aus privatlichen Gründen, Kindheit eingeholt, Kinder waren sehr sehr schwierig :) (beide starke ADS Kinder), Scheidung, tot ihres Vaters. Die ersten 2 Behandlungen waren in der Zeit, als sie Mutter und Hausfrau war und die letzten 2 Behandlungen war sie bei dem gleichem und jetzigem Arbeitgeber. Sie war also durch ihre Krankheit nie arbeitslos und immer angestellt und auch nie durch den Job krank geworden. Des weiteren hat sie einen Schwerbehinderten Ausweis, das der Grund war, warum sie bei ihrem jetzigem Arbeitgeber nicht gekündigt wurde. Sie hatte letztes Jahr ihren letzten Rückfall, da sie nicht mit dem tot ihres Vaters klar gekommen ist und wird seitdem vom ihrem Chef raus gemobbt. Sie darf zur Zeit und auch in der nächsten Zeit nur ca. 25 Stunden arbeiten, also Teilzeit.

Nun die Fragen dazu:

1. Muss der Schwerbehindertenausweis im Lebenslauf erwähnt werden? Wenn ja wie?
2. Wenn erst in Bewerbungsgespräch die Schwerbehinderung erwähnt wird, darf sie aus diesem Grund abgelehnt werden?
2. Wenn Sie durchgehend beim jetzigem Arbeitgeber angestellt ist, obwohl sie 2mal in Behandlung war, sind das Lücken die erwähnt werden müssen?
3. Muss überhaupt die Krankheit in den Bewerbungsunterlagen erwähnt werden, obwohl der Job nie der Auslöser war?

Ich bitte euch immer die rechtliche Seite zu berücksichtigen, da wir hier kein Risiko eingehen wollen und natürlich so ehrlich wie möglich, aber nur so ehrlich wie nötig sein wollen. Sie brauch dringend ein neuen Arbeitgeber, da das Mobbing wirklich Grenzwertig ist!

Zum Abschluss noch, sie arbeitet als Einzelhandelskauffrau.

Ich bedanke mich schon mal für eure Mühe und freue mich auf eure Antworten und die Diskussionen :)

Grüße Beni


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Öffentlich




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Hallo Beni,
da die Behinderung deiner Mutter nicht sichtbar ist, würde ich sie nicht erwähnen. Denn obwohl sie derzeit nur in Teilzeit arbeiten kann, schränkt ihre Krankheit sie ja auch beruflich nicht ein. Will deine Mutter allerdings die Vergünstigungen in Anspruch nehmen, die Schwerbehinderte haben, muss sie die Behinderung bereits beim Bewerben erwähnen. Es gilt also, genau abzuwägen, denn tendenziell werden Schwerbehinderte genau deswegen seltener eingestellt, weil sie etwa zusätzlichen Urlaub haben und schwerer kündbar sind.
Abgelehnt werden darf sie indes nur, wenn sie wegen ihrer Behinderung den Beruf nicht ausüben kann. Im Gegenteil sind Arbeitgeber ab 20 oder mehr Mitarbeitern sogar verpflichtet, mindestens fünf Prozent Schwerbehinderte einzustellen. Viele zahlen indes lieber eine Ausgleichsabgabe, um dieser Pflicht zu entrinnen.
Wird deine Mutter hingegen allein wegen ihrer Behinderung abgelehnt, obwohl sie die formale Eignung besitzt und kein(e) Bewerb(in) besser qualifiziert ist, liegt eine eindeutige Dskriminierung vor, die nach dem Allgemeinen Gleichstellungsgesetz geahndet werden kann. Allerdings muss genau dieser Sachverhalt eben auch nachgewiesen werden. Und kaum ein Arbeitgeber wird sich diese Blöße geben und deine Mutter (offen) wegen ihrer Behinderung zurückweisen, sodern ander Begründungen finden.
Wenn schon der Schwerbehindertenausweis unerwähnt bleibt, hat auch die Krankheit nichts in den Bewerbungsunterlagen zu suchen. Erwähnt ihr die Minderung der Erwerbsfähigkeit hingegen, sollte die Depression als Erklärung auch angeführt werden. Allerdings besteht dafür – wie erwähnt – keine unbedingte Notwendigkeit, da der Lebenslauf deiner Mutter keinerlei Lücke aufweist: Die ersten beiden Krankheitsphansen sind durch die Familienphase abgedeckt, die zweite durch das fortbestehende Arbeitsverhältnis.
Ich wünsche euch beiden viel Kraft, das Mobing durchzustehen (auch dagegen kann man übrigens jursitisch vorgehen, sofern es beweisbar ist) und viel Erfolg bei der hoffentlich schnell erfolgreichen Stellensuche.
Christian


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