Arbeitsrecht

Arbeitszeugnis mindestens „gut“?

Gefragt am 21. Januar 2017, 12:18 Uhr von gk711 Blau0 votes, average: 0,00 out of 50 votes, average: 0,00 out of 50 votes, average: 0,00 out of 50 votes, average: 0,00 out of 50 votes, average: 0,00 out of 5
2 Antworten//Antwort schreiben

Hallo, muss ein Arbeitszeugnis nicht mindestens gut sein, wenn man langjähriger Mitarbeiter war (15 Jahre in einem Ingenieurbüro)? Vielen Dank schonmal für eine Antwort.


2 Antworten


Öffentlich


 

Platin523 votes, average: 4,58 out of 5523 votes, average: 4,58 out of 5523 votes, average: 4,58 out of 5523 votes, average: 4,58 out of 5523 votes, average: 4,58 out of 5 hat am 21. Januar 2017, 12:20 Uhr geantwortet

Leider nein. Arbeitszeugnisse müssen mindestens „befriedigend“ sein (http://karrierebibel.de/arbeitszeugnis/). Erst schlechtere Zeugnisse hat der Arbeitgeber zu begründen, die Beweislast für ein „gutes“ beziehungsweise „sehr gutes“ Zeugnis liegt indes beim Arbeitnehmer (BAG-Urteil, 9 AZR 584/13). Hintergrund war ein Rechtsstreit beim Arbeitsgericht Berlin, wonach mittlerweile 86,6 Prozent der erteilten Zeugnisse „gut“ oder besser seien. Die Arbeitnehmerin verlangte daraufhin ein mindestens gutes Zeugnis – im Revisionsverfahren jedoch ohne Erfolg.


Hier bewerten: 1 Punkte2 Punkte3 Punkte4 Punkte5 Punkte

// eigene Antwort schreiben »

Tut mir leid, Du kannst eine Antwort nur abgeben, wenn Du eingeloggt bist.


Öffentlich




Silber44 votes, average: 4,30 out of 544 votes, average: 4,30 out of 544 votes, average: 4,30 out of 544 votes, average: 4,30 out of 544 votes, average: 4,30 out of 5 hat am 25. Januar 2017, 14:00 Uhr geantwortet

Nein, Arbeitszeugnisse müssen überhaupt keine Note zwingend haben. Arbeitszeugnisse müssen wohlwollend und qualifiziert sein und dabei dem Grundsatz der Zeugniswahrheit gerecht werden. Um es knallhart auf den Punkt zu bringen: hast du mittelmäßige Arbeit erbracht, hättest du Anspruch auch nur auf ein mittelmäßiges Zeugnis. Es sei den aus den Umständen (etwa Zwischenzeugnis mit guter Benoptung etc) ergibt sich etwas anderes.

Dies ist nicht zu verwechseln mit der Darlegungs- und Beweislast im Rahmen einer arbeitsgerichtlichen Auseinandersetzung über die Zeugnisbewertung. Um es ganz pauschal zu sagen: Erteilt Dir der Arbeitgeber ein Zeugnis mit einer Benotung drei, obliegt Dir die Beweislast, dass du bessere Leistungen erbracht hast. Dies auch wenn in der Lebenswirklichkeit ein Zeugnis mit einer befriedigenden Bewertung nicht wirklich brauchbar ist. Es obliegt dem Arbeitnehmer es belegen können, dass er Leistungen erbrachte, welche eine bessere Benotung, also eine Benotung in dem Bereich gut oder sehr gut rechtfertigen. Dies zu belegen kann problematisch werden, ist jedoch möglich.

Also: Es gibt für den Arbeitgeber grundsätzlich keine Verpflichtung ein Zeugnis mit einer bestimmten Benotung zu erteilen. Eine schlechte Bewertung ist jedoch vor dem Arbeitsgericht angreifbar.


Hier bewerten: 1 Punkte2 Punkte3 Punkte4 Punkte5 Punkte

// eigene Antwort schreiben »

Tut mir leid, Du kannst eine Antwort nur abgeben, wenn Du eingeloggt bist.

Anmelden oder registrieren um zu antworten.